Karl Endtresser (* 1903 in Wien; † 1978) war ein österreichischer Maler, Graphiker und wissenschaftlicher Illustrator. Bekannt wurde er insbesondere als einer der Hauptillustratoren des anatomischen Atlas Topographische Anatomie des Menschen von Eduard Pernkopf.

Leben Karl Endtresser studierte in Wien zunächst an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt und später an der Akademie der bildenden Künste, wo er Schüler von Rudolf Jettmar und Hans Tichy war.Universitätsarchiv der Akademie der bildenden Künste Wien Während seines Studiums erhielt er 1930 und 1931 Meisterschulpreise.Lebenslauf auf der Website der Artothek des Bundes Neben seiner Tätigkeit als freischaffender Maler arbeitete Endtresser als wissenschaftlicher Illustrator. Er gehörte zum Kreis der Künstler, die für den Anatomen Eduard Pernkopf anatomische Tafeln anfertigten.

Studienreisen führten ihn unter anderem nach Italien, Deutschland, Ungarn, Rumänien, Bosnien, Dalmatien, Polen und in die Slowakei.Lebenslauf auf der Website der Artothek des Bundes

Werk Endtressers freies künstlerisches Werk umfasst vor allem Landschaften und Marinen in einer naturalistischen Malweise. Werke wie Almsee und Fischerboote befinden sich heute in der Kunstsammlung der Republik Österreich.

Internationale Bekanntheit erlangte Endtresser durch seine anatomischen Illustrationen für den anatomischen Pernkopf-Atlas. Die Tafeln gelten als außergewöhnlich präzise und zählen zu den bedeutendsten medizinischen Illustrationen des 20. Jahrhunderts. Ein großer Teil der Abbildungen basiert vermutlich auf Beobachtungen, die an Leichen von Opfern des Nationalsozialismus gemacht wurden.Gustav Spann: Untersuchungen zur anatomischen Wissenschaft in Wien 1938–1945. Senatsprojekt der Universität Wien. Universität Wien, Wien 1998. Im Zuge der sogenannten „Pernkopf-Affäre“ wurde in den 1990er-Jahren untersucht, zu welcher politischer Gesinnung die Illustratoren des Pernkopf-Atlasses zuzurechnen waren, da sowohl Endtresser als auch die Illustratoren Erich Lepier und Franz Batke Nazi-Symbole in ihren Signaturen hinterlassen hatten.Herwig Czech: 1997: Die „Pernkopf-Affäre“. NS-Kontinuitäten in der medizinischen Forschung. Haus der Geschichte Österreichs. Spätere Untersuchungen zu den Handschriften der Illustratoren kamen zu dem Schluss, dass aus den Signaturen von Endtresser und Batke nicht eindeutig hervorgeht, dass sie tatsächlich SS-Runen in ihre Signaturen integriert hatten, während die Nazi-Symbolik in Lepiers Signatur unbestreitbar ist.Gustav Spann (1998). Die Verdachtsmomente betreffend den Anatomieatlas "Topographische Anatomie des Menschen" von Eduard Pernkopf. In G. Spann, & al., Untersuchungen zur Anatomischen Wissenschaft in Wien 1938–1945 (S. 369–378). Wien.

Ausstellungen 1961: Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1962: Österreichische Staatsdruckerei, Wien

Literatur Gustav Spann (1998): Untersuchungen zur anatomischen Wissenschaft in Wien 1938–1945. Senatsprojekt der Universität Wien. Universität Wien, Wien. David J. Williams (1986): Eduard Pernkopf and the Pernkopf painters. Actes/Proceedings of the XXX. International Congress of the History of Medicine. Düsseldorf, pp. 524–533. David J. Williams (1988): The History of Eduard Pernkopf's Topographische Anatomie des Menschen. Journal of Biocommunication, 15;45(1):e3.

Weblinks Lebenslauf auf der Website der Artothek des Bundes Eintrag in der Database of Scientific Illustrators

Einzelnachweise

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