Johann Konrad Lobethan (auch Johann Conrad Lobethan; * 29. September 1688 in Hebel; † 29. November 1735 in Köthen) war ein deutscher reformierter Theologe und Geistlicher.

Leben Lobethan war Sohn eines reformierten Pfarrers. Nach dem frühen Tod seines Vaters zog die Mutter mit den Kindern nach Kassel. Er absolvierte bis 1704 die Stadtschule von Kassel. 1705 nahm er das Studium an der Universität Marburg auf. Dort wurde er von Philipp Johann Tilemann in sein Haus aufgenommen. Von 1707 bis 1710 widmete er sich privaten Studien in Kassel, bevor er durch ein Stipendium gefördert am hochschulischen Gymnasium illustre in Bremen sein Studium fortsetzte. Von 1712 bis 1714 wirkte er dann als Hofmeister in Kassel.

Lobethan folgte 1714 einem Ruf der Herzogin Charlotte von Sachsen-Weimar als Hofprediger nach Weimar. Er war für sein hervorragendes Talent als Prediger bekannt. 1720 folgte er einem weiteren Ruf als Superintendent, Konsistorialrat und Oberpfarrer an die Kirche St. Jakob in Köthen. Nachdem er sich mit dem Archidiakon Friedel, der den von Lobethan verfassten Kinderkatechismus ablehnte, in Streit geriet, wechselte er im Oktober 1728 als Konsistorialrat und erster Prediger an die deutsch-reformierte Gemeinde nach Magdeburg. Seine Antrittspredigt hielt er am 31. Oktober 1728Ralph Meyer: Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Erster Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, S. 193. in der Paulinerkirche. Er vertrat pietistische Ansichten und hielt im Pfarrhaus in der Leiterstraße Erbauungsstunden, die so gut besucht waren, dass sie in die Kirche verlegt werden mussten. Überliefert ist, dass er in seiner Zeit in Magdeburg in Westerhüsen vor dem preußischen König Friedrich Wilhelm I. predigte. Durch ein Nierenleiden und die daraus resultierenden Schmerzen war er in der Bewegung eingeschränkt, so dass ihm der Besuch der über die ganze Stadt verstreut lebenden Gemeindemitglieder schwer fiel.Ralph Meyer: Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Erster Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, S. 195. Er hielt schließlich am 5. August 1731 seine Abschiedspredigt und kehrte als Superintendent, Konsistorialrat und Oberpfarrer nach Köthen zurück, wo er bis zu seinem Tod wirkte.

Lobethan erlangte insbesondere durch seine Fähigkeiten als Prediger und durch sein in Köthen für die reformierten Gemeinden herausgegebenes Gesangbuch Bekanntheit.

Werke (Auswahl) Der Kinder Gottes einige Lust und einiger Trost in Gott, Löffler, Köthen 1724. Das Zeugniß des Heil. Geistes in unserm Geiste Von Unserer Kindschafft und Seeligkeit, Schöndorff, Köthen 1727. (Hrsg.): Neu vermehrtes und neu eingerichtetes Gesangbuch, Waisenhaus, Halle 1733. Die Herrlichkeit der Wiedergebohrnen im Reiche des Lammes, Jungnicol, Frankfurt und Leipzig 1741.

Literatur

O.U.: Lobethan, Johann Konrad. In: Calwer Kirchenlexikon: Theologisches Handwörterbuch illustriert, Band 2, Vereinsbuchhandlung, Calw und Stuttgart 1893, S. 63. Ralph Meyer: Geschichte der Deutsch-Reformierten Gemeinde zu Magdeburg, Erster Band, Verlag von Julius Neumann, Magdeburg 1914, S. 193 ff.

Weblinks

Lobethan, Johann Conrad im Digitalen Portraitindex

Einzelnachweise

Kategorie:Reformierter Theologe (18. Jahrhundert) Kategorie:Reformierter Geistlicher (18. Jahrhundert) Kategorie:Superintendent (evangelische Kirche, Deutschland) Kategorie:Person (Köthen (Anhalt)) Kategorie:Person des Christentums (Magdeburg) Kategorie:Pietist Kategorie:Hofmeister Kategorie:Geboren 1688 Kategorie:Gestorben 1735 Kategorie:Mann