Bruno Ruder (* 1978) ist ein französischer Jazz- und Fusionmusiker (Piano, Keyboards, Synthesizer, Komposition).
Leben und Wirken Ruder erhielt ab dem Alter von sechs Jahren klassischen Klavierunterricht. Durch die Plattensammlung seines Vaters kam er zum Jazz und zur Improvisation. Er bereitete sich auf ein Mathematikstudium vor, spielte aber während der Zeit auf dem Gymnasium als Amateur in der Jazzszene Lyons. 1998 entschied er sich für die Laufbahn im Jazz und gründete eine eigene Band. Ab 2000 studierte er am Pariser Konservatorium CNSM, an dem er im Jahr 2003 mit einem ersten Preis abschloss.
Ruder gehörte dann zum Jazoo-Project von Riccardo Del Fra, in dem er mit Musikern wie Joey Baron, Kenny Wheeler, Dave Liebman, Billy Hart, Tony Malaby, Roy Hargrove, Steve Grossman und Kurt Rosenwinkel zusammentraf. Mit Jeanne Added und Vincent Lê Quang arbeitete er ab 2002 im Trio Yes Is a Pleasant Country (gleichnamiges Album 2011), anschließend mit Added im Duo und anderen Formationen.
Von 2008 bis 2011 war Ruder Pianist bei Magma, dann im Nonett Radiation 10 und in der Umlaut Big Band. Er spielt im Quartett von Vincent Lê Quang (Album Everlasting; La Buissonne, 2022) sowie in dessen Trio Lady Violet mit Marc Ducret. Neben James Mac Gaw und Emmanuel Borghi gehörte er ab 2010 zur Prog-Rock-Band One Shot, mit der das Album 111 (2024) entstand. Zwischen 2019 und 2024 holte ihn Frédéric Maurin in seine Ausgabe des Orchestre National de Jazz, mit dem er die Programme Dancing in Your Head(s), Rituels und Ex machina aufführte.
Ruder gab diverse Solokonzerte, die auch von Radio France übertragen wurden, und veröffentlichte die von der Kritik hochgelobten Soloalben Lisières (La Buissonne, 2014) und Anomalies (Vision Fugitive, 2022). 2016 gründete er mit dem Saxophonisten Rémi Dumoulin ein Quintett mit Aymeric Avice (Trompete), Guido Zorn (Kontrabass) und Billy Hart, das 2017 das Album Gravitational Waves veröffentlichte; auch arbeitete er im Trio mit Dumoulin und Schlagzeuger Arnaud Biscay (Das Rainer Trio, 2017). Außerdem wirkte er bei Emmanuel Scarpas Quadrivium, François Mervilles und Maria Laura Baccarinis Unfolding sowie der Funkband von Sly Dee mit. Zudem trat er mit Pierre-Antoine Badaroux und mit Louis Sclavis sowie im Duo mit Célia Kameni, mit Benoît Converts Quartett und Aymeric Avices Quintett auf.
2022 und erneut 2024 wurde Ruder vom Jazz Magazine unter die drei besten französischen Pianisten gewählt.
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