Nanosphronemus gemma ist eine winzige Süßwasserfischart aus der Unterordnung der Labyrinthfische und einziger Vertreter der Gattung Nanosphronemus. Sie wurde erst Mitte 2026 wissenschaftlich beschrieben und ist bisher nur aus einem kleinen Gebiet in der Nähe von Huế in Zentralvietnam bekannt.

Merkmale Nanosphronemus gemma erreicht eine maximale Gesamtlänge von 1,9 Zentimetern und gehört damit zusammen mit Parasphaerichthys ineatus zu den kleinsten Labyrinthfischen. Der Körper ist langgestreckt, der Kopfquerschnitt ist rund, der Rumpf ist in den vorderen zwei Dritteln im Querschnitt leicht und im hinteren Drittel deutlich abgeflacht. Die Augen sind sehr groß. Ihr Durchmesser beträgt etwa ein Drittel der Kopflänge. Die Schnauze ist kurz, das Maul ist klein, schräg und oberständig. Direkt hinter dem Maul ist das Profil des Kopfes konkav. Das Rückenprofil ist fast gerade. Die Rücken- und die Afterflosse sind sehr lang. Ihre Länge beträgt etwa 50 bis 60 % der Standardlänge. Die Schwanzflosse ist abgerundet. Weibchen sind cremefarben mit einem braunen Rücken und einem schwarzen, eine Schuppenreihe breiten Längsstreifen an den Seiten. Auf jeder dieser Schuppen befindet sich ein blaugrün irisierender Fleck. Die Rückenflosse ist braun, die Schwanzflosse, die Brust- und Bauchflossen sind transparent. Männchen sind dunkler gefärbt und zeigen mehr irisierende Flecken auf dem Seitenstreifen. Zusätzlich ist die Region unterhalb des Seitenstreifens irisierend. Zwischen dem Rücken und dem Seitenstreifen befindet sich ein rötliches Längsband. Sexuell aktive Männchen werden sehr dunkel, fast schwarz, das rötliche Längsband wird leuchtend neonrot und zahlreiche blaugrün irisierenden Punkte bedecken den gesamten Rumpf unterhalb des roten Längsbands. Rücken-, After- und Schwanzflosse sind schwarz. Die Basen von Rücken- und Afterflosse weisen zahlreiche blaugrün irisierende Punkte auf; beide Flossen haben irisierende Ränder. Die Brustflossen sind transparent, die Bauchflossen sind dunkel bis schwarz gefärbt. Nanosphronemus gemma hat fünf Branchiostegalstrahlen.

Flossenformel: Dorsale XIX–XXI/2–3, Anale XX–XXIV+4–5, Pectorale (10)–11, Ventrale I/5, Caudale 6+6.

Lebensraum und Lebensweise Da alle Typusexemplare aus dem Aquaristikhandel stammen und das genaue Verbreitungsgebiet der Wissenschaft bisher unbekannt ist, können über den Lebensraum von Nanosphronemus gemma bisher keine Angaben gemacht werden. Aus Beobachtungen in Aquarien weiß man, dass das Männchen zur Fortpflanzung ein kleines Schaumnest unter überhängenden Strukturen – etwa unter Pflanzenblättern baut, in das die Eier eingebettet werden. Das Nest wird vom Männchen bis zum Schlupf der Fischlarven bewacht.

Systematik Die Erstbeschreibung von Nanosphronemus gemma wurde Mitte 2026 veröffentlicht. Autoren sind die zwei deutschen Ichthyologen Ralf Britz und Lukas Rüber und ihr vietnamesischer Kollege Heok Hui Tan. Der Gattungsname Nanosphronemus verweist auf die Kleinheit der Art, die Artbezeichnung gemma bedeutet Juwel und wurde wegen der prachtvollen Färbung der geschlechtsreifen Männchen vergeben. Die Schwestergattung von Nanosphronemus ist die Gattung der Knurrenden Guramis (Trichopsis). Zusammen mit den artenreichen Kampffischen (Betta) und vier weiteren Gattungen bilden die zwei Gattungen die Unterfamilie Macropodusinae innerhalb der Osphronemidae.

Einzelnachweise Ralf Britz, Heok Hui Tan & Lukas Rüber: Nanosphronemus gemma, a remarkable new genus and species of miniature osphronemid from Vietnam (Teleostei: Anabantoidei: Osphronemidae). Raffles Bulletin of Zoology, 74: 606–623, Juli 2026, DOI: 10.26107/RBZ-2026-0038

Kategorie:Labyrinthfische Kategorie:Anabantoidei Kategorie:Endemisches Tier Vietnams