Nuzo Onoh (* 22. September 1962 in Enugu, Nigeria) ist eine nigerianisch-britische Schriftstellerin, die als Pionierin des afrikanischen Horror-Genres gilt.
Leben Nuzo Onoh wuchs zunächst in Nigeria in wohlhabenden Verhältnissen auf und hat Igbo-Wurzeln (= nigerianische Ethnie).
Als Kind erlebte sie von 1967 bis 1970 den Biafra-Krieg gegen Nigeria und flüchtete mehrfach. Ihre Liebe zum Schreiben entstand neben der Kindheit laut Eigenaussage in dieser Zeit. Die Schriftstellerin verfasste Texte, seit sie elf oder zwölf Jahre alt war, nahm das Verfassen von Texten aber erst im Alter von 50 Jahren ernst. Mit 13 wurde an ihr eine Teufelsaustreibung durch einen Pastor vorgenommen. Deshalb sprach sie sich im Erwachsenenalter gegen rituellen Kindesmissbrauch in afrikanischen Gemeinschaften aus.
Nuzo Onoh besuchte die Queen’s School in Enugu, Nigeria, die Mount School in York (ein Quäker-Internat) und anschließend das St. Andrew’s Tutorial College in Cambridge, England. Onoh hat einen Abschluss in Rechtswissenschaften und einen Master-Abschluss in Kreativem Schreiben von der Universität Warwick. Sie ist zertifizierte zivile Trauerrednerin und darf nicht-religiöse Trauerfeiern abhalten.
Neben Horror-Romanen verfasste Onoh im Jahr 2017 ein Selbsthilfebuch für Ahnenkult. 2023 wurde Nuzo als erster Afrikanerin und erster schwarz-britischen Person der Bram-Stoker-Preis verliehen. Onoh spielt Gitarre und Klavier und verfügt über eine nationale berufsbezogene Qualifikation (NVQ-Abschluss) in digitaler Musikproduktion vom City College in Coventry.
Onoh hat Vorträge und Vorlesungen gehalten, unter anderem am Miskatonic Institute of Horror Studies. Sie sprach in zahlreichen Radiosendungen und Podcasts, wie zum Beispiel in der Frauenstunde von BBC Radio 4.
Sie schrieb als erste afrikanische Horror-Autorin für das Starburst Magazine, war auf der Titelseite des Paranormal Underground Magazines und wurde in das Referenzbuch 80 Black Women in Horror aufgenommen.
Die Autorin lebt in den West Midlands, Großbritannien.
Ihr Beiname ist Queen of African Horror (= Königin des afrikanischen Horrors).
Werk und Wirken Onoh ist besonders stolz darauf, dass für Afrika neben AIDS, Krieg und Hunger durch ihre Mithilfe auch Informationen zur Literatur unter dem Thema Afrikanischer Horror auffindbar sind. Obwohl sie selbst aus Angst vor Dunkelheit und Geistern mit Licht schläft und selbst keine Horrorfilme ansehen kann, schreibt sie gerne in diesem Genre, da es für sie eine Art Teufelsaustreibung darstellt. Trotz ihres Abschlusses in Literatur favorisiert sie spontanes, strukturloses Schreiben und sagt, dass ihre Charaktere ihr diktieren, was sie aufschreiben soll.
In ihrem Selbsthilfebuch zum Ahnenkult, Call Your Ancestors For Success and Happiness versucht sie, das neu erstandene Interesse junger Nigerianer in ihrer Suche nach Tradition zu unterstützen.
In ihren Büchern The Unclean, The Reluctant Dead und Dead Corpse bearbeitet Onoh das eigene Interesse am Zusammenhang zwischen Lebenden und Toten.
In ihrem Buch A Dance for the Dead profitiert sie von ihren Kenntnissen und verarbeitet ihr ethnisches Erbe der IGBO-Gemeinschaft. Sie beschreibt, wie ihr Held Schutz vor Verfolgung sucht und zum Ausgestoßenen (= OSU) wird, was von der nigerianischen Regierung seit 1956 verboten ist, aber weiter praktiziert wird.
In ihrem Buch Futility schreibt sie über die Themen Begehren, Wut, Rache und Karma, die sie in witziger Weise aufzuarbeiten versuchte, was ihr als gelungen bestätigt wurde.
In ihrem Buch The Ghosts in the Moon beschreibt sie, wie traditionelle magische Riten von Müttern auf Töchter weiter gegeben werden.
In der Geistergeschichte Sleepless bearbeitet die Autorin Aspekte des Biafra Kriegs.
Laut Onoh ist das Horror-Genre zugleich eine Chance und hat seine speziellen Problematik. Es ermöglicht starke Überzeichnungen der Realität, wird aber auch gelegentlich wortwörtlich genommen, weshalb sie gelegentlich kritisiert wird, satanisch zu sein.
Bezüglich ihres Bram-Stoker-Preises denkt sie, dass ihr der Geist ihrer toten Mutter half, die genau an dem Tag starb (sieben Jahre früher).
Neben ihrer Auszeichnung als Königin des Horrors wird die Autorin gelobt, weil sie gleichzeitig einen ernsten Unterton anschlagen kann, bei dem man über den Sinn des Lebens nachzudenken angeregt wird, wie bei Futility, aber andererseits die Lektüre auch Spaß macht und unterhaltsam ist.
Werke/Schriften (Auswahl)
Romane
The Reluctant Dead. Canaan-Star Publishing, West Midlands 2014, ISBN 978-1-90948-495-5. The Sleepless. Canaan-Star Publishing, West Midlands 2016, ISBN 978-1-90948-486-3. Dead Corpse. Canaan-Star Publishing, West Midlands 2017, ISBN 978-1-90948-487-0. The Unclean. Canaan-Star Publishing, West Midlands 2020, ISBN 978-1-90948-437-5. A Dance for the Dead. Dead Sky Publishing, Florida 2022, ISBN 978-1-63951-082-5. Where the Dead Brides Gather: Supernatural Horror. Titan Books, London, ISBN 978-1-83541-062-2. The Fake Ghost. Dead Sky Publishing, Florida 2025, ISBN 978-1-63951-207-2. Futility – Supernatural Horror. Titan Books, London 2025, ISBN 978-1-835414-286 The Turning of Sally May: Supernatural Horror. Titan Books, London, ISBN 978-1-835416-075
Selbsthilfebuch
Call Your Ancestors For Success & Happiness. 2017 (Selbstverlag)
Auszeichnungen und Ehrungen
2023: Nominierung für den Britischen Science-Fiktion-Preis 2022: Bram-Stoker-Preis für Onohs Lebenswerk, erhalten Mitte 2023 2022: Nominiert für den Noma-Preis für den besten Roman für den Titel The Abomination
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Literatur (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Horrorliteratur Kategorie:Nigerianer Kategorie:Brite Kategorie:Geboren 1962 Kategorie:Frau