Dietrich von Meißen († 12. Oktober 1215 vermutlich in Merseburg) war von 1201 bis 1203 Elekt und von 1203 bis 1215 Bischof von Merseburg.
Leben Dietrich war der uneheliche Sohn von Dietrich II., Markgraf von Lausitz, und Kunigunde, Witwe von Graf Bernhard von Plötzkau. Er war Domherr von Magdeburg und Merseburg sowie Archidiakon von Merseburg. Er wurde zum Nachfolger des 1201 verstorbenen Bischofs Eberhard von Seeburg gewählt. Er wurde erstmals in einer Urkunde vom 22. Januar 1202 als electus genannt. 1202 begab er sich nach Rom, um eine Dispens von seiner unehelichen Geburt und eine Bestätigung des Papstes zu erhalten. Die Wahl wurde jedoch von Papst Innozenz III. am 3. Mai 1203 annulliert. Nach einer Intervention von Dietrichs Vetter Konrad II., Markgraf der Ostmark, und nachdem der Magdeburger Erzbischof Ludolf von Kroppenstedt die Rechtmäßigkeit der Bischofswahl geprüft hatte, wurde dem Domkapitel die Postulation Dietrichs gestattet.
Nach dem Tod Kaiser Heinrichs VI. kam es zum Thronstreit. 1198 wurden der Staufer Philipp von Schwaben und der Welfe Otto von Braunschweig zum König gewählt. Bischof Dietrich kämpfte an der Seite von Philipp, während der Papst die welfische Partei unterstützte. Da sich Dietrich weigerte, auf die Seite Ottos zu wechseln, wurde er im Sommer 1203 vom päpstlichen Legaten Guy Paré exkommuniziert. Nachdem er dem Papst einen Gerhorsamseid geschworen hatte, wurde der Bann aufgehoben und Dietrich wurde am 19. Dezember 1204 in Hildesheim zum Bischof geweiht.
Dietrich blieb Parteigänger Philipps von Schwaben. Erst nach dessen Tod 1208 schloss er sich Otto von Braunschweig an. 1209 weilte Dietrich auf einem Hoftag in Braunschweig. Wegen Streitigkeiten um Besitzungen in der Umgebung von Leipzig wurde 1215 über die Diözesen Merseburg und Meißen das Interdikt verhängt.
Die Merseburger Bischofschronik vermerkt, dass Dietrich das Bistum angemessen verwaltet und dessen Einkünfte und Besitz erhalten habe. Dietrich starb am 12. Oktober 1215, vermutlich in Merseburg.
Literatur Monika Lücke: Dietrich von Meißen. In: Erwin Gatz (Hrsg.): Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches 1198 bis 1448. Duncker & Humblot, Berlin 2001, ISBN 3-428-10303-3, S. 428 Otto Rademacher. Die Merseburger Bischofschronik. Übersetzt und mit Anmerkungen versehen. 2. Teil (1136 bis 1341). Merseburg 1907, S. 17–18 (Digitalisat Universitätsbibliothek Düsseldorf)
Weblinks
Charles Cawley: Meissen. In Medieval Lands v5.0. (Foundation for Medieval Genealogy) abgerufen am 25. Juli 2026 (englisch).
Einzelnachweise Otto Rademacher. Die Merseburger Bischofschronik. Übersetzt und mit Anmerkungen versehen. 2. Teil (1136 bis 1341). Merseburg 1907, S. 17–18 (Digitalisat Universitätsbibliothek Düsseldorf) Hans Goetting: Das Bistum Hildesheim 3: Die Hildesheimer Bischöfe von 815 bis 1221 (1227). (= Germania Sacra N.F. 20 ). Berlin und New York 1984. S. 491–492 (Digitalisat)
Kategorie:Familienmitglied einer unebenbürtigen Linie des Hauses Wettin Kategorie:Bischof von Merseburg Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (13. Jahrhundert) Kategorie:Domherr (Magdeburg) Kategorie:Domherr (Merseburg) Kategorie:Geboren im 12. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1215 Kategorie:Mann