Lutz Hangartner (* 24. September 1943) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und -trainer sowie Fußballfunktionär. In der Saison 1981/82 trainierte er den damaligen Zweitligisten SC Freiburg. Mit dem Freiburger FC gewann er 1984 die Meisterschaft der Oberliga Baden-Württemberg. Von 2012 bis 2022 war Hangartner Präsident des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL), dessen Ehrenpräsident er anschließend wurde.

Leben und Wirken Spieler, Ausbildung und Hochschullehre Hangartners Fußballsozialisation begann beim Lahrer FV 03. Bereits sein Vater Karl Hangartner spielte dort und war von 1950 bis 1956 Vorsitzender des Vereins. In frühen Jahren war Fritz Walter das Idol von Lutz Hangartner.Kinder wurden zu Weltmeistern - "Tor! Tor! Tor! Tor!!!" Selbst Menschen, die erst nach den 50er-Jahren geboren sind, haben den Jubel des Rundfunkreporters Herbert Zimmermann im Ohr. In: Badische Zeitung vom 16. Oktober 2003, Seite 5. Nachdem er bereits in der Jugend für Lahr gespielt hatte, war er von 1961 bis 1973 für die Herrenmannschaft aktiv. Hangartner wurde überwiegend als Libero und Mittelläufer eingesetzt. In seiner ersten Saison 1961/62 stieg die Mannschaft aus der 2. Amateurliga Südbaden ab. Nachdem in der darauffolgenden Saison der direkte Wiederaufstieg durch ein Entscheidungsspiel gegen den punktgleichen SV Gengenbach verpasst wurde, war Hangartner eine Stütze der Mannschaft, die in der Saison 1963/64 die Rückkehr in die 2. Amateurliga schaffte. Der Durchmarsch in die 1. Amateurliga gelang in der Saison 1964/65 nicht, da die Mannschaft hinter dem VfR Achern den zweiten Platz belegte. In der Saison 1967/68 stieg Hangartner mit dem Lahrer FV in die drittklassige 1. Amateurliga Südbaden auf. Dort gelang 1968/69 der Klassenerhalt und der Verein hielt sich bis zu Hangartners Weggang in der Liga.Neuer Trainer: Lutz Hangartner. In: Hundert Jahre Fussball Lahrer SV, Seite 95. Angebote aus dem bezahlten Fußball lehnte er ab.

1969 nahm Hangartner an der Deutschen Sporthochschule Köln ein Studium zum Diplomsportlehrer auf. Anschließend absolvierte er im letzten Jahrgang von Hennes Weisweiler zusammen mit Otto Rehhagel, Hans Tilkowski und Sigfried Held die Ausbildung zum Fußballlehrer.Wolfram Köhli: Trainerpräsident und Streich-Ratgeber - Lutz Hangartner ist Chef des Bundes Deutscher Fußballlehrer / Ein Jahr lang trainierte er auch mal den Sportclub Freiburg: 1981/82. In: Badische Zeitung vom 20. September 2018, Seite 16. Hangartner war auch Leichtathlet und lief die 100 Meter in 11,2 Sekunden.

Nach seiner Rückkehr nach Baden wurde er Dozent für Fußball am Institut für Sport und Sportwissenschaft der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Dort lehrte er mehr als 40 Jahre. Zu den von Hangartner geförderten Trainern gehört Christian Streich, den er an der Albert-Ludwigs-Universität kennenlernte und auch als Spieler beim Freiburger FC betreute. Hangartner ermutigte ihn, selbst eine Trainerlaufbahn einzuschlagen.

Trainerlaufbahn Ab der Saison 1970/71 war Hangartner bis 1973 Spielertrainer und bis 1975 Trainer beim Lahrer FV 03. Mit 28 Jahren war er der jüngste Spielertrainer der 1. Amateurliga Südbaden. In seine Zeit als Spielertrainer fiel auch die Vize-Meisterschaft 1971/72, bei der sich Lahr nur dem FC Rastatt 04 geschlagen geben musste und die Teilnahme an der Deutschen Fußball-Amateurmeisterschaft 1972, bei der die Mannschaft gegen den späteren Sieger FSV Frankfurt im Viertelfinale ausschied. Seine nächste Trainerstation war der Offenburger FV, den Hangartner von 1975 bis 1977 betreute und dann zur Rückrunde von Anton Rudinski beerbt wurde. Im DFB-Pokal 1975/76 erreichte er die zweite Runde und schied dort gegen Eintracht Frankfurt aus. Danach war er im benachbarten Hausach beim SV Hausach von 1977 bis 1981 in der Verbandsliga tätig. Zur Saison 1981/82 übernahm Hangartner die Mannschaft des SC Freiburg in der 2. Bundesliga, die in dieser Saison erstmals eingleisig wurde. Unter seiner Leitung bestritt der Verein 38 Zweitligaspiele und zwei Spiele im DFB-Pokal. In der Liga gelangen elf Siege und zwölf Unentschieden bei 15 Niederlagen. Sein Nachfolger wurde Werner Olk. Von 1983 bis 1985 war Hangartner als Nachfolger von Hans Linsenmaier Trainer des Freiburger FC, der 1982 aus der 2. Bundesliga abgestiegen war. In der Saison 1983/84 gewann die Mannschaft die Meisterschaft der Oberliga Baden-Württemberg. In der anschließenden Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga traf der Freiburger FC auf den FC 08 Homburg, den VfR Bürstadt und den TSV 1860 München. Die Mannschaft belegte den dritten Platz und verpasste den Aufstieg. Zum Meisterkader gehörte unter anderem Christian Streich, den er zuvor aus der A-Junioren-Mannschaft in die Herrenmannschaft berief.

Später trainierte Hangartner den FC Emmendingen, mit dem er eine Meisterschaft gewann und in die Oberliga aufstieg. Danach war er als Assistent von Eckhard Krautzun und zu Beginn der Amtszeit von Volker Finke beim SC Freiburg als dessen Co-Trainer tätig.David Weigend: "Stocker meinte: So läuft das nicht!" - BZ-Interview mit Eckhard Krautzun, der vor 30 Jahren den SC Freiburg trainierte - und vom Aufstieg in die erste Liga träumte. In: Badische Zeitung vom 2. Februar 2021, Seite 11. Da der Verein nur einen kleinen Trainerstab finanzieren konnte, gab Hangartner die Position für Achim Sarstedt auf.

Studenten-Nationalmannschaft Über viele Jahre trainierte Hangartner die deutsche Studenten-Fußballnationalmannschaft. Mit der Auswahl nahm er regelmäßig an internationalen Hochschulturnieren und Universitäts-Weltmeisterschaften teil. Zu späteren Profitrainern, die Hangartner in der Studenten-Nationalmannschaft betreute, gehörten unter anderem Jürgen Klopp, Ralf Rangnick, Marcus Sorg, Michael Oenning und Hannes Wolf.

Tätigkeit als Fußballfunktionär 1996 übernahm Hangartner als Nachfolger von Heiner Ueberle den Vorsitz der baden-württembergischen Verbandsgruppe des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer. 2003 wurde er zum Vizepräsidenten des BDFL gewählt. Zugleich leitete er die Fortbildungskommission und war für die inhaltliche Gestaltung der jährlich veranstalteten Internationalen Trainer-Kongresse mitverantwortlich. Bei der BDFL-Hauptversammlung im Rahmen des Internationalen Trainer-Kongresses 2012 in Augsburg wurde Hangartner einstimmig zum achten Präsidenten des Verbandes gewählt. Er folgte auf Horst Zingraf. Im September 2017 kritisierte er nach der Entlassung von Norbert Meier beim 1. FC Kaiserslautern die hohe Anzahl der Trainerwechsel in der 2. Fußball-Bundesliga. 2020 berief das Präsidium der Deutschen Fußball Liga Hangartner als Vertreter der Trainer in die 36-köpfige Taskforce „Zukunft Profifußball“. Im Mai 2022 trat Hangartner nach zehn Jahren an der Verbandsspitze nicht erneut zur Wahl an. Zu seinem Nachfolger wurde Benno Möhlmann gewählt. Hangartner wurde zum Ehrenpräsidenten des BDFL ernannt.

Erfolge als Trainer Meister der Oberliga Baden-Württemberg 1983/84 mit dem Freiburger FC Meisterschaft der Verbandsliga Südbaden 1988/89 und Aufstieg in die Oberliga Baden-Württemberg mit dem FC Emmendingen

Ehrungen 2004: Ehrenmitglied des Lahrer FV 03Alexander Ell: Beim LFV läuft es derzeit sehr gut - Das Jubiläum war ein Erfolg, die Nachwuchsarbeit trägt Früchte und außerdem ist man schuldenfrei / Drei neue Ehrenmitglieder. In: Badische Zeitung vom 29. März 2004, Seite 3. 2008: Verdienstnadel des Deutschen Fußball-BundesAuszeichnung des DFB für Lutz Hangartner - Trainer-Multifunktionär erhält Verdienstnadel des Verbandes. In: Badische Zeitung vom 6. August 2008, Seite 20. 2021: Ehrenmitglied des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbands 2022: Ehrenpräsident des Bund Deutscher Fußball-Lehrer

Weblinks Lutz Hangartner im Datencenter des Deutschen Fußball-Bundes Lutz Hangartner in der Trainerdatenbank des Kicker

Einzelnachweise

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