Sapucai ist einer der Bezirke im Departement Paraguarí in Paraguay. Der Ort liegt etwa 92 Kilometer entfernt von Asunción. Das Dorf ist über eine durchgehend asphaltierte, 24 Kilometer lange Straße zu erreichen, die in Paraguarí beginnt. Die Stadt wurde von 1887 bis 1894 erbaut.Railway Complex and English Village of Sapucai

Geographie Der Distrikt umfasst eine Fläche von 326 km² und wird unter anderem von den Bächen Arroyo Caañabé, Arroyo Paso Itá, Arroyo Naranjay, Arroyo Mbopikuá, Arroyo Toro und Arroyo Y'hakã durchflossen. Das Distrikt grenzt im Norden an Distrikt Escobar und das Departamento Cordillera, im Süden an das Distikt Acahay, im Osten an das Distrikt General Bernardino Caballero und im Westen an die Distrikte Escobar und Paraguarí.

Wirtschaft Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig. Zu den bedeutenden Anbaukulturen zählen unter anderem Luzerne, Baumwolle, Maniok und Zuckerrohr. Ebenso hat die Imkerei ist in der Region eine gewisse Bedeutung. Im Bereich der Viehhaltung werden Rinder, Pferde und Schafe gezüchtet.

Kultur Die größte Attraktion von Sapucai ist seine Landschaft. Inmitten einer weiten, grünen Senke gelegen, ist der Ort von allen Seiten von prächtigen Hügeln umgeben. Alte Häuser im typischen Kolonialstil, weitläufige, von belaubten Bäumen beschattete Innenhöfe, Gärten und Straßen prägen das Dorf.

Die an einem Hang gelegene Kirche bietet einen Blick über den gesamten Horizont. Vom Gipfel eines dieser Hügel führt ein markanter Kopfsteinpflasterweg hinab. Der lokalen Überlieferung zufolge wurde er von einer Gruppe Bolivianern, die Gefangene aus dem Chacokrieg waren angelegt. Obwohl der Weg auch heute noch häufig genutzt wird, sind von den ursprünglich 2000 Metern nur noch etwa 500 Meter erhalten, da inzwischen andere Straßen zur Verbindung der verschiedenen Ortsteile angelegt wurden.

In der Stadt Sapucái ist ein Besuch des alten Bahnhofs eine besondere Attraktion. Dort, auf einem weitläufigen Gelände, befinden sich die Depots der Eisenbahnlinie Carlos Antonio López, die letzte Ruhestätte für die überwiegende Mehrheit jener Lokomotiven und Triebwagen, die über ein Jahrhundert lang die paraguayische Landschaft durchquerten. Das Areal inspirierte den Schriftsteller Augusto Roa Bastos in seinem Roman Menschensohn in einem Kapitel. 2018 wurde Die Bahnstecke und die Stadt zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt.

Das informelle Museum, zu dem sich das Bahndepot inzwischen gewandelt hat, fügt sich nahtlos in die von Augusto Roa Bastos erdachte Geschichte und Legende ein.Museo Histórico del ferrocarriel de Sapucai

Infrastruktur Die Hauptzufahrtsstraße ist die Route PY01. Von Paraguarí muss man über eine Nebenstraße nach Sapucai weiter fahren. Bis zum Jahr 2005 bot das Historische Eisenbahnmuseum von Sapucai touristische Fahrten mit einer restaurierten Lokomotive und einem Triebwagen an. Taller y museo de tren, sitio ideal para conocer la historia

Naturhistorie Sowohl Charles Chubb als auch Harry Church Oberholser beschrieben in ihren Publikationen über die Vogelwelt Paraguays viele Arten die von William Thomas Foster (1867–1915) dort gesammelt wurden. Richard Bowdler Sharpe benannte 1905 die Guiratangare (Hemithraupis guira fosteri) nach Foster, der das Typusexemplar am 31. März 1904 in Sapucai gesammelt hatte.Richard Bowdler Sharpe (1904), S. 96. Oberholser beschrieb 1901 beispielsweise die Ultramarinbischof-Unterart (Cyanoloxia brissonii sterea) aus SapucaiHarry Church Oberholser (1901), S. 188. oder 1902 den Perlenmantel-Ameisenwürger (Hypoedaleus guttatus)Harry Church Oberholser (1902), S. 131 als dort verbreitet. Chubb nannte den Zimttinamu (Tinamus solitarius)Charles Chubb (1910), S. 55, Scharlachkopfpapagei (Pionopsitta pileata)Charles Chubb (1910), S. 264, den Schwarzscheitel-Blattspäher (Philydor atricapillus)Charles Chubb (1910), S. 530 und Veilchenorganist (Euphonia violacea)Charles Chubb (1910), S. 622, aber auch viele andere Arten als in Sapucai verbreitet. Alfred Laubmann nennt den Ort in seinem zweibändigen Werk Die Vögel von Paraguay immer die alternative Schreibweise Sapucay. Ebenso stammt das Typusexemplar der Foster-Punaré (Thrichomys fosteri , 1903)Oldfield Thomas (1903), S. 227–228 aus Sapucai. Sowohl Lawrence Bruner als auch Andrew Nelson Caudell publizierten über Feldheuschrecken, die Foster in dem Gebiet gesammelt hatte.Lawrence Bruner (1906), S. 613–694Andrew Nelson Caudell (1906), S. 235–244

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Paraguay Kategorie:Departamento Paraguarí