Bożęcin (, mit Klein Gottswalde) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Stadt-und-Land-Gemeinde Morąg im Powiat Ostródzki.

Geographische Lage Bożęcin liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, acht Kilometer südlich der Stadt Morąg bzw. 17 Kilometer nördlich der Kreisstadt Ostróda.

Geschichte 1349 ist das Gründungsjahr von Gotiswalde – vor 1526 Gotteswalde, nach 1785 Groß Gottswalde, einem Dorf mit Gut und kleinen Gehöften sowie einem großen Gutspark mit Teich.Dietrich Lange: Groß Gottswalde, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005)

Das Gut Gotteswalde gehörte im 16. und 17. Jahrhundert der Familie von Sack, ab 1678 der Familie Kitzki.Informationszentrum Ostpreußen: Bożęcin – Groß Gottswalde Im Jahre 1785 wurde Gotteswalde als Ort mit 20 Feuerstellen genannt.Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Groß Gottswalde

1834 kaufte Adolf Edler von Graeve den Besitz, der um die Wende zum 20. Jahrhundert etwa 920 Hektar umfasste. Die Familie baute das Gutshaus mit seinem barocken Walmdach 1845 zu einem spätklassizistischen Gebäude in schlichter Schönheit um. Unter dem von vier Säulen getragenen Balkon befanden sich Rundbogenfenster und eine Tür. Die Familie von Graeve blieb bis 1945.

Am 30. Juli 1874 wurde Groß Gottswalde Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im ostpreußischen Kreis Mohrungen innerhalb des Regierungsbezirks Königsberg.Rolf Jehke: Amtsbezirk Gottswalde Zugehörig waren sowohl der Gutsbezirk Groß Gottswalde als auch die Landgemeinde Groß Gottswalde. Beide Kommunalbezirke zusammen zählten im Jahre 1885 27 Feuerstellen bei 355 Einwohnern.

Zum Gutsbezirk Groß Gottswalde gehörten damals bereits die etwa 50 Einwohner des wenige hundert Meter westlich gelegenen Vorwerks Klein Gottswalde.Meyers Gazetteer: Groß Gottswalde Vor 1820 hatte es Hütte geheißen, dann auch Klein Gotteswalde.Dietrich Lange: Klein Gotteswalde, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005)

Im Rahmen von Strukturreformen wurde am 30. September 1928 der Gutsbezirk Groß Gottswalde mit Klein Gottswalde in die Landgemeinde Groß Gottswalde eingegliedert. Die Einwohnerzahl der auf diese Weise neu formierten Gemeinde belief sich 1933 auf 406 und 1939 auf 337.Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Mohrungen

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam das gesamte südliche Ostpreußen 1945 zu Polen. In diesem Zusammenhang wurde das Dorf zunächst in Gocwałki Morąg- z dziejów miasta i powiatu”, Pojezierze, Olsztyn 1973, S.: 171., hier nach polnischer Wikipedia , 1946 in Bożęcin umbenannt. Den bisherigen Gutsbezirk Groß Gottswalde unterschied man in den ersten Nachkriegsjahren noch mit der Namensform „Zameczek“. Doch galt der Ort bald als in Bożęcin aufgegangen. Das bisherige Klein Gottswalde verlor unter der Namensform „Huta“ sehr bald an Bedeutung und ist untergegangen.

Das frühere Gutshaus steht noch heute in Bożęcin. Den Dachbereich hat man zu Wohnungen ausgebaut. Heutiger Besitzer (Stand: 2001) ist die Staatliche Agentur für Landwirtschaftliche Immobilien. Auch der Landschaftspark mit seinen alten Bäumen ist erhalten geblieben. Ebenso der Friedhof der Familie von Graeve.

Religion Bis 1945 waren Dorf und Gut Groß Gottswalde sowie Klein Gottswalde in den Sprengel Sonnenborn der Vereinigten evangelischen Kirchengemeinden Sonnenborn-Venedien im Superintendenturbezirk Mohrungen im gleichnamigen Kirchenkreis eingegliedert und gehörten somit zur Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 466 In Groß Gottswalde unterhielt die Kirche ein Gemeindehaus. Die drei genannten Orte gehörten außerdem zur römisch-katholischen Mohrunger Pfarrei St. Joseph im damaligen Bistum Ermland.

Heute gehört Boźęcin zur evangelischen Kirchengemeinde in Morąg, einer Filialgemeinde von Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen. Katholischerseits ist das Dorf nach Słonecznik im Dekanat Morąg des Bistums Elbląg eingepfarrt. Parafia Słonecznik (polnisch)

Verkehr Bożęcin liegt an einer Nebenstraße, die bei Bramka von der Woiwodschaftsstraße 527 (frühere Reichsstraße 133) abzweigt und über Słonecznik bis nach Miłomłyn an die Schnellstraße S 7 (= Europastraße 77) führt. Eine vom Nachbarort Lubin kommende Straße endet in Bożęcin.

Über eine Bahnanbindung verfügt Bożęcin nicht. Von 1909 bis 1992 war Sonnenborn resp. Słobecznik die nächste Bahnstation. Sie lag an der Bahnstrecke Osterode–Liebemühl–Mohrungen–Liebstadt–Wormditt, die heute nicht mehr existiert.

Persönlichkeiten Adolf von Graeve (1797–1859), deutscher Grundbesitzer und Politiker, verstarb am 27. Dezember 1859 in Groß Gottswalde Otto Edler von Graeve (* 22. Juli 1872 auf Groß Gottswalde), deutscher Wünschelrutenforscher († 1948)

Weblinks Bildarchiv Ostpreußen: Slideshow Groß Gottswalde

Einzelnachweise

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