Nadja Nevolovitsch (* 1984 in Leningrad (seit 1991 Sankt Petersburg)) ist eine deutsch-russische Violinistin auf dem Gebiet der klassischen Musik.
Leben und Wirken Nevolovitsch wuchs in einer musikalischen Familie auf und ist die Tochter des Pianisten und Komponisten Arnold Nevolovitsch. Ihren ersten Geigenunterricht erhielt sie mit sechs Jahren und ein Jahr später wurde sie bereits an einer Spezialschule für hochbegabte Kinder zugelassen. Nachdem die gesamte Familie 1997 in die Bundesrepublik Deutschland ausgewandert war und in Lübeck eine neue Heimat gefunden hatte, wurde Nevolovitsch in die Klasse von Zakhar Bron an der Musikhochschule Lübeck aufgenommen. Später studierte sie bei Igor Oistrach und Thomas Brandis am Königlichen Konservatorium in Brüssel und belegte Meisterkurse unter anderem bei Ivry Gitlis und Maxim Vengerow. Im Jahr 2008 schloss sie ihr Studium mit dem Master ab.
Anschließend wurde Nevolovitsch in den Jahren 2008/2009 von Oistrach als Assistentin und Gastprofessorin am Brüsseler Konservatorium übernommen. Von 2017 bis 2023 stand sie als Konzertmeisterin bei den Brüsseler Philharmonikern unter Vertrag. Zwischenzeitlich erhielt sie im Jahr 2021 einen Ruf an die Hochschule für Musik und Tanz Köln, wo sie seitdem in deren Aachener Abteilung als Professorin eine Meisterklasse für Violine leitet sowie zusätzlich Meisterkurse anbietet.
Nevolovitsch absolvierte bereits mit elf Jahren ihren ersten öffentlichen Konzertauftritt und konzertierte später als Solistin mit renommierten Orchestern wie beispielsweise dem Litauischen Nationalen Symphonieorchester, den Brüsseler Philharmonikern, der Norddeutschen Philharmonie Rostock, der Philharmonie Baden-Baden. Darüber hinaus nahm sie zahlreiche Einladungen zu Gastauftritten als Konzertmeisterin an, unter anderem beim Orchestre de La Monnaie in Brüssel, beim Antwerp Symphony Orchestra und beim Het Ballet Orkest Amsterdam. Dabei arbeitete sie mit bekannten Dirigenten zusammen wie beispielsweise Shlomo Mintz, Dirk Vermeulen, Ronald Zollman, Andrej Petrenko, Ivo Venkov, Evan Christ und vielen anderen.
Als Solistin gewann Nevolovitsch mehrere Preise, darunter im Jahr 2000 den Spezialpreis beim Internationalen Henryk-Wieniawski-Violinwettbewerb, 2001 den 1. Preis beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert, 2005 den ersten Preis beim europäischen Wettbewerb für junge Solisten in Luxemburg und im gleichen Jahr den zweiten Preis beim Internationalen Festival Sion-Valais in der Schweiz.
Auch auf dem Gebiet der Kammermusik ist Nevolovitsch äußerst engagiert und spielt in verschiedenen Ensembles, darunter Klaviertrios und Streichquartetten sowie in früheren Jahren zusammen im Duo mit ihrer Schwester, der Pianistin Marianna Nevolovitsch. Als Kammermusikerin gewann sie als Erste Geigerin des Streichquartetts der Menuhin Academy bei dem Chamonix Vallée Classics Festival sowohl den ersten Preis als auch den Publikumspreis.
Nevolovitsch war von 2003 bis 2015 Stipendiatin der Deutschen Stiftung Musikleben. Seit 2011 spielt sie eine Geige aus dem Jahr 1731, die Camillo Camilli aus Mantua zugeschrieben wird.
Diskographie (Auswahl) 2010: Ulvi Cemal Erkin: Klavierquintette; Nora Bosch, Klavier, Nadja Nevolovitsch und Timothée Coppey, Violinen, Jairo Iván Londoño, Bratsche, Domitille Coppey, Cello; Label AK Muzik 2012: Encounters; Nadja Nevolovitsch (Violine), Peter Van de Velde (Orgel), Liebfrauenkathedrale Antwerpen; Label Aeolus 2015: It takes two: Tangos for violin & Organ; Nadja Nevolovitsch (Violine), Peter Van de Velde (Orgel); Label Animato Music Productions 2015: Bach At Antwerp Cathedral; Nadja Nevolovitsch (Violine), Peter Van de Velde (Orgel), Our Lady’s Cathedral, Antwerp; Label Unda Maris
Weblinks Nadja Nevolovitsch, Porträt auf den Seiten der HfMT, Köln Nadja Nevolovitsch, Vita auf aeolus-music.com Nadja Nevolovitsch, Vita auf musicalta.com (engl.)
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