Nathanaël (Nat) Grobbelaar (* 27. Juli 1928 in Port Elizabeth, Südafrika; † 4. Januar 2015) war ein südafrikanischer Botaniker.
Leben Grobbelaar besuchte die Pearson High School und erhielt als bester Absolvent seines Jahrgangs ein Stipendium. Er begann sein Studium an der Rhodes-Universität, wo er einen Bachelor of Science (B.Sc.) in Botanik und Chemie mit der Note cum laude abschloss. Anschließend setzte er sein Studium an der Universität Pretoria mit einem Stipendium des Council for Scientific and Industrial Research (CSIR) fort und erwarb dort 1952 ebenfalls cum laude den Master of Science (M.Sc.) in Pflanzenbiochemie. Danach erhielt er ein Rockefeller-Stipendium für ein Studium an der Cornell University in Ithaca, New York, wo er innerhalb von 18 Monaten unter der Betreuung von Frederick Campion Steward promovierte. Es folgte ein sechsmonatiges Postdoktorandenstipendium am California Institute of Technology (Caltech) unter der Leitung von Frits Warmolt Went sowie ein weiterer Forschungsaufenthalt am King’s College London.
Nach seiner Rückkehr nach Südafrika im Jahr 1955 nahm Grobbelaar eine Stelle in der Abteilung für Pflanzenphysiologie und Biochemie (später Abteilung für Botanik) der Universität Pretoria an. Dort blieb er 35 Jahre tätig und hatte von 1959 bis 1985 den Bertha-Stoneman-Lehrstuhl inne.
Grobbelaars anfängliches Forschungsinteresse galt der Biosynthese von Aminosäuren, darunter der Pipecolinsäure (Piperidin-2-carbonsäure), einem wichtigen physiologischen Regulator. Daraus entwickelten sich Forschungsprojekte über die Stickstoffassimilation bei Cyanobakterien und anderen Organismen sowie allgemeinere Untersuchungen zur Stoffwechselregulation in Pflanzen. Diese Arbeiten führten zu zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen und brachten ihm internationale Anerkennung ein. Sein Interesse an der Stickstofffixierung und der Physiologie pflanzlicher Toxine veranlasste das Schweickerdt-Herbarium der Universität Pretoria zum Aufbau einer Spezialsammlung von Hülsenfrüchtlern (Fabaceae), von denen viele während zahlreicher Exkursionen von Grobbelaar selbst gesammelt wurden.
Später entwickelte Grobbelaar eine Leidenschaft für das Verständnis sämtlicher Aspekte der Biologie der Palmfarne. Unter seiner Leitung entstand im Pretoria National Botanical Garden eine vielfältige Sammlung einheimischer südafrikanischer Palmfarne, die für kommende Studentengenerationen eine bedeutende Forschungsgrundlage bildete.
Während seiner akademischen Laufbahn veröffentlichte Grobbelaar als Autor oder Mitautor mehr als 185 Beiträge in wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Zeitschriften, von denen sich viele mit Palmfarnen befassten. Er prägte mehrere morphologische Fachbegriffe, um zwischen befruchteten und unbefruchteten Samenanlagen sowie dem inneren Samenkern beziehungsweise dem im Gartenbau als „gereinigter Samen“ bezeichneten Teil zu unterscheiden. Obwohl diese Unterscheidungen wissenschaftlich sinnvoll waren, fanden die Begriffe unter Palmfarnforschern keine allgemeine Verbreitung.
Grobbelaar nahm zudem an mehreren Internationalen Konferenzen zur Biologie der Palmfarne teil und hielt Vorträge über Themen wie die vegetative Vermehrung von Palmfarnen mittels abgetrennter Blätter sowie das Zapfenbildungsverhalten von Encephalartos transvenosus. Gemeinsam mit Cynthia Giddy und Roy Osborne war er zudem an der Organisation und Planung der dritten Internationalen Palmfarnkonferenz beteiligt, die 1993 in Pretoria stattfand und als eine der erfolgreichsten dieser Veranstaltungsreihen gilt.
Grobbelaars Standardwerk zur Palmfarnfachliterar ist Cycads – with special reference to the southern African species. Das Buch erschien zunächst auf Afrikaans, aufgrund seines unmittelbaren Erfolgs wurde es 2002 ins Englische übersetzt.
Grobbelaar gehörte zu den Gründungsmitgliedern der South African Association of Botanists und war der erste Herausgeber des South African Journal of Botany. Für seine Verdienste wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft auf Lebenszeit sowie die Goldmedaille der Gesellschaft verliehen. Er war Präsident der Biological Society of South Africa und erhielt sowohl deren Junior- als auch Senior-Captain-Scott-Medaille. Zudem war er Mitglied der South African Academy of Arts and Sciences, die ihn mit dem Havenga-Preis für Biologie auszeichnete. Neun Jahre lang gehörte er dem Exekutivrat der International Union of Biological Sciences (IUBS), einer UNESCO-Organisation, an. Darüber hinaus war er Mitglied der American Association for the Advancement of Science, der Association pour l’étude taxonomique de la flore d’Afrique tropicale (AETFAT), der American Society of Plant Physiologists sowie der Botanical Society of America.
Von 1990 bis 1993 war Grobbelaar Präsident der Cycad Society of South Africa, die ihn anschließend zum Ehrenmitglied auf Lebenszeit ernannte.
Nathanaël Grobbelaar starb am 4. Januar 2015. Mit seiner Ehefrau Hanneke hatte er drei Söhne, eine Tochter und acht Enkelkinder.
Literatur
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