mini|Blick auf Vorizia Vorizia ist ein Dorf in der Ortsgemeinschaft Vorizia innerhalb der Gemeinde Festos auf der griechischen Insel Kreta. Das Dorf hat etwa 500 Einwohner und liegt etwa 540 m über dem Meeresspiegel.
Geschichte Das Dorf wurde während des Zweiten Weltkriegs komplett zerstört. Man versuchte, in der Nähe von Vrontisaki eine neue Siedlung für die Bewohner von Vorizia zu bauen. Dies stieß jedoch auf Widerstand der anderen Dörfer in der Nähe und so entschieden sich die Bewohner, ihr Dorf am ursprünglichen Ort wieder aufzubauen.
Das Dorf war immer wieder in den Schlagzeilen, weil es dort zu Fällen von Blutrache kam. Am 27. August 1955 feierte das Dorf ein Fest für den Schutzheiligen Agios Fanourios. Der Cafébesitzer warf dem Förster vor, nicht gegrüßt zu haben oder schlecht über das Café geredet zu haben. Daraufhin erstach der Cafébesitzer den Förster. Es folgte eine Blutrache, weil Angehörige der Familien zu den Waffen griffen, um ihre Ehre zu verteidigen. Dabei kamen sechs Menschen ums Leben und 14 wurden verletzt. Erst das griechische Militär konnte die Lage im Dorf beruhigen. Nach der Tragödie gab es keine öffentlichen Feste mehr. Das Gerichtsverfahren wurde in Athen durchgeführt. In Zeitungen außerhalb von Kreta wurde das Ereignis schnell als Vendetta bezeichnet und als Stereotyp eines unseligen Brauchs angeführt. Dem gegenüber wurden in der Lokalpresse das schwere Verbrechen und die Unterschiede in Bezug auf die Mentalität und die sozialen Gepflogenheiten betont. Der Professor für Sozialanthropologie Aristeidis Tsantiropoulos besuchte zwischen 2009 und 2019 das Dorf mehrere Male und veröffentlichte eine ethnographische Studie.
Am 1. November 2025 kam es zu einem weiteren Fall von Blutrache, als ein Streit um Land beziehungsweise Immobilien zwischen zwei Familien ausbrach. Die eine Familie hatte das Land des Hauses beansprucht und sah es als Verletzung ihrer Ehre an, dass die andere Familie auf diesem Land ein Haus baute. Ein Mitglied einer der Familien zündete eine Bombe vor einem Haus, das gerade gebaut wurde. Niemand wurde bei der Explosion verletzt. Daraufhin wurde mit automatischen Waffen aufeinander geschossen. Ein 39-jähriger Mann und Vater von sechs Kindern und eine 56-jährige Frau starben bei diesem Konflikt. Die Polizei riegelte das Dorf ab. Es kamen Spezialeinheiten der Polizei aus Athen in das Dorf. Die Krankenhäuser, in denen die Verletzten behandelt wurden, wurden unter Polizeischutz gestellt.
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