Sphenia rueppellii ist eine Muschelart aus der Familie der Klaffmuscheln (Myidae) in der Ordnung der Myida. Das Verbreitungsgebiet der Art ist das Arabische Meer und das Rote Meer bis in den Golf von Suez und in den Suez-Kanal hinein.
Merkmale Das vergleichsweise kleine Gehäuse ist meist annähernd gleichklappig, deutlich ungleichseitig und gelegentlich auch etwas deformiert (und damit ungleichklappig). Die Wirbel sitzen deutlich vor der Mittellinie bezogen auf die Gehäuselänge. Es ist im Umriss länglich, annähernd elliptisch bis rechteckig, allerdings auch sehr variabel. Der vordere, gerade Dorsalrand fällt moderat gegen den Vorderrand ab, der mit einer leichten Änderung des Winkels zum Dorsalrand, flach gerundet ist. Der Ventralrand ist sehr flach gerundet bis fast gerade. Der hintere Dorsalrand ist annähernd gerade und fällt etwas flacher zum abgestutzten Hinterrand ab. Aufgrund der genannten Variabilität kann das Gehäuse auch höher als lang oder auch sehr länglich werden. Es erreicht eine Adultgröße von etwa 10 mm. Die Gehäuse klaffen geringfügig für den Byssus. Das Schloss hat keine Zähne. Das Ligament liegt intern auf einem Chondrophor, der aus der linken Klappe vorspringt. In der rechten Klappe befindet sich eine Eintiefung mit dem Resilifer, in die das Chondrophor passt. Die Mantelbucht ist sehr tief.
Die Schale ist festschalig. Die Außenseite ist weiß mit einem braunen Periostrakum. Die Ornamentierung besteht aus deutlichen Anwachsstreifen. Der Innenrand der Klappen ist glatt.
Unterschiede Sphenia binghami Turton, 1822 unterscheidet sich von Sphenia rueppellii durch das Hinterende, das stark ausgezogen (rostrat) ist.
Geographische Verbreitung und Lebensraum Das Verbreitungsgebiet der Art erstreckt sich vom Arabischen Meer und dem Golf von Aden durch das Rote Meer bis zum Golf von Suez und in den Suez-Kanal hinein. Bisher wurde nur ein Einzelfund der Art im Mittelmeer publiziert, vor der Küste von Netanja (Israel). Sehr wahrscheinlich hat sich die Art bisher nicht im Mittelmeer etabliert.
Sphenia rueppellii siedelt sich versteckt in Felsspalten und zwischen Algen an, wo sich die Tiere mit einem schwach ausgebildeten Byssus verankern. Die Form des Gehäuses kann daher in Anpassung an die engen Räume sehr variabel sein.
Taxonomie Die Art wurde von Arthur Adams 1851 als Sphaenia Rüppellii erstmals publiziert. Der Gattungsname Sphaenia ist eine Falschschreibung für Sphenia W. Turton, 1822. Der Artname ist in der latinisierten Form rueppellii verfügbar. MolluscaBase listet zwei Synonyme: Cuspidaria adenensis Jousseaume, 1888 und Tyleria vesti Jickeli, 1882. Sphenia rueppellii A. Adams, 1851 als gültige Art betrachtet.
Literatur
Peter Graham Oliver, Kevin Thomas (Bilder): Bivalved seashells of the Red Sea. 330 S., Hemmen u. a., Wiesbaden 1992, ISBN 3-925919-08-2, S. 187–188. Argyro Zenetos, Serge Gofas, Giovanni Russo, José Templado: CIESM Atlas of Exotic Species in the Mediterranean. Vol.3 Mollusca. CIESM (Frédéric Briand, Hrsg.), Monaco, 2003, ISBN 92-990003-3-6 (hier S. 298/299, Text online).
Einzelnachweise Arthur Adams: Monograph of Sphaenia, a genus of lamellibranchiate Mollusca. Proceedings of the Zoological Society of London, 18: 86-89, 1851 Biodiversity Heritage Library, hier S. 89, nicht abgebildet A. Barash, Z. Danin: Further additions to the knowledge of Indo-Pacific mollusca in the Mediterranean Sea. In: Spixiana. 9(2): 117-141, 1986 Biodiversity Heritage Library. Georgi Polychronis (Georges Polychronis) Moazzo: Mollusques testacés marins du Canal de Suez. Mémoires de l’Institut d’Egypte, 38, 1939, S. 106 (). MolluscaBase: Sphenia rueppellii A. Adams, 1851
Weblinks
Kategorie:Klaffmuscheln Kategorie:Myidae