mini|Die Aloe 'Cynthia Giddy' wurde nach Cynthia Giddy benannt. Cynthia Giddy (geborene Theron; * 20. September 1933 in Cradock, Ostkap; † 16. Juni 1998 bei Bathurst, Ostkap) war eine südafrikanische Hortikulturistin und Naturschützerin, die sich vornehmlich der Zucht und Erhaltung von Palmfarnen widmete.
Leben Cynthia Giddy war die Tochter von Christian und Johanna Theron. Ihr Vater war Journalist, ihre Mutter Lehrerin. Sie war die älteste von drei Töchtern und einer adoptierten Schwester. Sie besuchte die Rocklands Junior School in Cradock und die Jan van Riebeeck High in Kapstadt und schloss anschließend ein Honours-Studium in Sozialanthropologie und Psychologie an der Rhodes-Universität in Grahamstown ab, das sie Ende 1955 beendete.
Im Dezember 1956 heiratete sie Edward Noel (Ted) Giddy, nachdem sie ihr Studium abgeschlossen hatten und als beide in ihren frühen Zwanzigern waren. Sie verbrachten Zeit in Port Elizabeth, gingen kurzzeitig nach Übersee nach London und kehrten dann nach Barkly East und Maclear im Ostkap zurück, bevor sie in das Natal-Midlands-Gebiet umzogen. Cynthia Giddy unterrichtete Afrikaans, während ihr Ehemann in die Abteilung für Entomologie der damaligen Universität von Natal in Pietermaritzburg eintrat.
Cynthia Giddy erlangte Bekanntheit in ihrer Umlaas Road Gärtnerei bei Camperdown, etwa 20 km von Pietermaritzburg in KwaZulu-Natal entfernt, die sie und ihr Ehemann bis 1996 betrieben. Später wurde die Gärtnerei als „The Cycad Centre“ von Danie Nel und Avis Meresman übernommen. Giddys Gärtnerei war aufgrund der Palmfarnzüchtungen national und international sehr gefragt.
Cynthia Giddy demonstrierte häufig Techniken der künstlichen Bestäubung von Palmfarnen, die sie von Bruce Bursey, einem Palmfarnzüchter aus dem Ostkap, erlernt hatte. Es wird angenommen, dass sie als erste Person eine Kultur von Hybriden aus Encephalartos natalensis und Encephalartos woodii erzeugte.
Neben ihren gartenbaulichen Tätigkeiten setzte sich Giddy engagiert für den Schutz der Palmfarne ein und trat dabei gegenüber südafrikanischen Naturschutzbehörden auf nationaler und provinzieller Ebene häufig auch kontrovers auf. Sie arbeitete mit dem Natal Parks Board bei der Umsetzung von Schutzgesetzen für Palmfarne zusammen und unterstützte die Ausbildung von Mitarbeitern. Darüber hinaus trat sie regelmäßig als Sachverständige in Gerichtsverfahren gegen den illegalen Handel mit Palmfarnen auf und verbreitete ihre Vorstellungen zum Palmfarnschutz durch Beiträge in Zeitungen und Fachzeitschriften sowie durch Auftritte im Fernsehen.
Giddys Motto „Erhaltung durch Kultivierung“ fand teilweise Anerkennung, stieß jedoch auch auf Kritik von Fachleuten, die den Schutz natürlicher Lebensräume gegenüber der Erhaltung einzelner Arten durch Kultivierung als vorrangig betrachteten.
Giddy diente im CITES-Komitee für gefährdete Pflanzen und vertrat die Cycad Specialist Group der IUCN bei Treffen in Malawi (1991), Thailand (1992) und Mexiko (1994), und sie war Vorsitzende der Cycad Specialist Group für das Triennium 1994–1996.
1974 und 1984 erschien Giddys erfolgreiches Buch Cycads of South Africa, das reichlich mit Fotografien illustriert und mit Strichzeichnungen von Barbara Jeppe ergänzt war.
Giddy war eine prominente Teilnehmerin an den ersten drei Internationalen Konferenzen zur Palmfarn-Biologie, auf denen sie jeweils eloquent über Fragen des Palmfarn-Schutzes sprach.
Sie teilte sich mit Nat Grobbelaar und Roy Osborne die planerische und administrative Verantwortung für die dritte Konferenz 1993 in Pretoria, eine der erfolgreichsten all dieser Veranstaltungen.
Neben ihren Aktivitäten in der IUCN Cycad Specialist Group und dem CITES-Komitee für gefährdete Pflanzen war sie eine sehr produktive Sprecherin, die die Sache des Palmfarn-Schutzes in populärwissenschaftlichen Medien durch zahlreiche Artikel und Leitartikel über viele Jahre hinweg vorantrieb.
Neben ihren Arbeiten mit Palmfarnen beschäftigte sich Cynthia Giddy auch intensiv mit der Züchtung und Hybridisierung von Aloen. Eine ihrer erfolgreichen Züchtungen war die Aloe „Rooikappie“. Die verwandte Pflanze, die unter der Bezeichnung Gasteria croucheri „Cynthia Giddy“ (≡ Aloe croucheri) verkauft wurde, stammte jedoch wahrscheinlich ursprünglich aus einer Wildaufsammlung und war keine von Giddy geschaffene Züchtung. Erst wesentlich später wurde eine Aloe-Hybride zu ihren Ehren als Aloe „Cynthia Giddy“ benannt, um ihre gartenbaulichen Leistungen zu würdigen. Diese Pflanze wurde in der Rancho Soledad Nursery in Kalifornien kultiviert und wird vermutlich als Hybride aus Aloe lateritia × Aloe cameronii angesehen.
Darüber hinaus gehörte Giddy zu den ersten Personen, die die seltene gelbblühende Form von Clivia miniata var. citrina erfolgreich vermehrten. Ihre Züchtungen wurden unter den Handelsnamen „Natal Yellow“ und „Cynthia’s Best“ angeboten.
Ein weiteres gärtnerisches Interessengebiet Giddys war ihre Sammlung von Orchideen der Gattung Epidendrum.
1998 wurden Ted und Cynthia Giddy bei einem Zusammenstoß mit einem Lastwagen in der Nähe von Bathurst im Ostkap tödlich verletzt und verstarben am 15. Mai beziehungsweise am 16. Juni des Jahres. Das Paar hatte vier Töchter.
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