Das Kloster Gundelsbach war ein Pauliner-Eremiten-Kloster in Gundelsbach, einem Ortsteil der Großen Kreisstadt Weinstadt im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis. Das kleine Kloster entstand im 14. Jahrhundert. Es wurde während des Deutschen Bauernkriegs zerstört und wiederaufgebaut. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgehoben; letzte Reste im 20. Jahrhundert abgebrochen. Es gehörte zur Diözese Konstanz.

Lage und Geschichte Das Kloster befand sich westlich des Weilers Gundelsbach, zu dessen Entstehung das Kloster maßgeblich beigetragen hat.

Pauliner-Eremiten ließen sich im 14. Jahrhundert in der Gegend nieder. Am 22. Februar 1359 schenkte der Schultheiß, Richter und Bürger von Waiblingen dem bruder Claus und dem bruder Johannes sant augustins sanct Pauls bruder des ersten ainsiedlers ein 2 Morgen großes Grundstück im Wald Gundelspach. Den beiden Mönchen wurde erlaubt, in dem bis dahin unbewohnten Wald ein Bruderhaus und eine Kapelle zu errichten.

In der Folgezeit scheint sich das kleine Kloster gut entwickelt zu haben. Die Eremiten genossen beim Aufbau ihrer Gemeinschaft die Unterstützung des Adels. 1370 erhielten die Mönche durch den Grafen Heinrich II. von Sponheim-Bolanden die Kapelle St. Jakob und weitere Grundstücke auf den Donnersberg. Gemäß einer Urkunde von 1371 verpflichteten sich Prior Paul von Gundelsbach und seine Ordensbrüder, den Grafen Heinrich und seine Nachkommenschaft als Schirmherrn anzuerkennen. Auf dem Donnersberg entstand in der Folge das Kloster St. Jakob als Tochtergründung und wurde wahrscheinlich zuerst von Eremiten aus Gundelsbach bevölkert.

Am 25. Mai 1461 vermachte Graf Ulrich V. von Württemberg dem Kloster zu Gundelsbach die Marienkaplanei zu Kleinheppach. Im 15. Jahrhundert besaß das Kloster Grundeigentum in rund einem Dutzend Orten in der Umgebung. Allerdings handelte es sich um Streubesitz, also um nicht zusammenhängende Gebiete.

Im 16. Jahrhundert geriet die Gemeinschaft von Gundelsbach in eine tiefe Krise. 1504 mussten die Reliquien von Gundelsbach an das Kloster Lorch abgegeben werden. 1525 wurde das Kloster im Bauernkrieg von Aufständischen zerstört, jedoch scheinen die Bauern das Leben der Mönche geschont zu haben. Bereits kurze Zeit später begannen die Pauliner-Eremiten mit dem Wiederaufbau ihres Klosters. In einer Abschrift eines undatierten Briefs bitten die Pauliner die Obrigkeit um Bauholz, da ihr Kloster im bauern krieg zerrissen sei. Zuletzt lag das jährlichen Einkommen des Klosters nur noch bei 53 Gulden. Anscheinend war das Grundeigentum des Klosters nicht mehr groß genug oder die Zahl der Mönche war zu gering, um den Besitz gewinnbringend zu bewirtschaften.

Mit der Einführung der Reformation unter Herzog Ulrich 1535 wurde ganz Altwürttemberg evangelisch-lutherisch. Die Reformatoren hatten das Mönchstum verworfen und die Pauliner konnten nun nicht mehr mit der Unterstützung durch den Adel rechnen. 1537 wurden die Güter des Klosters Gundelsbach von der Obrigkeit eingezogen. Am 20. April 1559 wurden die Güter des ehemaligen Klosters der Stadt Waiblingen für die Unterhaltung ihres Siechenhauses überlassen.

1613 genehmigte der Herzog von Württemberg den Antrag auf Errichtung eines Waldschützenhauses in Gundelsbach, in das anscheinend Überreste der Kapelle (ein gotischer Torbogen) einbezogen wurden. Dieses Haus wurde 1936 abgebrochen.

Literatur

Otto Freiherr Grote: Lexicon Deutscher Stifter, Klöster und Ordenshäuser. Verlag A. W. Zickfeldt, Osterwieck 1881, S. 198. Adolf Schahl: Die Kunstdenkmäler des Rems-Murr-Kreises. Band 2. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1983, ISBN 3-422-00560-9, S. 1359.

Einzelnachweise

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