Die Offenburger Rheinebene (auch: Straßburg-Offenburger Rheinebene) ist die naturräumliche Haupteinheit Nr. 210 in der Großlandschaft Mittleres Oberrheintiefland im Südwestdeutschen Stufenland gemäß der Systematik des Handbuchs der naturräumlichen Gliederung Deutschlands.

Lage

Der Naturraum umfasst die rechtsrheinische Rheinniederung zwischen dem Kaiserstuhl und Baden-Baden. Im Süden wird der Naturraum durch den Kaiserstuhl (Nr. 203) begrenzt. Im Osten bilden die Vorbergszonen des Schwarzwaldes (Lahr-Emmendinger Vorberge, Nr. 211 und Ortenau-Bühler Vorberge, Nr. 212) die Naturraumgrenze. Nach Norden grenzen die Hardtebenen (Nr. 223) und die Nördliche Oberrhein-Niederung (Nr. 222) an. Die westliche Grenze bildet der Rhein bzw. die auf französischer Seite anschließende Elsässische Rheinebene (Plaine d'Alsace).

Ortschaften im Naturraum Folgende Städte und Ortschaften (von Norden nach Süden) liegen mit ihrem Ortszentrum oder größeren Flächenanteilen im Naturraum (unvollständige Aufzählung):

Beschreibung Die Offenburger Rheinebene liegt auf einer Höhe zwischen rund und . Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 84 km, an der breitesten Stelle liegen rund 20 km zwischen Rhein und Vorbergzone.

Der Naturraum umfasst im Wesentlichen die von der Flussdynamik des Oberrheins geschaffene Talsohle des Oberrheintals, die durch Auensedimente bestimmt sind. Sie wird durch die Unterläufe der Schwarzwaldflüsse Elz, Schutter, Kinzig, Rench sowie zahlreiche weitere Fließgewässer, Kanäle und Gräben sowie Baggerseen durchzogen. In der Nähe des heutigen, begradigten Rheinverlaufs sind zahlreiche Altarme vorhanden.

Der Naturraum ist relativ dicht besiedelt und mit zahlreichen Verkehrswegen durchzogen. Die bedeutendsten Verkehrsachsen sind die Bundesautobahn 5, die Bahnstrecke Mannheim–Basel samt der Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel sowie der Oberrhein selbst als bedeutende Wasserstraße.

Die Offenburger Rheinebene wird überwiegend intensiv ackerbaulich genutzt, größere Waldbestände gibt es insbesondere in den Rheinauen. Eine weitere bedeutende Landnutzung stellt der Kiesabbau dar.

Naturräumliche Gliederung Der Naturraum Grindenschwarzwald und Enzhöhen gliedert sich wie folgt: 210 (Straßburg-)Offenburger Rheinebene 210.0 Rheinaue 210.00 Freistetter Rheinaue 210.01 Marlener Rheinaue 210.02 Ottenheimer Waldaue 210.03 Weisweiler Wald- und Mooraue 210.1 Lichtenauer Dünenfeld 210.2 Rheinbischofsheimer Platten 210.3 Renchen-Bühler Niederung 210.30 Renchen-Acher Niederung 210.31 Bühler Niederung 210.4 Kinzig-Schutter-Niederung 210.40 Kinzig-Niederung 210.41 Schutter-Niederung 210.5 Offenburger Waldplatte (Schutterwald) 210.6 Schutter-Elz-Niederterrasse 210.60 Ottenheimer Platte 210.61 Meißenheimer Altrhein 210.62 Mahlberg-Kippenheimweiler Platte 210.7 Elzniederung (Kenzinger Niederung) 210.8 Forchheimer Niederterrassenplatte 210.9 Wyhler Niederung

Schutzgebiete Die größten Naturschutzgebiete im Naturraum sind die Taubergießen und die Rheinniederung Wyhl-Weisweil, die Elzwiesen und die Unterwassermatten. Insgesamt gibt es im Naturraum 20 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von rund 54 km².

10 FFH-Gebiete mit einer Flächengröße von insgesamt rund 190 km² und 15 Vogelschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von rund 255 km² zeigen die hohe naturschutzfachliche Bedeutung des Naturraums trotz der dichten Besiedlung und der intensiven Landnutzung. Der Effektive Schutzgebietsanteil liegt laut BfN bei 25,05 %.

Große Teile des Naturraums gehören auch zum deutsch-französischen Ramsar-Gebiet Oberrhein/Rhin supérieur und sind damit ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung.

Einzelnachweise

Fläche nach Layer „Naturräumliche Gliederung“ im Daten- und Kartendienst der LUBW

Weblinks

Karte des Naturraums im Daten- und Kartendienst der LUBW Landschaftssteckbrief Offenburger Rheinebene beim Bundesamt für Naturschutz

Kategorie:Region in Baden-Württemberg Kategorie:Landschaft in Baden-Württemberg Kategorie:Oberrhein