Hermann Franz Arthur August Theodor Dahlmann (* 19. November 1892 in Wanfried; † 21. Januar 1978 in Rimsting) war ein deutscher Offizier, zuletzt Generalleutnant der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.

Leben Dahlmann trat im April 1913 als Fahnenjunker in den Dienst des 2. Kurhessischen Infanterie-Regiments Nr. 82 ein. Im Oktober 1913 wurde er zum Zugführer befördert. Von November 1913 bis August 1914 wurde er zur Kriegsschule Anklam abkommandiert und verließ diese als Leutnant. Von Oktober 1914, nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs, bis Juli 1915 war er zur Festungs-Maschinengewehr-Abteilung auf Borkum und zur Festungs-MG-Abteilung des XI. Armeekorps in Kassel abkommandiert. Anschließend war er von Juli bis August 1915 kurzzeitig zur Fliegerersatzabteilung 3 in Gotha kommandiert. Daraufhin absolvierte er von August bis September 1915 einen Beobachterkurs bei der Fliegerersatzabteilung 7 in Köln und von September 1915 bis Mai 1916 eine Flugzeugführerausbildung bei der Fliegerersatzabteilung 3 in Gotha. Von Juni 1916 bis Oktober 1917 war er Flugzeugführer bei der Feldfliegerabteilung 63, der Fliegerabteilung A 252 und der Jagdstaffel 29. Anschließend war er von November 1917 bis Januar 1918 Kompanieführer als Oberleutnant bei der Fliegerersatzabteilung in Bromberg. Daraufhin folgten Verwendungen von Februar bis Mai 1918 als Führer der Fliegerschule bei der Fliegerersatzabteilung in Graudenz und von Mai 1918 bis Juli 1919 als Adjutant von Bruno Loerzer beim Jagdgeschwader 3, der Fliegerersatzabteilung 3 und des Fliegerhorsts Gotha. Im Laufe des Ersten Weltkriegs gelangen ihm sieben Abschüsse feindlicher Militärflugzeuge, sodass er als Fliegerass galt. Er lernte damals auch Hermann Göring kennen.

Da Deutschland durch den Versailler Vertrag der Wiederaufbau von Luftstreitkräften verboten wurde, schied Dahlmann im Juli 1919 aus dem militärischen Dienst aus. Er trat stattdessen in den preußischen Polizeidienst ein. Bei der Sicherheitspolizei Berlin hatte er daraufhin bis 1927 verschiedene Positionen inne; er war Führer der 1. Hundertschaft Berlin Unter den Linden, Vorsteher des Polizeireviers 156 Berlin-Wilmersdorf und zuletzt Leiter der Luftpolizei Berlin und 1. Kommandant des Flughafens Berlin-Tempelhof.

Im April 1927 wurde Dahlmann zum Regierungsrat ernannt und als Referent in die Luftfahrtabteilung unter Ernst Brandenburg im Reichsverkehrsministerium berufen. Diese Position hatte er ab Februar 1933 auch im Reichsluftfahrtministerium unter Hermann Göring inne. Im März 1933 wurde er zum Oberregierungsrat ernannt. Von Mai 1933 bis Juli 1939 war Dahlmann Abteilungschef der Abteilung Luftaufsicht im Allgemeinen Amt des Reichsluftfahrtministeriums unter Amtsleiter Willy Fisch. Er war zum 1. Mai 1933 der NSDAP beigetreten (Mitgliedsnummer 2.580.026)Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/5701094 und wurde im Juli 1934 zum Ministerialrat ernannt. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs war er von November 1939 bis März 1941 Kommandeur der Flugzeugführerschule Danzig und Fliegerhorstkommandant in Danzig. Anschließend war er kurzzeitig von März bis Juni 1941 Offizier zur besonderen Verwendung des Reichsluftfahrtministeriums und des Luftgaukommandos I Königsberg. Daraufhin wurde er zum Luftgaukommando XI Hamburg abkommandiert, wo er zunächst von Juni bis August 1941 Stabsoffizier, von August bis Oktober 1941 Stellvertretender Kommandant und Kommandant des Flughafenbereichs Hamburg und von Oktober 1941 bis Mai 1942 Kommandant des Flughafenbereichs Lüneburg war. Im Dezember 1941 wurde er zum Generalmajor ernannt. Von Mai bis Juli 1942 war er Offizier zur besonderen Verfügung des Reichsluftfahrtministeriums bzw. des Oberkommandos der Luftwaffe in Berlin. Anschließend war er von Juli 1942 bis November 1943 General zur besonderen Verfügung beim Flugbetriebsstoff-Sparkommissar Erhard Milch. Im Dezember 1943 wurde er zum Generalleutnant und zum General der Fliegerbodenorganisation, des Flugbetriebs und der Flugsicherheit der Luftwaffe im Reichsluftfahrtministerium ernannt. Diese Position hatte er bis zum Kriegsende im Mai 1945 inne, als er in Kriegsgefangenschaft geriet.

Im August 1947 wurde Dahlmann aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. In seinem Spruchkammerverfahren wurde er 1949 als „entlastet“ eingestuft. Von 1949 bis 1959 lebte er im Ruhestand in Schleswig. 1959 zog er nach Prien am Chiemsee, wo er bis zu seinem Tod 1978 lebte.

Literatur Dermot Bradley (Hrsg.), Karl-Friedrich Hildebrand: Die Generale der deutschen Luftwaffe 1935–1945. Band 1, Biblio Verlag. Osnabrück 1991. Norman Franks, Frank W. Bailey, Russell Guest: Above the lines. The aces and fighter units of the German Air Service, Naval Air Service and Flanders Marine Corps, 1914–1918. Grub Street, London 1993, ISBN 0-948817-73-9.

Weblinks Hermann Dahlmann auf der Website des Projekts Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien

Einzelnachweise

Kategorie:Ministerialrat (NS-Staat) Kategorie:Generalleutnant (Luftwaffe der Wehrmacht) Kategorie:Jagdpilot im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Regierungsrat (Deutsches Reich) Kategorie:Polizist (Deutsches Reich) Kategorie:Ministerialbeamter (Weimarer Republik) Kategorie:Beamter (Preußen) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1892 Kategorie:Gestorben 1978 Kategorie:Mann