Hans Pitschmann (* 9. Februar 1922 in Kreith; † 6. August 1997 in Ischia) war ein österreichischer Botaniker und Spezialist für Bodenalgen. Er war Professor an der Universität Innsbruck und Leiter des Botanischen Gartens. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „“.
Leben
Hans Pitschmann wuchs als Sohn eines Schuhmachers in ärmlichen Verhältnissen in der Nähe von Innsbruck auf. Er besuchte das Humanistische Gymnasium in Innsbruck und wurde 1941 in die Wehrmacht eingezogen, wo er bis Kriegsende als Zugbegleiter einer Transportkompanie in Italien diente. Nach dem Krieg studierte er Biologie an der Universität Innsbruck und war ab 1947 als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Botanik tätig. 1950 promovierte er mit der limnologischen Arbeit Beiträge zur Biologie alpiner Kleingewässer. Auf Anraten seines Lehrers Helmut Gams spezialisierte er sich auf die zu jener Zeit noch wenig erforschten Bodenalgen. Die Methoden dafür erlernte er bei Wilhelm Vischer in Basel. 1963 habilitierte er sich in Innsbruck und wurde 1966 zum Professor für Systematische Botanik und Geobotanik und Nachfolger von Helmut Gams berufen und leitete bis 1978 das gleichnamige Institut sowie den Botanischen Garten und den Alpengarten der Universität Innsbruck am Patscherkofel. 1990 erfolgte seine Emeritierung.
Ab 1970 war seine zweite Heimat die Mittelmeerinsel Ischia, wo Hans Pitschmann 1997 auch verstarb.
Wirken
Sein Forschungsinteresse galt den Gelbgrünen Algen (Xanthophyceae). Für seine Untersuchungen sammelte er Bodenproben in seiner Tiroler Heimat, aber auch in Ischia, im Himalaya, Kanada, Algerien, Grönland und anderen Weltgegenden. Seine Studien führten zur Neubeschreibung zahlreicher Arten der der Gattung Heterococcus. Auf ihn geht auch eine umfassende Algenkultursammlung zurück, die 1974 um Materialien aus der Sammlung von Wilhelm Vischer ergänzt wurde und noch heute an der Universität Innsbruck gepflegt wird. Mehrere Algen tragen heute den Artnamen pitschmannii.
Neben den Bodenalgen erforschte er auch die Vegetation des Tiroler Hochgebirges und hier insbesondere jene der Ötztaler Alpen, wo auch die Alpine Forschungsstelle Obergurgl der Universität Innsbruck liegt. Anfang der 1950er-Jahre wirkte er an der Erstellung einer umfassenden Vegetationskarte von Tirol mit. Auch der Mittelmeerflora widmete Pitschmann sich seit Ende der 1950er-Jahre. Er war Mitgründer der Ostalpin-Dinarischen Gesellschaft für Vegetationskunde.
Von 1969 bis 1974 war er Sachwalter für Naturschutz im Hauptausschuss des Österreichischen Alpenvereins.
Schriften (Auswahl)
Einzelnachweise
Kategorie:Botaniker (20. Jahrhundert) Kategorie:Phykologe Kategorie:Geobotaniker Kategorie:Hochschullehrer (Universität Innsbruck) Kategorie:Absolvent der Universität Innsbruck Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1922 Kategorie:Gestorben 1997 Kategorie:Mann