mini|hochkant|Oswald Soukop (2011) Oswald Soukop (* 11. November 1941 in Annaberg im Erzgebirge als Hermann Oswald Soukop) ist ein ehemaliger österreichischer Diplomat. Er war von 2000 bis 2005 außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Republik Österreich in Malaysia sowie mitakkreditierter Botschafter in Brunei.
Leben und Ausbildung
Oswald Soukop entstammt väterlicherseits einer Wiener Beamtenfamilie; sein Vater Hermann Soukop war als Finanzbeamter tätig. Seine Mutter Elisabeth (geb. Schmidt) stammte aus einer Unternehmerfamilie, die in Annaberg in der Posamentenindustrie aktiv war. Soukop ist ein Urenkel des deutschen evangelisch-lutherischen Theologen und Autors Ernst Oswald Schmidt.
Nach der Übersiedlung der Familie nach Wien im Jahr 1945 legte er 1959 die Matura am Bundesrealgymnasium Schopenhauerstraße ab. Parallel absolvierte er eine Ausbildung in Klavier und Musiktheorie an einer Musikschule der Stadt Wien. Er studierte Rechtswissenschaften und Sprachen an den Universitäten Wien und Bordeaux und schloss die Studien als Dr. iur., mit dem Diplôme Supérieur d’Etudes françaises sowie als akademisch geprüfter Übersetzer ab. Es folgten postgraduale Studien an der Diplomatischen Akademie Wien und am Institute of World Affairs in Salisbury (Connecticut, USA).
Oswald Soukop ist Vater zweier Töchter.
Diplomatischer Dienst
Nach dem Präsenzdienst beim österreichischen Bundesheer trat Soukop 1969 in den auswärtigen Dienst der Republik Österreich ein. Zunächst war er in der Presse- und Informationsabteilung des Außenministeriums tätig und wurde 1970 als Botschaftssekretär an die Österreichische Botschaft in Brüssel entsandt. Nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der Volksrepublik China gehörte er ab 1972 dem Pionierstab an, der an der neu errichteten Österreichischen Botschaft in Peking die Beziehungen von Grund auf entwickelte. In dieser Zeit fungierte er zeitweise auch als Geschäftsträger (Chargé d’affaires ad interim).
1976 wurde er als Botschaftsrat stellvertretender Missionschef an der Österreichischen Botschaft in Bangkok und war 1979 Mitglied der österreichischen Delegation bei der 5. Welthandelskonferenz (UNCTAD) in Manila. Nach seiner Rückkehr ins Außenministerium in Wien im Jahr 1980 übernahm er die stellvertretende und interimistische Leitung der Abteilung für bilaterale Kulturangelegenheiten.
1983 wechselte er als Gesandter-Botschaftsrat und stellvertretender Missionschef an die Österreichische Botschaft in Tel Aviv. Während der Gorbatschow-Ära (1985–1991) wirkte Soukop als Kultur- und Wissenschaftsattaché im Rang eines Gesandten an der Österreichischen Botschaft in Moskau. In dieser Funktion leitete er die österreichische Delegation bei den ersten Verhandlungen mit einer sowjetischen Delegation über das gemeinsame Weltraumprojekt „Austromir“.
Ab 1991 war er im Außenministerium stellvertretender Leiter der Abteilung für konsularischen Rechtsschutz und Zivil- und Strafrechtsangelegenheiten. Ab 1995 leitete er die Abteilung für Vermögens- und Sozialangelegenheiten und übernahm ab 1997 die Leitung des Bürgerservice als zentrale Auskunftsstelle, für die Unterstützung von im Ausland in Not geratenen Österreichern sowie für Staatsbürgerschafts- und Beglaubigungsangelegenheiten.
Im Jahr 2000 wurde Soukop zum außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter der Republik Österreich in Kuala Lumpur ernannt. Er war bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2005 für Malaysia und Brunei zuständig.
Auszeichnungen 1982: Großoffizierskreuz des Königlich-Thailändischen Ordens des Weißen Elefanten 2006: Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
Einzelnachweise
Kategorie:Diplomat (Republik Österreich) Kategorie:Träger des Großen Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich Kategorie:Person (Wien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1941 Kategorie:Mann