Die Anti Financial Crime Alliance (AFCA) ist eine deutsche öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP), die eine koordinierte und dauerhafte strategische Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in Deutschland zum Ziel hat. Neben dem Board, das sich aus Vertretern verschiedener Behörden sowie nach dem Geldwäschegesetz Verpflichteter aus dem Privatsektor paritätisch zusammensetzt, besteht die AFCA aus regelmäßig tagenden sowie zeitlich und thematisch eingegrenzten Arbeitsgruppen und dem Expertenstab.

Bedeutung Die zentrale Bedeutung der AFCA liegt in der Intensivierung der strategischen Zusammenarbeit zwischen staatlichen Behörden und dem Privatsektor, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung effektiver zu verhindern und zu bekämpfen. Die Arbeiten der AFCA sollen insoweit die in Deutschland geldwäscherechtlich Verpflichteten für Risiken im Zusammenhang mit Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sensibilisieren.

Mit Blick auf die Prävention, Aufdeckung und Ahndung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung kommt dem Zusammenwirken von Financial Intelligence Unit (FIU), den Aufsichts- und Strafverfolgungsbehörden sowie Institutionen und Unternehmen des Finanz- und des Nichtfinanzsektors eine entscheidende Rolle zu.

Im letzten Mutual Evaluation Report „Germany’s measures to combat money laundering and terrorist financing“ der Financial Action Task Force (FATF) vom August 2022 wurde auch die Arbeit innerhalb der AFCA bewertet. Dort heißt es, dass sich die Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor in Deutschland gut entwickle, insbesondere dank der AFCA, die ein erfolgreiches Format für diese Zusammenarbeit biete. Obwohl es sich um eine neue Form der Zusammenarbeit handelt (die AFCA wurde 2019 gegründet), haben sich die Arbeiten der AFCA in Form der Erstellung von Arbeitsergebnissen zu identifizierten Risiken im Bereich der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung als wirksam erwiesen.

Historie Die Bedeutung von PPPen im Bereich der Verhinderung und Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung wurde von internationalen Organisationen, insbesondere von der Financial Action Task Force (FATF) seit 2012 in Diskussionen und Berichten betont, wobei darauf hingewiesen wurde, dass solche Partnerschaften entscheidend sind, um die Integrität des internationalen Finanzsystems zu wahren, und die Bekämpfung von Finanzkriminalität effektiver ist, wenn staatliche Stellen und der Privatsektor Informationen austauschen. PPPen bieten danach die Möglichkeit, das enorme, oft ungenutzte Expertenwissen und die Finanzdaten der privaten Akteure zu nutzen, um neue Formen und Modi Operandi der Finanzkriminalität frühzeitig zu erkennen und effektive Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Im Laufe der Jahre wurden über 30 spezifische Arbeitsergebnisse entwickelt, die den Austausch strategischer und zunehmend auch operativer Informationen unter Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben ermöglichen sollen.

Gründung und Entwicklung Die Empfehlung der FATF, diese Leitlinien national durch die Gründung von PPPen umzusetzen, führte in Deutschland am 24. September 2019 zur Gründung der AFCA als strategische PPP durch die Financial Intelligence Unit Deutschland (FIU), die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und das Bundeskriminalamt (BKA) sowie Vertretern großer deutscher Banken. Absicht war dabei, eine dauerhafte strategische Zusammenarbeit im Bereich der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu etablieren. Zunächst wurden dabei zwei Arbeitsgruppen („Grundsätze der Zusammenarbeit“ sowie „Risiken und Trends im Finanzsektor“) aufgesetzt.

Nach dem ersten Teil einer auf drei Jahre festgesetzten Pilotphase, in die die bestehenden Erkenntnisse und Erfahrungen aus Einzelfall erprobten Zusammenarbeitsformen von Behörden und Verpflichteten sowie die auf beiden Seiten bestehenden Überlegungen zu ihrer Fortentwicklung einflossen, zogen die damaligen Mitglieder der AFCA am 11. November 2020 eine positive Bilanz. Dies führte dazu, dass am 11. November 2020 die AFCA um drei zusätzliche Arbeitsgruppen („Geldwäsche im Immobiliensektor“, „Steuerdelikte“ sowie „Glücksspiel“) erweitert wurde. In diesem Zusammenhang gelang es der AFCA auch, Verpflichtete und Aufsichtsbehörden des Nichtfinanzsektors als Mitglieder zu gewinnen.

Am Ende ihrer Pilotphase konnte die AFCA im Jahr 2022 mit 22 erstellten Arbeitsergebnissen zu aktuellen Themenstellungen eine erfolgreiche Bilanz vorweisen. Auf dieser Grundlage beschloss das Lenkungsgremium („Board“) der AFCA am 15. September 2022 die dauerhafte Fortsetzung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit.

In ihrem Länderbericht 2022 über Deutschland wurde die Rolle der AFCA durch die FATF positiv herausgestellt („Germany’s new public-private partnership, the Anti-Financial Crime Alliance (AFCA), is a positive step and should be developed further“).

Die Teilnahme an der AFCA steht grundsätzlich allen in Deutschland geldwäscherechtlich Verpflichteten und zuständigen Behörden offen. Jedes Jahr bewerben sich viele von ihnen, aber auch Nicht-Verpflichtete als Mitglied der AFCA. Die Anzahl der Mitglieder der AFCA ist infolgedessen seit ihrem Beginn (17 Mitglieder) stetig angewachsen (Stand Juli 2026: 63 Mitglieder).

Jedes Jahr veranstaltet die AFCA an wechselnden Standorten eine Tagung für ihre Mitglieder („AFCA Forum“), in der neben eigenen Mitgliedern auch externe nationale und internationale Experten Vorträge zu aktuellen Themen im Zusammenhang mit der Verhinderung und Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung halten.

Organisation Die AFCA setzt sich zusammen aus vier unterschiedlichen Arbeitsgremien. Die Parität in der Gremienarbeit ist dabei ein wichtiger Grundsatz der Zusammenarbeit.

AFCA Board

Das AFCA Board wird durch sechs Mitglieder (3 Mitglieder des öffentlichen und 3 Mitglieder des privaten Sektors) vertreten und tagt viermal jährlich. Die Leitung des Boards obliegt der FIU.

AFCA Management Office

Das AFCA Management Office ist i. d. R. besetzt durch Vertreter der Boardmitglieder und wird geleitet durch die FIU. Die Kommunikation, die Ergebnisse der AFCA sowie die Zusammenarbeit innerhalb der AFCA werden durch das Management Office koordiniert.

Expertenstab

Dem Board der AFCA steht ein Expertenstab beratend zur Seite, der die Expertise des Finanz- und des justiziellen Bereichs sowie die Kompetenzen aus Forschung und Wissenschaft bündelt und kontinuierlich sicherstellt.

Arbeits-/Projektgruppen

Die Mitglieder arbeiten in derzeit fünf Arbeits- und einer Projektgruppe zusammen. Stand Dezember 2025 sind dies AG1 Grundsätze der Zusammenarbeit, AG2 Risiken und Trends des Finanzsektors, AG3 Geldwäsche im Immobilienbereich, AG4 Steuerdelikte, AG5 Glücksspiel und dem Projekt Umweltkriminalität.

Einzelnachweise

Kategorie:Gegründet 2019 Kategorie:Schattenwirtschaft Kategorie:Finanzkriminalität