Knitting Factory (Piano/Quartet) 1994, Vol. 1 ist ein Musikalbum von Anthony Braxton. Die 1994 im Veranstaltungsort Knitting Factory in New York City entstandenen Aufnahmen erschienen 1995 als Doppel-CD auf Leo Records.

Hintergrund Braxton gab Ende 1994 sein Debüt als Pianist in einer kleinen Besetzung bei einem einwöchigen Engagement in der Knitting Factory. Diese umfangreiche Doppel-CD dokumentiert dieses Ereignis. Die Band besteht aus New Yorker Musikern Marty Ehrlich an Saxophon und Klarinette, Joe Fonda am Bass und Pheeroan akLaff am Schlagzeug. Das Repertoire umfasst auch einige weniger bekannte Standards von Komponisten wie Dave Brubeck, Charles Mingus, Lennie Tristano, Thelonious Monk, Billy Strayhorn/Duke Ellington (Star-Crossed Lovers) sowie Wayne Shorter.

Weitere Mitschnitte dieser Konzerte erschienen 2000 auf Knitting Factory (Piano/Quartet) 1994, Vol. 2.

Titelliste Anthony Braxton: Knitting Factory (Piano/Quartet) 1994, Vol. 1 (Leo Records – CD LR 222/223)

CD 1 Wow (Lennie Tristano) 18:53 Darn That Dream (Eddie DeLange, Jimmy Van Heusen) 13:10 In Your Own Sweet Way (Dave Brubeck) 14:46 Self Portrait in Three Colours (Charles Mingus) 16:24 Off Minor (Thelonious Monk) 12:05

CD 2 Epistrophy (Kenny Clarke, Thelonious Monk) 21:27 The Song Is You (Jerome Kern, Oscar Hammerstein II) 12:48 The Star-Crossed Lovers (Billy Strayhorn, Duke Ellington) 11:30 Goodbye Pork Pie Hat (Charles Mingus) 16:05 Virgo (Wayne Shorter) 13:48

Rezeption Nach Ansicht von Chris Kelsey, der dem Album in Allmusic vier Sterne verlieh, ähnelt Braxtons Klavierstil stark seinem Spiel auf den Altsaxophon, und seine Rhythmen seien nicht einmal Unterteilungen des Taktes. Braxton würde den Puls wie einen Rahmen behandeln, an dem er die Rhythmen aufhänge, wenn ihm danach sei, wobei er genauso gut danebenliegen oder ihn völlig ignorieren könne; den Harmonien begegne er mit ähnlicher schüchterner Zurückhaltung. Seine Technik sei die eines genialen Autodidakten; er könne definitiv [Klavier] spielen, auf seine eigene Art, aber seine Herangehensweise an die Musik sei fast zu persönlich. Es gebe hier wenig, was mit Tradition zu tun habe, und diese Jazzrichtung [gemeint ist das Jazzpiano] sei untrennbar mit der Tradition verbunden. Dieses Album sei auf seine Weise interessant, aber es wäre besser, Braxton seine eigenen Kompositionen in seinem eigenen Idiom spielen zu hören als die Stücke anderer in einen fremden, selbst wenn er dies mit einem so farbenfrohen und differenzierten Dialekt tue.

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Einzelnachweise

Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 1995 Kategorie:Livealbum Kategorie:Anthony-Braxton-Album