mini|Herrenhaus (2014) Das Rittergut Langlingen, Kirchstraße 10, in der niedersächsischen Gemeinde Langlingen im Landkreis Celle stammt aus dem 14. bis 19. Jahrhundert, mit dem Herrenhaus von 1725. Aktuell (2026) wird es zum Wohnen und landwirtschaftlich genutzt, steht aber nicht für Besichtigungen offen.

Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Langlingen).Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen

Geschichte und Beschreibung 1226 wurde die Familie von Langlingen in einem Lehnsregister des Edelherren Luthard von Meinersen gelistet; hier werden die Anfänge des Lehnsitzes vermutet. 1257 löste sich die Kirchengemeinde Langlingen von der Mutterkirche Wienhausen und wurde selbständig. Im Lüneburger Lehnsregister der Herzöge Otto und Wilhelm im 14. und 15. Jahrhundert sind die Besitzursprünge der Edelfreien von Meinersen für das Gut enthalten.

Im 14. bis 15. Jahrhundert geht der Hofbesitz an die Familie von Spörcken über und wurde zu einem Adelssitz. Ab 1566 taucht das Gut in der Rittermatrikel auf. Vom 16. bis zum 19. Jahrhundert befand sich der Lehnssitz bei der Familie von Spörcken, die im engen Verhältnis zum herzoglichen Hof stand. Die Gutsherren übten hohe landständische Ämter aus, u. a. als Direktoren der Lüneburger Landschaft.

Unter dem braunschweigisch-lüneburgischen Geheimen Rat Ernst Wilhelm von Spörcken (1665–1726) gelang es der Familie in den Reichsherrenstand erhoben zu werden. Seiner sozialen Stellung entsprechend ließ er das alte Gutsherrenhaus abbrechen und das heutige schlossähnliche Herrenhaus errichten. Die Lehnsfolge der von Spörcken erlischt 1827, als sie den Sitz aufgrund finanzieller Schwierigkeiten an den Postverwalter Anton Ludwig Wilhelm Mylius verkauften. 1850/1851 wurde das Gut allodifiziert (Eigengut). Das Rittergut befindet sich bis heute im Eigentum der Familie Mylius und wird durch den Anbau von Zuckerrüben, Raps, Weizen und Roggen sowie die Putenmast bewirtschaftet.

Matthäus Merian der Jüngere veröffentlichte in einem Stich den Langling Adelicher Sitz in der „Topographia Germaniae und die eigentliche Beschreibung der Herzogtümer Braunschweig und Lüneburg“, 1654/1658, welcher das frühere eingeschossige Gutshaus mit Satteldach, die Nebengebäuden und die Kirche zeigt.

Das Rittergut besteht heute aus dem zweigeschossigen, elfachsigen, traufständigen, barocken Herrenhaus von 1725 als Dreiflügelanlage in geschlämmtem Fachwerk mit Krüppelwalmdach bzw. Mansarddach mit Türmchen im rechten Flügel, mit einem mittigen Haupttrakt mit Garten- und Festsaal sowie Wirtschafts- und Gesinderäumen in den Seitenflügeln. Die rekonstruierte Fassade imitiert einen Steinbau, das Gebälk wurde mit Profilhölzern verblendet; im Inneren bauzeitliche Stuckaturen und Ausstattung, u. a. mit Delfter Kachelofen. Die Zufahrt war ursprünglich von Gebäuden begrenzt, nur das westliche Gebäude ist erhalten geblieben,Christiane Segers-Glocke, Baudenkmale in Niedersachsen Landkreis Celle, Band 18.2, Verlag CW Niemeyer, ISBN 3-87585-254-0, S. 169Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen dem eingeschossigen Brennereigebäude, dem nördlichen landschaftlichen Gutspark, östlich und nördlich begrenzt durch den Franzosengraben, in Teilen waldartig, mit Steingrotte und altem Baumbestand und nördlicher Steinbrücke über verlandetem Wassergraben,Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen der Allee, dem (Alt-)Deich von 1750 bis 1780, der Toranlage von 1725 in Form von zwei gequaderten Sandsteinpfeilern mit Prellsteinen und Obelisken-Aufsätzen,Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen sowie weiteren nicht denkmalgeschützten Anlagen.

Das niedersächsische Landesdenkmalamt befand u. a.: „… Als ein barockes Herrenhaus mit bauzeitlicher Ausgestaltung besitzt es künstlerische Qualitätswerte.“

Einzelnachweise

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