The Boy Behind the Door ist ein US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 2020, gemeinsam geschrieben und inszeniert von David Charbonier und Justin Powell, mit Lonnie Chavis und Ezra Dewey in den Hauptrollen. Der Film handelt von zwei Jungen, die versuchen, aus einem Haus zu entkommen, das als Umschlagplatz für Pädokriminelle dient.

Handlung In South Dakota werden die besten Freunde Kevin und Bobby auf ihrem Heimweg durch den Wald entführt. Die beiden Jungen wachen im Kofferraum eines Autos auf. Kevin wird ins Haus gebracht, während Bobby im Kofferraum eingesperrt bleibt. Bobby gelingt die Flucht, entscheidet sich jedoch gegen das Weglaufen, als er Kevins Hilfeschreie hört. Er schleicht sich in das Haus und entdeckt, dass Kevin auf dem Dachboden angekettet ist. Kurz darauf erscheint ein unheimlicher Mann, übergibt der Entführerin ein Bündel Geld und erhält im Gegenzug eine Uhr, deren Countdown noch eine Stunde anzeigt. Als der Mann Kevin aufsucht, wird er durch ein Geräusch abgelenkt, das Bobby versehentlich verursacht. Schließlich entdeckt er Bobby und verfolgt ihn bis in die Küche, wo Bobby ihn versehentlich ersticht. Bobby findet im Mantel des Mannes einen Schlüsselbund, doch keiner der Schlüssel öffnet die Tür, hinter der Kevin gefangen ist. Sein Plan, mit dem Auto des Mannes Hilfe zu holen, scheitert.

Bobby entdeckt eine Truhe voller blutverschmierter Jungenkleidung sowie ein Wählscheibentelefon. Er kann die Polizei verständigen, muss das Gespräch jedoch abbrechen, als die Entführerin zurückkehrt, bevor die Beamten seinen Standort orten können. Während die Entführerin nach Kevin sieht und sich duscht, beseitigt Bobby die Leiche des Mannes aus der Küche. Dabei entdeckt er einen Tresor mit Bargeld, einem weiteren Schlüssel und Nacktfotos anderer Jungen. Auch dieser Schlüssel passt nicht. Bobby versucht, das Schloss mit einem Messer zu knacken, verletzt sich dabei an der Hand und hinterlässt einen Blutfleck an der Tür. Die Entführerin entdeckt die Blutspur und erkennt, dass Bobby noch im Haus ist. Bobby versteckt sich im Badezimmer. Die Entführerin schlägt sich mit einer Axt den Weg durch die Tür, doch Bobby verletzt ihre Hand mit einer Nagelfeile. Die Polizei trifft ein, und die Entführerin öffnet die Tür. Sie behauptet, allein zu sein, doch ein Polizeibeamter verlangt ihren Ausweis. Als sie nicht zurückkehrt, betritt er das Haus und findet Bobby.

Bevor er reagieren kann, wird er von der Entführerin mit einer Axt getötet. Bobby versteckt sich erneut, während die Entführerin die Dienstwaffe des Beamten an sich nimmt. Anschließend entdeckt sie die Leiche des Mannes und verfolgt Bobby bis in den Keller. Sie bietet ihrem Käufer an, Kevin gegen Bobby auszutauschen. Bobby nutzt die Gelegenheit, greift sie an, fesselt sie mit Handschellen an ein Rohr und nimmt ihr die Schlüssel ab. Dabei wird er ins Bein geschossen, kann sich jedoch nach oben schleppen. Mit dem Schlüssel aus dem Tresor gelingt es ihm, Kevins Tür zu öffnen und ihn zu befreien. Gemeinsam wollen sie fliehen, doch Kevin wird durch ein Elektroschock-Halsband gestoppt. Bobby kehrt in den Keller zurück, um eine Astschere zu holen. Die Entführerin packt sein verletztes Bein und drückt einen Finger in seine Schusswunde. Bobby befreit sich, indem er ihr den Finger mit der Astschere abschneidet, ist jedoch zu geschwächt, um wieder nach oben zu gelangen.

Kevin kämpft sich trotz mehrerer Stromschläge zu Bobby hinunter. Mit der Astschere entfernt er das Halsband und versorgt Bobby. Obwohl Bobby ihn auffordert, allein zu fliehen, weigert sich Kevin und hilft ihm zum Streifenwagen des toten Polizisten. Über das Funkgerät fordert Kevin Verstärkung an, findet einen Taser sowie einen Erste-Hilfe-Kasten und versorgt Bobbys Bein. Die Entführerin kann sich befreien, findet die Jungen und zerrt Bobby aus dem Auto. Bevor sie ihn töten kann, setzt Kevin den Taser gegen sie ein. Die beiden fliehen in den Wald, doch die Entführerin verfolgt sie. Als sie die Jungen stellt und töten will, wird sie von einem eintreffenden Polizeibeamten erschossen. Kevin und Bobby werden medizinisch versorgt und nach Hause gebracht. Später sind die beiden an einem Strand in Kalifornien zu sehen – jenem Ort, von dem sie zuvor gesagt hatten, dass sie ihn eines Tages besuchen möchten.

Hintergrund The Boy Behind the Door und der Fantasy-Horror-Film The Djinn sind die ersten Spielfilme des Regie- und Autorenduos David Charbonier und Justin Powell. Als Executive Producer fungierten Bert Kern, Nick Morton und Howard Barish. Die Filmmusik stammt von Anton Sanko, der bereits mehrere Horrorfilme vertont hat.

Der Film hatte seine Weltpremiere am 27. September 2020 beim texanischen Fantastic Fest und wurde danach auf weiteren Filmfestivals wie dem AFI Fest und dem deutschen Fantasy Filmfestival aufgeführt. Am 29. Juli 2021 wurde er über den Streamingdienst Shudder veröffentlicht. Am 25. März 2022 kam er als DVD und Blu-ray auf den Markt.

Der Film weist verschiedene Ähnlichkeiten zu den Filmen Shining, Die Goonies, Don’t Breathe und Haus der Vergessenen auf.

2023 erschien mit Monster ein indonesisches Remake von Regisseur Rako Prijanto.

Besetzung und Synchronisation mini|Kistin Bauer van Straaten spielt die Entführerin Die deutschsprachige Synchronisation wurde von den Basement-Orange-Studios in Hamburg erstellt. Das Dialogbuch schrieb Stephan Harms, der auch Dialogregie führte.

Rolle Darsteller Synchron­sprecher Bobby Lonnie Chavis Lino Kelian Kevin Ezra Dewey Henry Hallak Kidnapperin Kristin Bauer van Straten Ela Nitzsche Unheimlicher Mann Micah Hauptman Jonas Anders Officer 1 Scott Michael Foster Officer 2 Rich Ceraulo Ko Officer 3 Anna B. Shaffer

Kritiken

Der Hollywood Reporter lobte, Charboniers und Powells Spielfilmdebüt sei ein verstörender Independent-Thriller, der das Talent zweier bemerkenswerter junger Darsteller eindrucksvoll zur Geltung bringe.

Die New York Times analysierte, der Film lasse kaum Raum für etwas anderes als kompromisslos direkte Spannung: Bobby verbringe den ganzen Film damit, Kevin zu befreien. Die Entführer träten als undurchschaubare Verkörperung des willkürlichen Bösen auf. Der Film verrate weder, warum die beiden Jungen entführt wurden, noch wie ihr Leben aussieht, und enthalte keine Szenen mit besorgten Eltern. Stattdessen richteten die Regisseure, die selbst seit ihrer Kindheit befreundet seien, ihren Fokus auf den Zusammenhalt der beiden Jungen. Dieser Minimalismus sei der Grund, warum der Film seine straffe Erzählweise nicht ganz überwinde, besonders dann, wenn einige rätselhafte, auf Aufmerksamkeit zielende Einfälle unnötig eingefügt würden. Fraglich erscheine auch, warum die Kamera über einen „Make America Great Again“-Aufkleber auf dem Auto schwenke. Dadurch dringe die reale Welt eher schwerfällig in die stilisierte Spannung ein, anstatt ihr zusätzliche Wirkung zu verleihen.

Die Variety lobte, die beiden Kinderdarsteller überzeugten mit ihren Leistungen, das Erzähltempo sei souverän gewählt, das Spannungspotenzial werde mit einer einfachen, aber prägnanten Ausgangssituation konsequent ausgeschöpft und Anton Sankos Filmmusik werde gezielt und wirkungsvoll eingesetzt. Insgesamt ergebe sich daraus ein handwerklich überzeugender, wenn auch nicht besonders origineller Thriller über eine ausweglose Bedrohungssituation, vergleichbar mit Caveat. Was auch immer Charbonier und Powell als Nächstes realisieren würden, es dürfte deutlich mehr Figuren und Schauplätze umfassen, und sie würden einem größeren Maßstab voraussichtlich problemlos gerecht werden.

Der Filmdienst bewertete den Film als nervenzerrendes Katz-und-Maus-Spiel. Der Low-Budget-Thriller überdehne zwar mitunter seine Spannungssituationen und strapaziere einige Male die Plausibilität; aber dank atmosphärischer Kameraarbeit und guten Jungdarstellern gelinge es ihm insgesamt, mit einfachen Mitteln und moderatem Gewalteinsatz effektive Thriller-Unterhaltung zu bieten.

Der Collider stellte fest: Während Kinder in Horrorfilmen häufig Stereotype wie übernatürlicher Mächte oder lästige Nebenfiguren seien, stünden sie hier auf erfrischende und selbstbestimmte Weise im Mittelpunkt. Viele Horrorfans mögen Gewalt in Filmen, reagierten jedoch sensibel auf Gewalt gegen Kinder oder Tiere. Dieser Film deute die schlimmsten Möglichkeiten lediglich an, ohne sie explizit darzustellen.

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2020 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Horrorfilm