Die Präsidentschaftswahl in Ungarn 2026 fand am 11. August 2026 im ungarischen Parlament in Budapest statt. András Baka wurde in einer geheimen Wahl von den Parlamentsmitgliedern für eine Amtszeit von fünf Jahren zum Präsidenten von Ungarn gewählt. Die Wahl wurde notwendig, nachdem Präsident Tamás Sulyok im Juli 2026 durch das Parlament abgesetzt worden war.

Hintergrund In der Parlamentswahl 2026 verlor die 16 Jahre lang regierende Fidesz-Partei von Viktor Orbán deutlich gegen die TISZA-Partei, deren Vorsitzender Péter Magyar daraufhin ungarischer Ministerpräsident wurde. Eines der Ziele der neuen Regierung war die Entfernung Orbán-treuer Personen aus Spitzenpositionen, darunter Präsident Tamás Sulyok, der 2024 durch das damals Fidesz-dominierte Parlament gewählt worden war. Magyar forderte Sulyok nach der Wahl zum Rücktritt auf, einer Forderung, der dieser nicht nachging. TISZA verabschiedete mithilfe der eigenen Zweidrittelmehrheit am 13. Juli 2026 eine Verfassungsänderung, die es dem Parlament erlaubte, den Präsidenten abzusetzen, die der Präsident jedoch selbst unterzeichnen musste. Magyar drohte Sulyok, sollte er sich weigern, mit einem Amtsenthebungsverfahren. Am 18. Juli 2026 unterzeichnete Sulyok die Verfassungsänderung und machte so den Weg für eine vorgezogene Wahl frei. Die Amtszeit von Präsident Sulyok endete mit Ablauf des 19. Juli 2026, daraufhin übernahm übergangsweise Parlamentspräsidentin Ágnes Forsthoffer die Befugnisse des Präsidenten. Der Wahltermin wurde auf den 11. August 2026 gesetzt.

Wahlsystem Der Präsident wird in geheimer Wahl durch die Abgeordneten des ungarischen Parlaments für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt. Ein Kandidat benötigt die schriftliche Nominierung durch mindestens ein Fünftel der Abgeordneten. Im ersten Wahlgang ist eine Zweidrittelmehrheit aller Abgeordneten nötig. Falls kein Kandidat diese erreichen sollte, kommt es zu einem zweiten Wahlgang, in dem die zwei Kandidaten mit den meisten Stimmen antreten. Sollte es nur einen Kandidaten geben, ist die Wahl eine Bestätigung bzw. Ablehnung dieses Kandidaten. In beiden Fällen reicht dann eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen.Grundgesetz Ungarns (Artikel 11)

Kandidaten Im Vorfeld der Wahl gab es viele Spekulationen und Vorschläge rund um mögliche Präsidentschaftskandidaten. Als mögliche Kandidaten galten vor allem Personen außerhalb der Politik, wie Juristen, Wissenschaftler oder Sportler. Zudem erklärte Péter Márki-Zay, der Spitzenkandidat der vereinigten Opposition bei der Parlamentswahl 2022, dass er Interesse an einer Kandidatur habe.

Am 19. Juli 2026 schlug Ministerpräsident Magyar die Schach-Großmeisterin Judit Polgár als Staatspräsidentin vor. Sie lehnte die Nominierung allerdings ab, da sie laut eigener Aussage „nicht die Kraft habe, die historische Verantwortung für die Vereinigung einer gespaltenen Nation zu übernehmen.“

Am 8. August 2026 nominierte die TISZA-Fraktion den früheren Präsidenten des Obersten Gerichtshofs Ungarns, András Baka, als Staatspräsident. Zuvor hatte ihnen die Parteiführung nach Gesprächen mit zehn Kandidaten drei davon vorgeschlagen. In einer geheimen Abstimmung fiel die Wahl demnach auf Baka.

Fidesz-Fraktionschef János Bóka kündigte an, dass die Partei keinen Kandidaten nominieren und nicht an der Wahl teilnehmen werde, da sie die Amtsenthebung von Tamás Sulyok als illegitim ansah.

Ergebnis

Einzelnachweise

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