Die Maschinenfabrik Hermann Schroers war ein 1875 gegründetes Unternehmen von industriellen Stickmaschinen mit Sitz in Krefeld. Aus ihr gingen ab 1920 die Maschinenfabrik Carl Zangs AG sowie ab 1984 die ZSK Stickmaschinen GmbH hervor. Das Unternehmen hatte bis 1911 etwa 50.000 Jacquard-Webmaschinen für die Textilindustrie produziert und beschäftigte dabei zu dieser Zeit rund 1200 Arbeiter.

Geschichte

Maschinenfabrik Hermann Schroers (1875–1920) Der Schreiner Hermann Schroers eröffnete am 16. Januar 1875 in Krefeld eine eigene Werkstatt und übernahm im selben Jahr die Garnwinderei seines Schwiegervaters. Der Betrieb fertigte zunächst überwiegend hölzerne Webereimaschinen, darunter Handwebstühle sowie Schaft- und Jacquardmaschinen. 1889 beschäftigte das Unternehmen 65 Arbeiter, 1899 bereits 350. 1897 bezog die Firma eine neu errichtete Fabrikanlage mit eigener Gießerei an der Oberdießemer Straße. Bis zur Jahrhundertwende waren mehr als 20.000 Schaftmaschinen ausgeliefert worden. 1910 wurde das Unternehmen auf der Weltausstellung in Brüssel mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Beim Beschäftigungshöchststand von rund 1200 Arbeitern wurde 1911 die 50.000. Jacquardmaschine montiert.

Nach dem Tod von Hermann Schroers 1907 wurde das Unternehmen 1908 in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt. Persönlich haftende Gesellschafter waren sein Sohn Fritz Schroers und der Textilingenieur Carl Zangs, der seit 1892 im Unternehmen tätig und mit der ältesten Tochter des Gründers verheiratet war. Im Ersten Weltkrieg ruhte der Textilmaschinenbau weitgehend; gefertigt wurden halbautomatische Werkzeugmaschinen. Nach Kriegsende übernahmen die Söhne von Hermann Schroers die Werkzeugmaschinenfertigung, während Carl Zangs den Textilmaschinenbau weiterführte.

Maschinenfabrik Carl Zangs AG (1920–1983) 1920 gründete Carl Zangs die Maschinenfabrik Carl Zangs Aktiengesellschaft (vorm. Hermann Schroers). Drei Achtel des Kapitals hielt Zangs selbst, fünf Achtel der Verband der Seidenstoff-Fabrikanten Deutschlands. In den 1920er Jahren erweiterte sich das Produktportfolio um Seidenwebstühle und Kartenschlag- und Kopiermaschinen. Zwischen 1934 und 1939 kam es zu mehreren Verschiebungen des Aktienkapitals, das 1939 vollständig in den Besitz der Familie Zangs gelangte. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion auf Kriegsmaterial umgestellt; die aber nach einem Bombenangriff am 22. Juni 1943 vorübergehend zum Erliegen kam.

Nach kriegsschädenbedingter Unterbrechung und nötigen Reparaturen wurde die Produktion 1948 wieder aufgenommen. 1951 stellte das Unternehmen auf der Hannover-Messe erstmals einen neuartigen, auf dem Konstruktionsprinzip der Fa. Würker GmbH basierendes, lochkartengesteuerten und vollautomatisch arbeitenden Dreikopf-Stickautomaten vor. In Folge wurde die Entwicklung auf bis zu zwölf Stickköpfe erweitert. Ab 1953 begann die Lizenzproduktion von automatischen Schiffchenstickmaschinen. Zwei weitere Werke kamen Mitte der 1950er Jahre hinzu.

1974 beschäftigte das Unternehmen in drei Werken über 700 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von mehr als 40 Millionen DM bei einem Exportanteil von über 80 Prozent.

Anfang der 1980er Jahre geriet das Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten. 1983 kam es zur zur Insolvenz, die zur vollständigen Betriebsauflösung führte.

ZSK Stickmaschinen GmbH (seit 1983/1984) Unter Nutzung von Insolvenzmasse und ehemaligen Mitarbeitern kam es 1984 in Krefeld zur Errichtung der ZSK Stickmaschinen GmbH, die die Stickmaschinenfertigung wieder aufnahm. In neuerer Zeit produziert dieses Unternehmen Mehrkopf-Stickmaschinen sowie Anlagen für die technische Stickerei, etwa für das Tailored Fiber Placement im Leichtbau und für Smart Textiles. Gesellschafter ist eine Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Oberhausen.

Literatur 75 Jahre Maschinenfabrik Carl Zangs AG. Festschrift, Krefeld 1950. Maschinenfabrik Carl Zangs AG 1875–1975. Festschrift, Krefeld 1975.

Einzelnachweise Maschinenfabrik Carl Zangs AG 1875–1975. Festschrift, Krefeld 1975 (Zeittafel). Egon W. Fleischmann: Mit prallen Auftragsbüchern den Konkursantrag eingereicht. In: Westdeutsche Zeitung, 19. November 1983. Endgültig! Keine Chance für Zangs. In: Bild, 25. November 1983.

Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Krefeld)