Sernow war eine mittelalterliche Siedlung südöstlich von Treuenbrietzen. Die ehemalige Dorflage wird durch den Flurnamen Sernowsche Hufen überliefert; zudem wurden frühdeutsche Scherbenfunde festgestellt.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 411) Die ehemalige Dorfstelle liegt im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.
Geschichte und Etymologie 1301 wurde der Ort erstmals als villam Sernow erwähnt. Weitere Nennungen erfolgten 1325 als in uilla sarnowe, 1337 als super mansis dictis Zernowesche hufe und 1728 als Die Mark Sernow. Der Name leitet sich von einem ehemaligen Nebenfluss der Nieplitz, der Sernow, ab.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 198, ISBN 3-937233-17-2.
Bis 1301 gehörte Sernow dem Markgrafen. In diesem Jahr erhielt die Stadt Treuenbrietzen das Dorf mit dem Recht, es zu zerstören. Der Ort war möglicherweise 1325 noch bewohnt, wird jedoch 1337 bereits als wüst bezeugt. Die Stadt Treuenbrietzen blieb bis 1872 Besitzerin der Feldmark. Im Jahr 1541 umfasste die wüste Feldmark 24 große und 10 kleine Hufen. 1728 wurde ihr Umfang mit 2572 Morgen und 90 Quadratruten angegeben. Die Feldmark ging später in der Stadtfeldmark von Treuenbrietzen auf. Eine Wiederbesiedlung erfolgte nicht.
Ursprünglich war Sernow vermutlich Tochterkirche von Treuenbrietzen. 1541 erhielt der Pfarrer von Treuenbrietzen von jeder der 24 großen Hufen zu Sernow 6½ Scheffel Roggen, 6 Scheffel Hafer und 1 Scheffel Gerste oder Weizen sowie von jeder der zehn kleinen Hufen 1½ Scheffel Roggen, 2 Scheffel Hafer und 1 Scheffel Gerste oder Weizen. Der Küster erhielt von den wüsten Hufen zu Sernow 1 Wispel und 1 Scheffel Roggen.
Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 411)
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1301 Kategorie:Geographie (Treuenbrietzen)