mini|hochkant|Gyula Gózon (1917) Gyula Gózon (* 19. April 1885 in Érsekújvár, Österreich-Ungarn, heute Nové Zámky, Slowakei; † 8. Oktober 1972 in Budapest, Volksrepublik Ungarn) war ein ungarischer Schauspieler und Komiker. Er galt als einer der profiliertesten Charakterdarsteller und Pioniere des ungarischen Kabaretts.

Leben und Karriere Gózon wuchs in Esztergom auf. Gegen den Willen seiner Eltern, aber mit finanzieller Unterstützung seines Bruders, absolvierte er die private Schauspielschule von Szidi Rákosi in Budapest. Seine Karriere begann er 1902 in der regionalen Theatertruppe von Károly Polgár. Zu dieser Zeit knüpfte er eine lebenslange Freundschaft mit Gyula Kabos, mit dem er später ein populäres Komikerduo bildete.

Ab 1906 spielte er vier Jahre lang in Nagyvárad (heute Oradea) und zog durch seine Gesangsstimme sowie sein schauspielerisches Talent die Aufmerksamkeit auf sich. Der „Kabarettkönig“ Endre Nagy holte ihn schließlich nach Budapest, wo er als „Füttyös Gózon“ (der pfeifende Gózon) im Kabarett bekannt wurde.

Am 31. Januar 1917 heiratete er die Schauspielerin Lili Berky, mit der er später auch ein eigenes Kabarett (Muskátli Kabaré) betrieb. In den folgenden Jahrzehnten spielte er an verschiedenen großen Budapester Häusern, darunter dem Király-Theater (ab 1919) und dem Nationaltheater (ab 1935), wo er sowohl in komischen als auch in tragischen Rollen glänzte. Aufgrund der antijüdischen Gesetze in Ungarn durfte er Anfang der 1940er Jahre nicht mehr auftreten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er 1945 an das Nationaltheater zurück, dem er bis zu seinem Lebensende treu blieb.

Neben seiner Theaterarbeit war Gózon ein gefragter Filmschauspieler. Bereits in der Stummfilmzeit aktiv, feierte er nach der Einführung des Tonfilms große Erfolge. Er spielte unter anderem 1931 in Hyppolit, a lakáj, dem ersten großen ungarischen Tonfilmerfolg. Insgesamt wirkte er im Laufe seiner langen Karriere in über 90 Filmproduktionen mit.

Sein ehemaliges Wohnhaus im Budapester Stadtteil Rákosliget wurde später umgebaut und 2005 als Gózon Gyula Kamaraszínház (Gyula-Gózon-Kammertheater) wiedereröffnet.

Auszeichnungen 1951: Verdienter Künstler der Volksrepublik Ungarn (Érdemes művész) 1954: Kossuth-Preis 1955: Ausgezeichneter Künstler der Volksrepublik Ungarn (Kiváló művész)

Filmografie (Auswahl)

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