Welsenewode war eine mittelalterliche Siedlung unbekannter Lage im Gebiet des heutigen Netzen.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 449) Die wüste Dorfstätte liegt im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.
Geschichte Die Lage der Feldmark ist unbekannt; vermutet wird sie aufgrund der Flurnamen Hinteres Altes Dorf und Vorderes Altes Dorf bei Netzen. In diesem Bereich wurden slawische und frühdeutsche Scherbenfunde entdeckt, die eine mittelalterliche Besiedlung des Gebietes nahelegen.
1195 wurde der Ort erstmals als Wilsenewude erwähnt. 1204 erscheint er als uillam Welsenewode, 1217 als Welcenewode. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs und bedeutet „Erlenwasser“.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 178, ISBN 3-937233-17-2.
Bis 1204 gehörte Welsenewode dem Bischof von Brandenburg. In diesem Jahr gelangte das Dorf an das Kloster Lehnin, das bereits seit 1195 den Zehnten besaß. Nach der Säkularisation des Klosters gehörte die Feldmark von 1542 bis 1872 zum Amt Lehnin. 1195 und 1204 wird Welsenewode als Dorf (villa) bezeichnet. Nach 1217 wird die Siedlung nicht mehr erwähnt und dürfte im weiteren Verlauf des Mittelalters wüst gefallen sein. Sofern die Dorfstelle mit den Fluren Hinteres Altes Dorf und Vorderes Altes Dorf identisch ist, ging die Feldmark später in der Gemarkung von Netzen auf. Eine Wiederbesiedlung als eigenständiger Ort ist nicht überliefert.
Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 449)
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Kloster Lehnin (Gemeinde) Kategorie:Ersterwähnung 1195