Die Greiferwebmaschine ist eine Produktionsmaschine, die beim Weben starre oder flexible Greifer zum Schusseintrag ins Webfach verwendet.
Technik der Schusseintragung mini|200x200px|Schema der Greifertätigkeit mini|267x267px|Webmaschine mit einem starren Greifer mini|200x200px|Greifer am flexiblen Band (Maschine von 1988) Der Schusseintrag wird durch einen oder zwei Greifer durchgeführt.Talavášek: Tkalcovská příručka, SNTL Praha 1980, S. 513–521 und 731
Auf der Zeichnung rechts wird der Ablauf eines Schusseintrags durch zwei Greifer schematisch dargestellt:
Bei jeder Maschinenumdrehung bringt die Hinreichnadel (2) den Schussfaden (1) in die Mitte des Webfachs, wo die Spitze des Nehmergreifers (5) in den Hohlraum des Bringegreifers hineinläuft. Dort übernimmt sie das Fadenende von der Nadel (3) in die Klemme (4) und trägt ihn zum linken Rand des Gewebes. Der eingetragene Schussfaden wird an beiden Seiten abgeschnitten und in den Warenrand eingewebt.
Der Greifer ist konstruiert: als Spitze einer starren Stange, die durch ein Räderwerk bewegt wird oder als Spitze eines flexiblen Stahlbandes oder Kunststoffbandes, das um ein Antriebsrad umwickelt ist
Ausstattung und Verwendung Moderne Maschinen werden mit Arbeitsbreiten von 150 bis 540 cm gebaut, wobei die Gesamtbreite der Maschinen mit einem starren Greifer 500 bis 1200 cm beträgt. Die Maschinen erreichen maximal 700 Touren/min, der Schusseintrag bis 1500 m/min (starr) und 1700 m/min (flexibel). Es können Stapel- und Filamentgarne in Feinheiten von 7 bis 4500 tex verarbeitet werden. Die Schussfäden werden auf Kreuzspulen vorgelegt, bis zu 20 unterschiedliche Material- und Farbvarianten können kombiniert werden.
Zur Standardausführung der Maschine gehört eine Schaftmaschine mit bis zu 28 Schäften, der Anbau einer Jaquardeinrichtung mit bis zu 30 000 Platinen ist eine Option.
Die Maschine ist zur Gewebeherstellung für Bekleidung, Heim- und technische Textilien im Gewichtsbereich von 20 bis 850 g/m geeignet.
Geschichte Das erste Patent über den schützenlosen Schusseintrag erhielt im Jahr 1844 der Engländer Smith. Mit der ersten Erfindung einer Greifer-Webmaschine kam der Deutsche Hallensleben am Ende des 19. Jahrhunderts. Zum Verkauf wurden jedoch erst in den 1950er Jahren Maschinen hergestellt. 1980 sollten weltweit 220 000 Greifermaschinen installiert sein. In der 2. Dekade des 21. Jahrhunderts gehörten Hersteller in Italien, Belgien und Deutschland zu den bekanntesten. Für das Jahr 2026 wird der Wert der weltweit verkauften Greiferwebmaschinen auf etwa 900 Millionen USD geschätzt.
Siehe auch Webmaschine Fach (Weberei)
Literatur Jordan: Alternative Fadentransportsysteme für die Herstellung textiler Flächen, Shake Verlag 2020, ISBN 978-3-8440-7417-8
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Arbeitsmittel (Weberei)