mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet des Kurzohrbilchs Der Kurzohrbilch oder Afrikanische Schmuckbilch (Graphiurus surdus) ist ein in Zentralafrika am Golf von Guinea verbreitetes Nagetier in der Gattung der Afrikanischen Bilche.

Taxonomie Das Typusexemplar wurde am Fluss Mbini in Äquatorialguinea gefunden. Abhandlungen in den 1970er Jahren zählten die Population als Synonym des Afrikanischen Waldbilchs. Weitere Untersuchungen bis 1996 führten zur erneuten Anerkennung als Art. Guy Dollman hatte bei seiner Erstbeschreibung auf die sehr kleinen Ohren hingewiesen. Er wählte deshalb als Artzusatz das e Wort surdus (still oder taub), obwohl das Tier hören kann. Nur wenig größere Ohren sind bei Christys Bilch (Graphiurus christyi) vorhanden. Zwischen dem Kurzohrbilch und anderen Gattungsmitgliedern gibt es zusätzlich Abweichungen in der Beschaffenheit des Fells, in der Länge der Hinterfüße und bei verschiedenen Schädelmerkmalen.

Merkmale Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 87 bis 110 mm, einer Schwanzlänge von 66 bis 82 mm, mit 18 bis 22 mm langen Hinterfüßen und mit einem Gewicht von 18 bis 34 g hat die Art die typische Größe für die Gattung. Die Ohren sind 9 bis 14 mm lang und somit nur bei manchen Exemplaren deutlich kleiner als bei anderen Gattungsvertretern. Bei seidenweichen Fell sind die Haare auf dem Rücken und auf dem Hinterteil 5 bis 7 mm lang mit einigen 11 mm langen Deckhaaren. Das Fell hat oberseits eine Farbe wie Holzkohle oder graubraun und die Grenze zur grauen Unterseite mit gelbbraunen Schattierungen ist undeutlich. Durch weiße Spitzen sind die Haare der Wangen nur leicht heller als der Rücken. Die dunklen Ringe um die Augen sind schmal, wodurch die für viele Bilche typische Gesichtsmaske weniger deutlich erscheint. Vor den rundlichen braunen Ohren fehlt ein farblich abweichender Fleck. Auf den cremefarbenen bis weißen Hinterfüßen ist mittig ein dunkler Strich vorhanden. Auf dem Schwanz haben viele graubraune Haare weiße Spitzen, was Raureif im Aussehen ähnelt. Die Haare werden zum Ende hin länger ohne eine deutlich abgegrenzte Quaste zu bilden. Am Schädel ist der Jochbogen gerader als bei anderen Gattungsmitgliedern. Von den paarig angeordneten Zitzen der Weibchen liegen zwei auf der Brust, zwei auf dem Bauch und vier im Leistenbereich. Bei einem Weibchen fehlte das mittlere Paar.

Verbreitung und Lebensweise Der Kurzohrbilch lebt im Süden von Kamerun, im Westen von Äquatorialguinea, im Minkébé-Nationalpark im nordöstlichen Gabun und vermutlich in angrenzenden Gebieten der Republik Kongo. Das Tier hält sich in tropischen Regenwäldern auf, die verändert sein können und kleine Brachen oder Plantagen enthalten können. Ähnliche Habitate gibt es in der Umgebung, so dass das Verbreitungsgebiet größer sein könnte als bekannt.

Andere Afrikanische Bilche sind nachtaktiv, was vermutlich auch für diese Art gilt. Das Tier wurde gemeinsam mit Jentinks Bilch (Graphiurus crassicaudatus) in Lebendfallen gefangen, die an Kletterpflanzen und Baumstämmen angebracht waren. In den Fallen befanden sich Nüsse der Ölpalme als Köder. Weiterhin werden Pflanzensamen, Früchte und Gliedertiere als Nahrung angenommen. Ein Weibchen war im Januar mit zwei Embryos trächtig. Weitere Informationen zum Verhalten fehlen.

Gefährdung Laut Schätzungen verringerte sich die Größe des Regenwaldes in der Region seit den ersten Besuchen durch westliche Forscher um 80 Prozent. Das Tier ist in gewissem Umfang anpassungsfähig. Die genauen Bedürfnisse des Bilchs sind jedoch unbekannt. Die IUCN listet den Kurzohrbilch deshalb mit unzureichende Datenlage (data deficient).

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Einzelnachweise

Kategorie:Bilche