Élise (Lili oder Lily) Garel, geborene Élise Lazarine Tager (geboren 5. Juli 1921 im 16. Arrondissement, Paris; gestorben 9. November 2013 im 15. Arrondissement, Paris) war eine jüdische französische Widerstandskämpferin, die zusammen mit ihrem Ehemann Georges Garel während des Holocaust zahlreiche jüdische Kinder rettete.
Leben Garel wurde 1921 als Tochter russischer Juden, die 1919 nach Frankreich emigriert waren, geboren.
Am 11. November 1940 nahm sie mit mehreren Tausend Gymnasiasten und Studierenden an einer Demonstration vor dem Arc de Triomphe de l’Étoile zum Gedenken an den Waffenstillstand vom 11. November 1918 teil. Es war eine der ersten öffentlichen Widerstandshandlungen gegen die deutschen Besatzer. Sie wurde von den nationalsozialistischen Besatzern brutal niedergeschlagen, wobei es zu Prügelattacken und Scheinhinrichtungen kam. Als Jüdin wurde Garel drei Monate lang im Gefängnis Fresnes inhaftiert. Ende 1941 floh sie nach Lyon.
1942 arbeitete sie in Lyon an der Seite von Elisabeth Hirsch für das Œuvre de secours aux enfants (OSE), eine jüdische Organisation, die sich intensiv für die Rettung ausländischer jüdischer Kinder auf französischem Boden einsetzte. Als Widerstandskämpferin war Garel unter dem Decknamen „Elisabeth-Jeanne Tissier“ als Begleiterin auf der Strecke zwischen Nizza und Lyon tätig. Während der Razzien im Sommer 1942 schloss sie sich Georges Garel, dem Gründer des Réseau Garel, einem in den Untergrund gegangenen Zweig des OSE an, um das vom Vichy-Regime eingeleitete Deportationsprogramm zu vereiteln.
Exemplarisch für ihr Wirken war der Einsatz am 26. August 1942, als über Tausend Juden aus der Region Lyon im Durchgangslager Camp de Vénissieux zusammengetrieben wurden. Einer „Auswahlkommission“, zu der Garel gehörte, gelang es, insgesamt 471 Kinder unter 15 Jahren aus dem Lager herauszuholen. Unter den dann nach Auschwitz deportierten 545 Erwachsenen waren viele Eltern, die schriftlich auf ihre Kinder verzichten mussten, um diese zu retten. Im August 2012 wurde deren Schicksal gedacht und Garel sowie einige der geretteten Kinder waren als Zeitzeugin dabei.
1943 heiratete sie Georges Garel. Das Paar bekam sieben Kinder: Jean-Renaud, einen Biochemiker; Annie, eine Ärztin; Michel, Konservator für hebräische Handschriften an der Bibliothèque Nationale de France; Laurent, ein Arzt; Thomas, einen Physiker; Denis, einen Arzt; und Nathalie, eine Publizistin.
Am 26. November 1943 wurde Garel zusammen mit ihrer Schwägerin Raya Lederman, der Schwester von Goerges Garel, bei einem Treffen mit Herrn Pelet, dem Direktor einer Schule für behinderte Kinder und ebenfalls Widerstandskämpfer, verhaftet und im Gefängnis Montluc interniert. Sie konnten jedoch glücklicherweise am 31. Dezember 1943 befreit werden.
Nach dem Krieg war Garel die treibende Kraft hinter der Erstellung eines Berichts über die OSE und das Réseau Garel während des Krieges durch ihren Mann. Das Werk erschien „dank ihres unbeugsamen Willens“.
Georges Garel verstarb 1979. Garel starb 2013 in Paris im Alter von 92 Jahren.
Der Sitz der OSE in der Rue du Faubourg-du-Temple 11 in Paris, der bis dahin Centre Georges Garel hieß, wurde im Juni 2014 zum Centre Georges et Lili Garel.
Seit 2022 ist der Espace vert Lili Garel in Vénissieux nach ihr benannt.https://www.expressions-venissieux.fr/2022-07-29-de-nouveaux-amenagements-dans-les-etablissements-scolaires/
Einzelnachweise
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