mini|Andreas Noßmann (2025)Andreas Noßmann (* 1962 in Hilden) ist ein deutscher Zeichner, Grafiker und Illustrator, der insbesondere für seine traditionellen Feder- und Bleistiftzeichnungen im Stil des kritischen Realismus und der Groteske bekannt ist.Vgl. das Künstlerporträt: Die Magie der Linie – boesner-Kunstportal

Leben Andreas Noßmann absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Technischen Assistenten für Gestaltung an der Fachoberschule für Gestaltung in Wuppertal. Im Anschluss studierte er von 1984 bis 1989 Freie Grafik, Illustration und Malerei an der GHS-Universität Wuppertal u. a. bei den Professoren Gerd Aretz, Michael Badura, Gerhard Kafka und Bazon Brock. Seit 1986 arbeitet er als freischaffender Künstler in Nordrhein-Westfalen und lebt heute in Brühl (Rheinland) bei Köln.Vgl. Kurzbiografie auf dem Fachportal des Künstlerbedarfs Boesner: Boesner Kunstportal – Andreas Noßmann, abgerufen am 16. Juli 2026.

Neben seiner freiberuflichen künstlerischen Tätigkeit ist Andreas Noßmann als Dozent in der Erwachsenenbildung aktiv. Er unterrichtet unter anderem an der Internationalen Kunstakademie Heimbach sowie bei privaten Akademieträgern in den Bereichen Grundlagen der Perspektive, Portrait, figürliche Anatomie, Stillleben und Landschaft zeichnen.Vgl. Dozentenprofil Kunstakademie Heimbach: Andreas Noßmann, abgerufen am 29. Juli 2026.

Werk und Stil mini|Paganini Katalog 1992 (Galerie Norbert Blaeser) Andreas Noßmanns Werk widmet sich fast ausschließlich den klassischen zeichnerischen und grafischen Techniken, insbesondere der Arbeit mit Feder, Tusche, Bleistift, Kohle und der Radierung. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine hohe plastische Dichte, Detailgenauigkeit und traditionelle handwerkliche Virtuosität aus.

Thematisch bewegt sich sein Schaffen zwischen zeitgenössischer Gesellschaftskritik, literarischer Illustration und klassischen Sujets wie dem Porträt. Bekanntheit erlangte er durch umfangreiche Zyklen und Serien, darunter großformatige Bildnisse historischer Persönlichkeiten sowie literarisch-philosophische Auseinandersetzungen, unter anderem zu Wolfgang Amadeus Mozart (Amadeus), Niccolo Paganini (Paganini) und Francisco de Goya (Variationen zu Goya). Seine Arbeiten zeigen oft eine Vorliebe für das Makabre, Groteske, Ironische und die Abgründe der menschlichen Existenz (wie Darstellungen von Krieg und harten Arbeitswelten). Neben freien Arbeiten illustriert Andreas Noßmann Buchpublikationen und veröffentlicht regelmäßige Bildbände und Werkschauen im Kunstbuchhandel.Vgl. das Künstlerporträt: Die Magie der Linie – boesner-Kunstportal

Zusammenarbeit mit boesner und Verlagsgründung mini|Selbstmordstiefel 1990 – Motiv zum ersten boesner Zeichenblock (Technik: Federzeichnung, Farbstift, Aquarell)Mitte der 1980er-Jahre machte Noßmann Bekanntschaft mit den Brüdern Wolfgang und Klaus-Ulrich Boesner, die zu dieser Zeit in Witten ihre erste Filiale für Künstlerbedarf aufbauten – heute als Boesner-Unternehmensgruppe einer der europaweit größten Anbieter in diesem Segment.Vgl. das Künstlerporträt im offiziellen boesner-Kunstportal: Die Magie der Linie – boesner-Kunstportal. Abgerufen am 19. Juli 2026. Noßmann gestaltete die visuelle Identität des jungen Unternehmens in der Frühphase mit und gestaltete 1986 mit seinen Grafiken den ersten Boesner-Katalog.

Infolge der engen Zusammenarbeit gründeten die Boesner-Brüder im Jahr 1988 die Westerweide Verlag GmbH. Das Unternehmen wurde primär für den Vertrieb und das Management der Kunst und Publikationen von Andreas Noßmann ins Leben gerufen, der Künstler selbst war an der eigentlichen Verlagsgründung formal jedoch nicht beteiligt.Amtsgericht Bochum, Historischer Ausdruck (HD) zu HRB 8650 (vormals Amtsgericht Witten HRB 1632). Das Dokument dokumentiert die ursprüngliche Eintragung als „Westerweide Verwaltungs- und Verlags GmbH“ mit Sitz in Witten sowie die späteren Beteiligungsverhältnisse. Abgerufen am 24. Juli 2026. Nach einem Jahr endete das Exklusivrecht des Westerweide Verlages an Noßmanns Arbeiten im gegenseitigen Einvernehmen.

Anfang der 1990er-Jahre lizenzierte das Unternehmen Boesner mehrere Motive Noßmanns für die hauseigene Produktion von Zeichenblöcken und Künstmateralien. Zu den bekanntesten lizenzierten Arbeiten gehört die Federzeichnung eines Stiefels, die fortlaufend als charakteristisches Deckblatt für die boesner-Standard-Zeichenblöcke Verwendung findet und im Rahmen der hauseigenen Produktlinien vertrieben wird.Vgl. boesner Produkte

Künstlerisches Wirken und Kontroversen mini|Theaterplakat Die lustige Witwe – (Aalto-Theater, Spielzeit 1990/1991) Für das Aalto-Theater in Essen gestaltete Noßmann in den Spielzeiten 1989/1990 und 1990/1991 Spielzeitplakate für Jacques Offenbachs Orpheus in der Unterwelt und Franz Lehárs Die lustige Witwe. Damit reihte er sich in eine Riege namhafter Gestalter wie Johannes Grützke, Roland Topor, Johannes Leiacker und Helmut Middendorf ein.Vgl. die historische Dokumentation der offiziellen Theaterplakate: Plakate des Aalto-Theaters – Stadtbibliothek Essen. Abgerufen am 19. Juli 2026. Die Darstellung des Plakats zu Die lustige Witwe löste 1990 eine öffentliche Debatte aus, die unter anderem in der Neuen Ruhr Zeitung (NRZ) am 22. Dezember 1990 unter dem Titel „Werbung oder Provokation?“ rezipiert wurde, nachdem Teile des Motivs aufgrund von Protesten geschwärzt werden mussten.Vgl. NRZ Artikel: Werbung oder Provokation: Plakat des Aalto-Theaters. Abgerufen am 29. Juli 2026.

Zu einer ähnlichen Kontroverse führten Jahre später erotische Zeichnungen des Künstlers, die im Restaurant Sansibar (Sylt) ausgestellt waren. Nach der Anzeige eines Gastes leiteten die Behörden Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Verbreitung pornografischer Schriften ein, was eine bundesweite mediale Rezeption nach sich zog.Vgl. Bild vom 10. November 1999: Sylt - Aufreger

Im Zeitraum von 2008 bis 2012 erwarb der Kunst- und Kalenderverlag teNeues alljährlich Drucklizenzen für Zeichnungen Noßmanns zum Thema Bücher. Diese Arbeiten wurden fortlaufend in der Reihe der Lesezeichenkalender des Verlages unter dem Titel Bücherwurm (international als Bookworm) publiziert.Vgl. Andreas Noßmann: Bookworm / Bücherwurm (Lesezeichenkalender). teNeues Verlag, Krefeld/Kempen 2008 ff., ISBN 978-3-8327-2936-3.

mini|Gula – Unmäßigkeit 2010 (Die 7 Todsünden) Zwischen 2008 und 2013 widmete sich Noßmann dem Thema Die 7 Todsünden. In dieser Phase entstanden 49 großformatige Zeichnungen, die in Galerien sowie im öffentlichen und sakralen Raum ausgestellt wurden.

Im Oktober 2011 kam es anlässlich einer Ausstellung des Zyklus Die 7 Todsünden in der Marktkirche Goslar zu einer öffentlich diskutierten Kontroverse. Die Ausstellung in dem Sakralbau wurde auf Bitten des damaligen Pfarrers Ralph Beims und in Kooperation mit der ansässigen Stubengalerie Goslar realisiert. Nach der eigenhändigen Hängung der Kunstwerke durch Andreas Noßmann forderte Pfarrer Beims die Entfernung der großformatigen Bleistiftzeichnung Unmäßigkeit, da er das Werk als zu gewagt für den sakralen Raum einstufte. Um den Fortbestand der Gesamtausstellung nicht zu gefährden, willigte Andreas Noßmann in die Abhängung ein, ließ jedoch die freigewordene Kirchenwand aus Protest demonstrativ leer. Die regionale Berichterstattung griff den Vorfall unter Schlagzeilen wie „Keine Kirchenwand für die Unmäßigkeit – Wieviel Sex verträgt die Kirche?“ auf und thematisierte den Umgang von Kirche und Kunstfreiheit.

In den Jahren 2010 und 2011 fertigte Noßmann im Auftrag der Stadt Wuppertal, vermittelt durch den Galeristen und Verleger Hans Peter Nacke (Galerie Epikur), eine umfangreiche Porträtreihe für das Projekt „Persönlichkeiten sehen Wuppertal“ an. Das Stadtmarketing kombinierte die Grafiken mit Aussagen der porträtierten Personen sowie zeitgenössischer Fotografie und legte daraus eine eigenständige Postkartenreihe auf.Vgl. die offizielle Projektdokumentation und Editionsübersicht: Persönlichkeiten sehen Wuppertal. Hrsg. Wuppertal Marketing / Stadtmarketing Wuppertal, Wuppertal 2011.

mini|rechts|Liebe ohne Glauben (Lithographie) 2011 Buddenbrookhaus Lübeck Im Jahr 2011 schuf Noßmann im Rahmen der literarisch-historischen Sonderausstellung Liebe ohne Glauben. Thomas Mann und Richard Wagner im Lübecker Buddenbrookhaus das viel beachtete grafische Einzelwerk Liebe ohne Glauben. Die Original-Lithografie, ein Doppelporträt des Schriftstellers und des Komponisten, wurde im Rahmen der Schau ausgestellt und ist zudem im begleitenden offiziellen Ausstellungskatalog der Lübecker Museen dokumentiert.Vgl. Liebe ohne Glauben, Buddenbrookhaus: Liebe ohne Glauben, Lithographie

Im Jahr 2014 veröffentlichte Hans Peter Nacke im hauseigenen Verlag zudem die von Noßmann verfasste und auf eigenen Erlebnissen basierende groteske Erzählung Das Krankenhaus – Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen.Vgl. den Nachweis zur Veröffentlichung im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) sowie im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek unter der ISBN 978-3-942043-43-4.

Ausstellungen Einzelausstellungen (Auswahl) 1988: Galerie Schütte, Essen (auch 1990, 1991)Vgl. WAZ Essen-Kettwig: Den Bildern kann sich niemand entziehen. Abgerufen am 29. Juli 2026. 1989: Galerie Ostentor, DortmundVgl. Dortmunder Rundschau: Menschenbilder. Abgerufen am 29. Juli 2026. 1989: Galerie Norbert Blaeser, Düsseldorf (auch 1990, 1993) 1990: Galerie Bollhagen, Worpswede (auch 1991)Vgl. Weserkurier 1991: Menschliches Bestiarium. Abgerufen am 29. Juli 2026. 1991: Galerie Richard P. Hartmann, München 1991: Kunstverein Tauberbischofsheim 1991: Kunstverein Soest 1991: Foyer des Aalto-Theaters, Essen 1992: Kunstverein Aurich 1995: Museum Remscheid 1995: Soesten Galerie Kramer, Cloppenburg (auch 1998, 2005, 2008, 2011) 1996: Galerie Seywald, Salzburg (Österreich) 1997: Kunstverein Bruchsal 1998: Alex Art Galerie, Klosters (Schweiz)Vgl. Klosterser Zeitung: Witz und Charme. Abgerufen am 29. Juli 2026. 1998: Galerie Ruländer, Worpswede (auch 2000, 2002)Vgl. Wuemme Zeitung: Grosser Fabulierer. Abgerufen am 29. Juli 2026. 1999: Galerie Koch, Hannover 1999: Musical Theater Bremen (Ausstellung zur Erstaufführung von Jekyll & Hyde) 2002: Stubengalerie Goslar (auch 2007) 2003: Kunst- und Museumsverein Bad Essen 2009: Kunstverein Rhein-Erft e. V., GymnichVgl. Kölner Stadtanzeiger von Britta Havlicek: Fette Torten. Abgerufen am 29. Juli 2026. 2010: Galerie Angelika Blaeser, Düsseldorf (auch 2012) 2010: Galerie Covalenco, Geldrop (Niederlande) 2011: Kunstverein Attendorn 2011: Marktkirche Goslar – in Kooperation mit der Stubengalerie Goslar 2012: Kunstverein Hattingen (auch 2019) 2013: Grafische Synkopen, Kunsthaus Bocholt – Euregio Kunstkreis e. V.Vgl. *Meisterliche Tuschezeichnungen im Kunsthaus.* In: Bocholter Borkener Volksblatt (BBV), 14. Juni 2013. 2017: Museum Kloster Kamp, Kamp-LintfortVgl. die fein gezeichneten Charakterköpfe: Charakterköpfe. Abgerufen am 19. Juli 2026. 2019: Galerie Jutta Radicke, Sankt Augustin (auch 2021, 2025)Vgl. Rhein-Sieg-Anzeiger: Vom Leben gezeichnet. Abgerufen am 29. Juli 2026. 2023: Die 7 Todsünden, Gewölbekeller des Klosters Kamp, Kamp-LintfortVgl. die sieben Todsünden: die sieben Todsünden. Abgerufen am 19. Juli 2026. 2026: Die Magie der Linie, Kreishausgalerie, BergheimVgl. die offizielle Pressemitteilung des Rhein-Erft-Kreises: Ausstellung-Andreas-Nossmann.php. Abgerufen am 19. Juli 2026. 2026: The Uncertainty of Existence, Revolution Gallery, Buffalo (New York), USAVgl. die offizielle Ausstellungsseite der Revolution Gallery: The Uncertainty of Existence Exhibit. Abgerufen am 19. Juli 2026.

Gruppenausstellungen (Auswahl) mini|Messeplakat 1989 – Buchmesse Frankfurt (Technik: Federzeichnung, Farbstift, Aquarell) 1988: Karl E. Osthaus Museum, Hagen (Hagenring) 1989: Frankfurter Buchmesse, Frankfurt am Main (auch 1990)Vgl. Westfalenpost 1990: Entzauberte Kriegshelden. Abgerufen am 29. Juli 2026.