Hepu (auch Hapu) war ein hoher altägyptischer Beamter aus der Zeit des Neuen Reiches. Er war oberägyptischer Wesir und amtierte unter Thutmosis IV. (regierte von etwa 1397 bis 1388 v. Chr.). Wesire waren die wichtigsten Beamten im ägyptischen Staat. Seit der 13. Dynastie (ab Mitte 17. Jahrhundert v. Chr.) gab es gleichzeitig zwei Wesire, denen jeweils ein anderes Gebiet zugeteilt war: Ein Wesir amtierte in Theben und war für Oberägypten zuständig.Wolfgang Helck: Zur Verwaltung des Mittleren und Neuen Reichs (= Probleme der Ägyptologie. Band 3). Brill, Leiden 1958, S. 298, 440–441. Der andere Wesir amtierte in Memphis und sein Amtsbereich war Unterägypten.

Hepu ist von einem Papyrus bekannt, der sich heute im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst in München befindet (Inventar-Nr. ÄS 809).Wilhelm Spiegelberg: Ein Gerichtsprotokoll aus der Zeit Thutmosis’ IV. In: Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde. Band 63, 1928, S. 105–115, Tafel I; Hepu auf S. 107–108 und 112; Mélanie Flossmann-Schütze, Maren Goecke-Bauer: Hieratische Texte aus dem Museum. Neues vom Inschriftenprojekt. In: Maat. Nachrichten aus dem Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst München. Ausgabe 25, 2022, S. 56–65; ein Foto des Papyrus und eine kurze Zusammenfassung seines Inhalts, S. 62 (Volltext als PDF auf der Webseite des Museums zu dieser Zeitschrift). In ihm wird protokolliert, dass ein Soldat Meri zu 100 Stockhieben verurteilt wird, weil er Steuern nicht bezahlt hat, die an den Hathor-Tempel in Gebelein zu entrichten waren. Die Teilnehmer des Richterkollegiums werden aufgezählt, darunter als Vorsitzende die Wesire Hepu und Ptahhotep. Der Papyrus kann – wie Wilhelm Spiegelberg in seiner Veröffentlichung schreibt – „mit voller Sicherheit“ der Zeit Thutmosis’ IV. zugeordnet werden, was somit auch für die beiden Wesire gilt. Der auf dem Dokument genannte Ptahhotep war als nördlicher Wesir unter Thutmosis IV. im Amt. Demnach war Hepu der südliche Wesir unter diesem Herrscher.

Hepu ist ansonsten von seiner stark zerstörten Grabanlage in Theben bekannt. Im Grab TT66 (in der Nekropolenregion, die heute als Scheich Abd el-Qurna bezeichnet wird)Nina de Garis Davies: Scenes from Some Theban Tombs (Nos. 38, 66, 162, with Excerpts from 81). (= Private Tombs at Thebes. Band 4). Oxford 1963, S. 9–13, Tafel 8–14 (online auf Scribd). wird auch seine Gemahlin Rannai genannt. Ein Sohn, der Wab-Priester war, ist ebenfalls bekannt.Wolfgang Helck: Zur Verwaltung des Mittleren und Neuen Reichs (= Probleme der Ägyptologie. Band 3). Brill, Leiden 1958, S. 441.

Literatur Wolfgang Helck: Zur Verwaltung des Mittleren und Neuen Reichs (= Probleme der Ägyptologie. Band 3). Brill, Leiden 1958, , S. 298, 440–441 (einzelne Seiten im Internet Archive abrufbar). Hieroglyphische Texte des Hepu in Auszügen: Wolfgang Helck: Urkunden der 18. Dynastie. Heft 19: Historische Inschriften Thutmosis’ IV. und biographische Inschriften seiner Zeitgenossen. Akademie-Verlag, Berlin 1957, S. 29–31 [Nr. 516] (Online-Abruf über das Internet Archive). Deutsche Übersetzung: Wolfgang Helck: Urkunden der 18. Dynastie. Übersetzung zu den Heften 17–22. (= Urkunden des aegyptischen Altertums – Deutsch.) Akademie-Verlag, Berlin 1961, S. 160–161 [Nr. 516] (Online-Abruf über das Internet Archive).

Weblinks Persons and Names of the Middle Kingdom and early New Kingdom. – Ḥpw auf: pnm.uni-mainz.de (Listet auch alle Denkmäler, die ihm im Laufe der Zeit zugeschrieben wurden)

Einzelnachweise

Kategorie:Altägyptischer Beamter (Neues Reich) Kategorie:Wesir (Altes Ägypten) Kategorie:18. Dynastie (Ägypten) Kategorie:Geboren im 15. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Gestorben im 14. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Mann