Rolf Scherenberg (* 27. Mai 1897 in Berlin-Lichterfelde; † 10. Juni 1961 in Villach, Österreich) war ein deutscher Generalmajor der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Er war Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes.

Leben Rolf Scherenberg trat nach seiner Kadettenausbildung am 8. April 1915 als Kriegsfreiwilliger in die Königlich Preußische Armee ein. Dabei kam der Sohn eines Porträtmalers zum Füsilier-Regiment „Königin Viktoria von Schweden“ (Pommersches) Nr. 34. Hier wurde er am 24. Januar 1916 zum Leutnant befördert. Für sein Wirken im Ersten Weltkrieg erhielt Scherenberg beide Klassen des Eisernen Kreuzes und weitere Auszeichnungen. Mitte April 1920 kam er zum Pommerschen Jäger-Bataillon „Fürst Bismarck“ Nr. 2. Ende September 1920 wurde er mit dem Charakter als Oberleutnant aus dem Militärdienst verabschiedet.

Am 21. Oktober 1934 wurde er als Hauptmann in die Reichswehr ausgenommen. In der Wehrmacht war er ab 3. Januar 1939 Kompaniechef von 16/Infanterie-Regiment 4 unter der 32. Infanterie-Division. Im Zuge der Mobilmachung wurde er am 1. September 1939 zum Kommandeur des II. Bataillons vom Infanterie-Regiment 222 ernannt. Das Regiment war unter der 75. Infanterie-Division an der Westfront eingesetzt und kämpfte Anfang 1940 im Westfeldzug. Zum 1. August 1941 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Am 19. Dezember 1941 wurde ihm das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Am 20. Januar 1942 gab er das Kommando über das Bataillon ab und wurde am 27. Januar 1942 zum Kommandeur des neu für die 383. Infanterie-Division aufgestellten Infanterie-Regiment 532 ernannt. Auch nach der Umbenennung seines Regiments Mitte Oktober 1942 zum Grenadier-Regiment 532 blieb er weiter der Kommandeur. Zum 1. Februar 1943 wurde er zum Oberst befördert und wurde am 26. März 1943 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Die Regimentsführung gab er am 18. August 1943 ab.

Am 2. Januar 1944 wurde er zum Kommandeur des Sturm-Regiments Rhodos ernannt. Zwischen dem 21. November 1944 und dem 19. Dezember 1944 besuchte er einen Divisionsführerlehrgang in Hirschberg. Danach wurde er am 14. Februar 1945 für etwa eine Woche mit der Führung der 320. Volksgrenadier-Division beauftragt. Am 28. Februar 1945 erhielt er die Führung der 344. Infanterie-Division. Scherenberg übernahm am 2. März 1945 die 371. Infanterie-Division, welche er bis Kriegsende führte, und wurde in dieser Position am 20. April 1945 zum Generalmajor befördert. Zu Kriegsende geriet er in Deutsch-Brod bei Prag in Kriegsgefangenschaft der Roten Armee. In der Sowjetunion wurde er im Juni 1949 vom Militärgericht der Oblast Minsk als Kriegsverbrecher zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt und Anfang Oktober 1955 entlassen.

Am 10. Juni 1961 erlitt Scherenberg im Alter von 64 Jahren in Villach (Österreich) beim Baden einen Herzschlag und wurde zur Beisetzung nach Hamburg überführt.

Literatur Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres 1939–1945. Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg 1983, ISBN 3-7909-0202-0, S. 242. Walther-Peer Fellgiebel: Die Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes 1939–1945 — Die Inhaber der höchsten Auszeichnung des Zweiten Weltkrieges aller Wehrmachtteile. Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg 1986, ISBN 3-7909-0284-5 Dermot Bradley, Karl-Friedrich Hildebrand, Markus Rövekamp: Die Generale des Heeres 1921–1945. Die militärischen Werdegänge der Generale, sowie der Ärzte, Veterinäre, Intendaten, Richter und Ministerialbeamten im Generalsrang. Band 1: Abberger–Bitthorn. Biblio Verlag, Osnabrück 1993, ISBN 3-7648-2423-9, S. 236–237.

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