Der Franziskanerkogel ist ein hoher Berg der Stubalpe in der Steiermark in Österreich.
Lage und Umgebung mini|Blick von Westen auf den Franziskanerkogel Der Berg erhebt sich im Gemeindegebiet von Maria Lankowitz im Bezirk Voitsberg. Einen nahen Gipfel bildet der hohe Zigöllerkogel im Nordosten. Der Franziskanerkogel ist überwiegend, einschließlich seines Gipfels, Teil der Katastralgemeinde Lankowitz. Seine unteren nördlichen Hänge gehören zur Katastralgemeinde Kirchberg und seine unteren westlichen Hänge zur Katastralgemeinde Kemetberg. Die umliegenden Orte sind der Marktort Maria Lankowitz im Südosten, die Streusiedlung Niederberg der Ortschaft Kemetberg im Südwesten und die Streusiedlung Schafittelgraben der Ortschaft Kirchberg im Norden. Der Franziskanerkogel liegt im Einzugsgebiet des Lankowitzbachs, der in den Gößnitzbach mündet.
Am künstlich abgeflachten Gipfel befinden sich die Ruinen der Primaresburg, einer der ältesten urkundlich bekannten Burganlagen in der Steiermark. Es sind nur wenige Mauerreste erhalten.
Geologie Über den Berg verläuft eine ausgeprägte Deckengrenze zwischen dem oberostalpinen Deckenstockwerk und dem mittelostalpinen Deckenstockwerk. Die östlichen und südlichen Hänge sind von altpaläozoischem Bänderkalk des schwachmetamorphen Grundgebirges im oberostalpinen Deckenstockwerk geprägt, die nördlichen und westlichen Hänge von Marmor des polymetamorphen Grundgebirges im mittelostalpinen Deckenstockwerk.
Fauna und Flora Am Franziskanerkogel wurden die Schmetterlingsarten Tagpfauenauge (Aglais io), Großer Schillerfalter (Apatura iris), Landkärtchen (Araschnia levana), Kurzschwänziger Bläuling (Cupido argiades), Russischer Bär (Euplagia quadripunctaria), Schwalbenschwanz (Papilio machaon), Waldbrettspiel (Pararge aegeria), C-Falter (Polygonia c-album) und Admiral (Vanessa atalanta) beobachtet.
Der Gipfelbereich des Franziskanerkogels ist bewaldet. Unter den Pflanzen am Berg finden sich folgende Arten:
Erschließung Der Franziskanerkogel ist mit mehreren Forststraßen erschlossen, die bis zum Gipfel führen. Am Fuß des Bergs verlaufen mehrere Wanderwege, darunter der von der Ortsgruppe Köflach der Naturfreunde betreute Hans-Kloepfer-Rundwanderweg.
Geschichte mini|Mauerreste der Primaresburg am Franziskanerkogel
Der Gipfel des Franziskanerkogels war bereits in der Kupferzeit besiedelt. Bis ins Mittelalter diente er Verteidigungszwecken. Von hier aus hatte man eine gute Sichtverbindung zu den Wehrbauten Greißenegg, Hohenburg, Krems und Obervoitsberg. Die erste urkundliche Erwähnung der Primaresburg datiert auf das Jahr 1066. Schon um das Jahr 1400 war sie verfallen.
Nach der Primaresburg wurde der Franziskanerkogel früher auch als Preimeskogel bezeichnet, beispielsweise in einem Grundbuch des Jahres 1800. Das namensgebende Franziskanerkloster Maria Lankowitz am Fuß des Bergs wurde 1455 gegründet.
Der Mineraloge Matthias Joseph Anker bereiste 1810 im Auftrag von Erzherzog Johann Teile der West- und Oststeiermark für geognostische Erkundungen. Dabei erforschte und beschrieb er Limonite am Franziskanerkogel, die nach Salla zur Verschmelzung transportiert wurden. Archäologische Ausgrabungen, bei denen die Primaresburg lokalisiert wurde, fanden von 1982 bis 1986 statt.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Berg in der Pack- und Stubalpe Kategorie:Geographie (Maria Lankowitz)