Emīls Johans Urbāns (deutsch: Emil Johan Urban, * in Riga; † 17. Juli 1989 in Wellesley) war ein lettischer Fußball- und Bandyspieler deutsch-baltischer Herkunft. Mit dem RFK Riga wurde Urbāns in den 1920er Jahren dreimal in Folge lettischer Fußballmeister.
Karriere und Leben Emīls Urbāns wurde im Jahr 1904 in Riga als Sohn des Müllers Otto Urbāns (1871–?) und dessen Ehefrau Minna (geborene Junkere) geboren. Er wurde in der Petrikirche in Riga getauft. Urbāns heiratete im Jahr 1931 Karlīna (1907–?), mit der er eine Tochter, Aina (1933–?), hatte. Im Jahr 1925 wurde Urbāns zum Wehrdienst eingezogen und diente in einer Schweren Artilleriedivision.
Während des Zweiten Weltkriegs gelangte Urbāns mit seiner Familie als Flüchtling und Angehöriger der deutschbaltischen Volksgruppe nach Gotenhafen in das Deutsche Reich, wo er bei dem ehemaligen Fußballtorhüter, Georgs Kabuls (1910–?) dem Bruder von Nikolajs Kabuls (1912–1944), Unterkunft fand. Anschließend führte ihn sein Fluchtweg nach Böhmisch-Krumau, wo er als Kassierer in einer Bank arbeitete. Als sich die Rote Armee näherte, floh Urbāns über Passau und Esslingen am Neckar, bevor er schließlich Karlsruhe erreichte. In Karlsruhe gründete Urbāns mit Unterstützung lettische Fußballmannschaften, in denen er selbst ebenfalls spielte. 1950 wanderte Urbāns in die Vereinigten Staaten aus. Dort arbeitete er als Maler und Tapezierer. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Urbāns in Boston. Er wurde auf dem Friedhof der Stadt Wellesley beigesetzt, in der er auch im Alter von 85 Jahren starb.
Fußball Bereits vor dem Ersten Weltkrieg spielte Urbāns im Jugendfußballverein Jakor Riga, gemeinsam mit späteren lettischen Nationalspielern wie Kārlis Bone, Alberts Šeibelis und weiteren. Danach spielte Urbāns beim JKS Riga, dem lettischen Ableger des Christlichen Vereins Junger Menschen. Nach der Gründung des RFK Riga wechselte er 1923 gemeinsam mit fast der gesamten ersten Mannschaft des JKS zu dem neu gegründeten Verein. Mit dem RFK gewann Urbāns dreimal in Folge die lettische Meisterschaft (1924–1926) und zweimal den Rigaer Pokal (1924 und 1925). Anschließend spielte er mehrere Jahre für die Riga Vanderers. Als Spieler der Vanderers wurde Urbāns auch in die Lettische Fußballnationalmannschaft berufen. Innerhalb von zwei Jahren bestritt er 1927 und 1928 neun Länderspiele und erzielte dabei drei Tore.
Bandy Emīls Urbāns spielte auch Bandy, dem Vorläufer des heutigen Eishockeys. Er bestritt zwei Länderspiele und wurde 1924 mit dem RFK Riga lettischer Meister. Nach seinem Wechsel im Fußball zu Vanderers schloss sich Urbāns im Bandy dem RAK Riga an. Im Dezember 1928 erlitt er während eines Bandyspiels eine schwere Verletzung. Nachdem ihn der Ball am Auge getroffen hatte, stürzte er unglücklich und zog sich eine Gehirnerschütterung zu.
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