mini|hochkant|Francisco Antonio Javier de Gardoqui y Arriquíbar, Gemälde von José de Madrazo, 1816 (Museo de Bellas Artes de Bilbao) mini|hochkant|Kardinalswappen Francisco Antonio Javier de Gardoqui Arriquíbar (Familienname auch als de Gardoqui y Arriquíbar angegeben, * 9. Oktober 1747 in Bilbao; † 27. Januar 1820 in Rom) war ein spanischer Kardinal der Römisch-katholischen Kirche.
Leben Francisco Antonio Javier de Gardoqui Arriquíbar wurde am 9. Oktober 1747 in Bilbao in eine wohlhabende Bankiersfamilie geboren. Sein Bruder war der Diplomat Diego de Gardoqui, der erste Botschafter Spaniens in den Vereinigten Staaten. Er studierte Theologie und Kirchenrecht in Valladolid, wo er das Doktorat in utroque iure erwarb. Am 1. Juni 1776 empfing er in Madrid die Priesterweihe.
Innerhalb von fünf Jahren wurde er zum Generalvikar von Palencia ernannt. 1785 wurde er Fiskal der Inquisition in Granada und in Valladolid sowie Archidiakon von Sagunto und Alarcón. Seine umfassenden Rechtskenntnisse und seine rednerischen Fähigkeiten brachten ihm 1789 die Ernennung zum Auditor des Tribunals der Sacra Rota für das Königreich Kastilien ein.
Gardoqui war Berater der Könige Karl III. und Karl IV.; von letzterem wurde er 1802 zu den Verhandlungen des Friedens von Amiens entsandt. Er widersetzte sich entschieden dem Einfluss Napoleons sowohl gegenüber Spanien als auch gegenüber dem Heiligen Stuhl. Er war Träger des Großkreuzes des Ordens Karls III.
Gemeinsam mit seinem Bruder Diego entwarf er ein Projekt zur Besiedlung der argentinischen Pampa mit baskischen Bauern.
Pius VII. erhob ihn im Konsistorium vom 8. März 1816 zum Kardinalpriester mit der Titelkirche Sant’Anastasia al Palatino. Die Ernennung erfolgte wohl auch in Anerkennung seiner Treue während der Zeit der napoleonischen Besetzung Roms, als er zusammen mit dem Maler José de Madrazo in den napoleonischen Gefängnissen Roms inhaftiert gewesen war.
Er starb vier Jahre nach seiner Ernennung zum Kardinal am 27. Januar 1820 in Rom und wurde in seiner Titelkirche beigesetzt.
Eine Straße in seiner Geburtsstadt Bilbao sowie eine Straße in Valladolid tragen seinen Namen.
Literatur Garriga Billa: Un purpurado bilbaíno. In: Euskalerriaren Alde, Bd. XI. Reyes Calderón Cuadrado: Empresarios españoles en el proceso de independencia norteamericana; la Casa Gardoqui e Hijos de Bilbao. Remigius Ritzler, Pirminus Sefrin: Hierarchia Catholica Medii et Recentioris Aevi. Bd. VII (1800–1846).
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