Hans Knubbe (* 31. August 1938) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Der Halbstürmer und Außenläufer im damaligen WM-System hat in der Fußball-Oberliga Nord bei den Vereinen FC St. Pauli und ASV Bergedorf 85 von 1960 bis 1963 insgesamt 51 Ligaspiele mit sieben Toren absolviert.Harald Igel (Deutscher Sportclub für Fußballstatistiken, DSFS, Hrsg.): Oberliga Nord 1947 bis 1963, Band 2: 1956 bis zur Bundesliga. S. 324 Mit Beginn der Fußball-Bundesliga folgten noch von 1963 bis 1969 in der damals zweitklassigen Fußball-Regionalliga Nord 148 Ligaspiele mit 14 Toren bei den „Elstern“ von Bergedorf 85.Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. S. 259

Spielerlaufbahn Eimsbüttel, bis 1960 Der Techniker und Kombinationsfußballer Hans Knubbe entstammte dem Eimsbütteler TV. Nach dem Abstieg des ETV aus der Oberliga gehörte er in der Saison 1958/59 unter Trainer Karl-Heinz Manja dem Meisterteam in der Hamburger Amateurliga an. Mitspieler von dem jungen Spieler Knubbe waren unter anderem Gerd Riedel, Hans Rohweder (TH), Walter Risse jr., Günther Sell und Albert Wullenweber.Folke Havekost: ETV Hamburg. 100 Jahre Fußball in Eimsbüttel. Verlag Die Werkstatt. Göttingen 2006. ISBN 978-3-89533-529-7. S. 163 In der Aufstiegsrunde zur Oberliga Nord scheiterte der Hamburger Meister aber klar gegen VfB Lübeck, VfB Oldenburg und den Blumenthaler SV. Nach dem 4. Rang 1959/60 schloss sich Knubbe dem FC St. Pauli in der Oberliga Nord an.

FC St. Pauli, 1960 bis 1962 Neben Knubbe vom ETV war noch Werner Pokropp vom TSV Lägersdorf zur Mannschaft von Trainer Heinz Hempel im Sommer 1960 gekommen. Pokropp schaffte es auf Anhieb in die Stammelf, bei Knubbe dagegen verlief die Rückrunde nicht wie erhofft. Nach acht Einsätzen in der Hinrunde kam der Mann vom ETV lediglich noch am 8. Januar 1961 zu einem weiteren Einsatz. Knubbe musste sich mit neun Ligaeinsätzen (1 Tor zum Siegtreffer am 18. September 1960 beim Heimspiel gegen Bremerhaven 93) begnügen. Im Angriff waren die Plätze an Horst Haecks, Rolf Bergeest, Peter Osterhoff, Pokropp und Emil Schildt vergeben und St. Pauli belegte den 4. Rang.

In seiner zweiten Saison bei St. Pauli, 1961/62, steigerte Knubbe seine Einsätze auf 18 Spiele mit zwei Toren. Mit 16 Spielen auf Halblinks gehörte er der Angriffsformation um Haecks, Pokropp, Bergeest und Osterhoff an und St. Pauli belegte mit 40:20 Punkten erneut den 4. Rang. Beide Spiele gegen Serienmeister Hamburger SV gingen verloren (1:3, 1:2), gegen Vizemeister Werder Bremen erkämpfte sich das Team um Knubbe aber am 3. Dezember 1961 im Weserstadion einen Punkt (1:1). Vor der letzten Saison der alten erstklassigen Oberliga Nord, 1962/63, unterschrieb Knubbe einen neuen Vertrag beim ASV Bergedorf 85 und wechselte zum Lokalrivalen nach Bergedorf.

ASV Bergedorf 85, 1962 bis 1969 Das Team von Langzeittrainer Heinz Werner verlor vor dem letzten Jahr Oberliga den grandiosen Torschützenkönig Dieter Meyer, dieser schloss sich Vizemeister Werder Bremen an und seine 24 Rundentore 1961/62 waren eine gewaltige Hypothek für das neue Kubbe-Team. Bergedorf versuchte die Kompensation im Angriff durch die Neuzugänge Horst Howind (SuS Bergedorf), Rolf Planetta (SC Union 03 Altona), Knubbe (St. Pauli) und den eigenen Amateurspieler Lothar Kauker zu bewerkstelligen. Die Neuzugänge erzielten insgesamt 20 Rundentore für den ASV, Meyer ballerte beim Vizemeister Werder Bremen 37 Treffer ins Netz. Knubbe spielte zumeist auf Halblinks und absolvierte 24 Rundenspiele und erzielte dabei vier Tore. Bergedorf belegte am Rundenende den 11. Tabellenrang und trat somit in der Saison 1963/64 in der neu installierten Fußball-Regionalliga Nord an.

Der Techniker und Kombinationsfußballer wurde von Trainer Werner im Debütjahr der zweitklassigen Regionalliga Nord, 1963/64, in allen 34 Rundenspielen eingesetzt und erzielte zwei Tore. Die beiden Neuzugänge Peter Haack und Klaus Neisner (beide Hamburger SV) erzielten wie Rolf Planetta je 14 Tore und die Angriffswucht war dadurch gegeben. Aber in der Defensive kassierte der ASV aber auch 65 Gegentreffer und landete somit auf dem 8. Rang. Die zwei Spitzenreiter FC St. Pauli und Hannover 96 waren mit 51:17 beziehungsweise 49:19 Punkten weit enteilt. Die beiden umkämpften Heimsiege gegen St. Pauli (2:1) und Hannover 96 (1:0) ragten aus der Rundenbilanz heraus.

Im zweiten Regionalligajahr, 1964/65, bekleidete Knubbe überwiegend die linke Außenläuferposition und wurde von Trainer Werner wiederum in allen 32 Pflichtspielen zum Einsatz gebracht. An der Seite des von Werder Bremen zurückgekehrten Torjägers Dieter Meyer erzielte Knubbe sieben Treffer. Der 2:1-Heimerfolg am 28. November 1964 gegen Vizemeister FC St. Pauli ragt in der Rundenbilanz heraus; gegen den überlegenen Meister Holstein Kiel wurden beide Spiele mit 2:4/0:3 verloren. Mit 30:24 Punkten belegte der ASV erneut den 8. Rang, verspielte aber eine bessere Platzierung mit unbefriedigenden 10:22 Punkten in den Auswärtsspielen.

Im Weltmeisterschaftsjahr 1966 ging es in der Tabelle mit 30:34 Punkten und 56:65 Toren auf den 11. Rang nach unten. Nicht auszudenken, wo die Mannen um Mittelfeldakteur Knubbe (30-3) ohne die 24 Tore von Mittelstürmer Dieter Meyer gelandet wären. Beim 5:1-Heimerfolg gegen den 1. SC Göttingen 05 zeichnete sich der Torjäger mit vier Treffern aus.

In der Runde 1966/67 wurde Knubbe von Trainer Werner zumeist als Mittelläufer nominiert (26-1). Die Trefferquote von Torjäger Meyer ging auf neun Tore zurück und da Neuzugang Willi Soya von Werder Bremen lediglich 12 Spiele (3 Tore) bestritt und nicht die erhoffte spielerische Verstärkung darstellte, wurde mit dem negativen Torverhältnis von 45:57 Toren auf dem 11. Rang des Vorjahres verharrt.

Zur Saison 1967/68 trat Edgar Preuß die Nachfolge von Trainer Werner an. Da sich im Spielerkader außer dem Angreifer vom VfL Oldesloe, Uwe-Peter Goronzi, mit 10 Toren nichts weiteres tat, waren die Voraussetzungen für den neuen Trainer nicht wirklich gut. Der Start mit 3:13 Punkten aus den ersten acht Spielen tat das übrige dazu, Bergedorf kämpfte 1967/68 von Beginn an um den Klassenerhalt. Dazu kam noch im Lauf der Runde das verletzungsbedingte Karriereende von dem langjährigen Torjäger Dieter Meyer. Mit 13 Ligaeinsätzen (3 Tore) endete seine Vertragsspielerlaufbahn mit dem Heimspiel am 14. Januar 1968 bei einer 0:4-Niederlage. Knubbe versuchte auf der Außenläuferposition (24-1) mit den Läuferkollegen Heinz Weißleder und Lothar Kauker der Defensive stabilen Rückhalt zu geben, was zwar mit 54 Gegentreffern so leidlich gelang, aber die lediglich 31 erzielten Treffer führten zu 22:42 Punkten und damit zum 15. Tabellenrang – gerade zwei Punkte vor dem 16. Tabellenrang und ersten Abstiegsplatz von Altona 93.

Mit seinem Einsatz am 9. Februar 1969 bei einer 1:2-Auswärtsniederlage bei Bremerhaven 93 endete die Vertragsspielerkarriere von Hans Knubbe. Insbesondere durch die Neuzugänge Horst Romes (29-22), Ernst Kreuz (27-7) und Ulrich Spiegel (24-7) hatte sich das Angriffsspiel zwar deutlich verbessert, aber die Defensive war immer noch anfällig und konnte dadurch auch die schwache 15:17-Heimbilanz nicht verhindern. Mit 26:38 Punkten belegte der ASV 1968/69 in der Regionalliga Nord den 11. Rang.Harald Igel (Deutscher Sportclub für Fußballstatistiken, DSFS, Hrsg.): Regionalliga Nord 1963 bis 1974, Band 1: 1963 bis 1969. S. 256/257

Der Freund des technisch anspruchsvollen Fußballs war in späteren Jahren auch noch als Trainer im Hamburger Amateurfußball tätig.

Literatur Harald Igel/DSFS (Hrsg.): Oberliga Nord 1947 bis 1963, Band 2: 1956 bis zur Bundesliga. Sulingen 2023. Harald Igel/DSFS (Hrsg.): Regionalliga Nord 1963 bis 1974, Band 1: 1963 bis 1969. Sulingen 2024. Hardy Grüne: Legendäre Fußballvereine Norddeutschland. Agon Sportverlag. Kassel 2004. ISBN 3-89784-223-8. Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. Aoon Sportverlag. Kassel 2012. ISBN 978-3-89784-214-4. S. 259 (Daten zur Oberliga Nord stimmen nicht; siehe Igel/DSFS).

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