mini|Ehemaliges Servitinnenkloster St. Josef, Ansicht von Nordwesten, 2011
Das Servitinnenkloster St. Josef war ein Kloster der Servitinnen am Gödinghover Weg 11 im Düsseldorfer Stadtteil Unterbach. Der in den Jahren 1966 bis 1968 errichtete Gebäudekomplex umfasste neben dem Konvent und seiner Kapelle die katholische Jugendbildungsstätte St. Swidbert. Eintrag „ehemaliges Servitinnenkloster St. Josef“, Gödinghover Weg 11, Nummer A 1566.
Kloster und Bildungsstätte wurden 2006 im Rahmen eines Sparprogramms des Erzbistums Köln aufgegeben. Nach der Profanierung und dem Verkauf des Komplexes wurde die Anlage 2012 zu Wohnzwecken umgenutzt. Seit 2007 steht sie als Baudenkmal unter Denkmalschutz.
Lage und Anlage Der Komplex liegt am Gödinghover Weg im Südosten Düsseldorfs, nahe der Grenze zur Stadt Erkrath. Das Grundstück befindet sich am Rand eines bewaldeten Gebietes nördlich des historischen Siedlungskerns von Unterbach.
Die Anlage wurde nach Plänen des Architekten Hans Haas errichtet. Die Düsseldorfer Denkmalliste datiert ihre Entstehung auf die Jahre 1966 bis 1968. Zum Ensemble gehörten das Wohn- und Gemeinschaftsgebäude der Servitinnen, eine Kapelle sowie die Räume der Jugendbildungsstätte St. Swidbert.
Die Verbindung eines Ordenskonvents mit einer kirchlichen Bildungs- und Beherbergungseinrichtung bestimmte die Nutzung des Komplexes von Anfang an. In zeitgenössischen und späteren kirchlichen Quellen wurde der Standort je nach räumlichem oder kirchlichem Zusammenhang auch Düsseldorf-Vennhausen oder Düsseldorf-Gerresheim zugeordnet. In der Denkmalliste der Stadt Düsseldorf wird die Adresse heute dem Stadtteil Unterbach zugerechnet.
Geschichte Die Servitinnen in Düsseldorf Die in Düsseldorf ansässigen Schwestern gehörten zur Kongregation der Servitinnen von Galeazza. Die Gemeinschaft war 1862 durch den italienischen Priester Ferdinando Maria Baccilieri in Galeazza bei Bologna gegründet worden und gehört zur geistlichen Familie des Servitenordens. Im Jahr 1958 kamen drei Schwestern aus Italien nach Deutschland und begründeten die Düsseldorfer Niederlassung der Kongregation.
Neben dem gemeinschaftlichen Ordensleben widmeten sich die Schwestern der geistlichen Begleitung. Aus der Arbeit des Konvents entwickelte sich unter der Bezeichnung „Oase“ ein Angebot von Gebet, Besinnung und Glaubensbegleitung. 1995 entstand in Düsseldorf außerdem eine Weggemeinschaft von Frauen und Männern, die in einer verbindlichen Gruppe den Glauben mit den Schwestern teilten. Im Jahr 2004 schlossen sich mehrere Frauen der Kongregation als servitanische Laiengemeinschaft an.
Kloster und Jugendbildungsstätte Obwohl die Bauzeit des Komplexes mit 1966 bis 1968 angegeben wird, fand die Weihe nach der Chronik der benachbarten Pfarrei am 18. April 1970 statt. Der Kölner Erzbischof Joseph Kardinal Höffner weihte an diesem Tag sowohl das Kloster der Servitinnen als auch die Jugendbildungsstätte St. Swidbert.
Der Standort war damit nicht ausschließlich ein Wohnort der Ordensgemeinschaft. Die Jugendbildungsstätte diente der kirchlichen und sozialpädagogischen Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie bot Seminare, mehrtägige Bildungsmaßnahmen und Möglichkeiten zur Unterbringung von Gruppen an.
Zu ihren Arbeitsfeldern gehörte auch die Erlebnispädagogik. Ein Bildungsreferent der Einrichtung beschrieb 2003 die Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen beziehungsweise Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf. Erlebnispädagogische Methoden wurden dabei unter anderem zur Persönlichkeitsentwicklung, zur Beobachtung sozialer Kompetenzen und zur Reflexion von Gruppenprozessen eingesetzt.Jörg Lehmann: Erlebnispädagogik als ergänzendes Element in Verfahren der Kompetenzfeststellung. In: Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik – INBAS GmbH (Hrsg.): Kompetenzfeststellung. Neue Förderstruktur für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf. Offenbach am Main 2003, S. 180–195, insbesondere S. 187 und 193. Digitalisat (PDF; abgerufen am 15. Juli 2026).
Zwischen dem Kloster, der Bildungsstätte und den umliegenden katholischen Gemeinden bestanden enge Beziehungen. Der Komplex wurde auch für Veranstaltungen der Gemeinden und für Gottesdienste im Freien genutzt. In der örtlichen Pfarrchronik wurden die Servitinnen in Anlehnung an die erhöhte Lage ihres Hauses als die „Schwestern vom Berg“ bezeichnet.
Aufgabe des Standortes Im Jahr 2006 beschloss das Erzbistum Köln, die Jugendbildungsstätte St. Swidbert und das Kloster am Gödinghover Weg im Rahmen eines Sparprogramms aufzugeben. Am 21. Mai 2006 fand um 11.30 Uhr ein feierlicher Abschiedsgottesdienst statt. Wegen der langjährigen Verbundenheit mit dem Kloster entfiel an diesem Tag die reguläre Messe in der benachbarten Kirche St. Katharina.
Mit der Aufgabe des Standortes endete nicht die Geschichte der Düsseldorfer Servitinnen. Die Gemeinschaft bestand an einem anderen Ort in Düsseldorf weiter. Sie lebt heute (2026) als kleine Ordensgemeinschaft an der Neuenhofstraße in Düsseldorf-Rath und ist weiterhin in der persönlichen Glaubensbegleitung und in der Gestaltung von Gottesdiensten tätig.
Denkmalschutz und Umnutzung Am 15. August 2007 wurde der ehemalige Kloster- und Bildungskomplex unter der Nummer A 1566 in die Denkmalliste der Stadt Düsseldorf eingetragen. Die Eintragung bezeichnet das Objekt als ehemaliges Servitinnenkloster St. Josef und nennt als Bauzeit die Jahre 1966 bis 1968.
Nach der Aufgabe der kirchlichen Nutzung wurden das Kloster und die Kapelle an einen Investor verkauft. Die Kapelle wurde profaniert. Im Jahr 2012 erfolgte die Umnutzung des denkmalgeschützten Ensembles für Wohnzwecke. Die ehemaligen Kloster- und Bildungsräume sind seitdem Bestandteil einer privaten Wohnanlage.
Literatur Martin Bredenbeck: Die Zukunft von Sakralbauten im Rheinland. (= Bild – Raum – Feier. Studien zu Kirche und Kunst, Band 10). Schnell & Steiner, Regensburg 2015, ISBN 978-3-7954-2650-7.
Weblinks Website der Gemeinschaft der Servitinnen in Düsseldorf Eintrag zu St. Swidbert in der Datenbank invisibilis von moderneREGIONAL Denkmalliste der Landeshauptstadt Düsseldorf
Einzelnachweise
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