Bei der Brandkatastrophe von Bangkok brach kurz vor Mitternacht am 12. Juli 2026 im „Rong Beer Na Lat Phrao“ (thai: โรงเบียร์ ณ ลาดพร้าว, deutsch: Bierhalle von Lat Phrao), einer Bierhalle mit Live-Musik-Bühne, im Bangkoker Stadtbezirk Chatuchak ein Feuer aus. Bei dem Brand kamen 34 Menschen ums Leben, mehr als 70 weitere wurden verletzt; 24 von ihnen befanden sich Berichten zufolge in kritischem Zustand. Die Brandursache wird noch untersucht, nach erster Einschätzung von Stadtvertretern war ein elektrischer Kurzschluss in einem an der Decke montierten Klimagerät für das Feuer verantwortlich.
Ausgangslage Rong Beer Na Lat Phrao war ein 2023 eröffnetes Restaurant, das zugleich als Bierlokal und Veranstaltungsort für Live-Musik diente. Es befindet sich an der Lat Phrao Road, in der Nähe der Union Mall und der MRT-Station Phahon Yothin. Das Gebäude verfügt über zwei Haupteingänge und zwei Notausgänge.
Die Eigentümer von Rong Beer Na Lat Phrao, Suwicha und Bangorn Sailabath, gründeten am 14. November 2024 die Gesellschaft Rong Beer Na Lat Phrao Ltd.; dabei hält Suwicha einen Anteil von 95 % am Unternehmen, während die verbleibenden 5 % auf Bangorn entfallen. Ursprünglich war der Unternehmenszweck als „Verkauf von Speisen und alkoholischen Getränken sowie die Veranstaltung von Musik- und Unterhaltungsshows“ eingetragen; später wurde dieser auf die allgemeine Formulierung „Betrieb von Gastronomiegeschäften“ geändert.
Vorherige Unfälle In Thailand hat es bereits früher tödliche Brände in Vergnügungsstätten gegeben. Bei dem Brand im Santika Club in Bangkok am 1. Januar 2009 kamen 66 Menschen ums Leben und mehr als 200 wurden verletzt, während ein Feuer im Musik-Pub „Mountain B“ in der Provinz Chon Buri im Jahr 2022 ebenfalls 26 Todesopfer und 22 Verletzte forderte.
Vor der Gründung von Rong Beer Na Lat Phrao eröffneten Suwicha und Bangorn ein Restaurant namens Saleng (Thai: ซาเล้ง, wörtlich „Autorikscha“) in Yasothon. Am 24. Dezember 2019 brach während der Renovierung des Restaurants ein Feuer aus, bei dem eine Person verletzt wurde.
Hergang Die Stadtverwaltung von Bangkok teilte mit, dass das Feuer am 12. Juli kurz vor Mitternacht ausgebrochen sei. Die Rettungskräfte erhielten um 23:57 Uhr eine Meldung, und die Feuerwehr brachte den Brand innerhalb von etwa einer halben Stunde unter Kontrolle.
Nach Angaben der Behörden brach das Feuer im vorderen Bereich der Bühne aus und breitete sich rasch aus. Bei Ausbruch des Feuers fiel der Strom aus, sodass der Innenraum im Dunkeln lag. Viele Gäste begaben sich in Richtung der Küche und der Toiletten im hinteren Teil des Gebäudes; dort fanden Feuerwehrleute später einen Großteil der Opfer. Der Innenraum, das Mobiliar und die Decke wurden schwer beschädigt.
Premierminister Anutin Charnvirakul erklärte, ein Musiker, der am Veranstaltungsort auftrat, habe berichtet, vor dem Stromausfall Rauch an einem Sicherungskasten nahe der Bühne bemerkt zu haben. Der Musiker habe daraufhin eine Explosion gehört und geschildert, wie sich das Gebäude rasch mit dichtem Rauch füllte. Von Nachrichtenagenturen verifizierte Aufnahmen zeigten Rauch und Flammen, die aus dem Haupteingang drangen, während Gäste, einige mit brennender Kleidung, flohen.
Opfer Nach ersten Angaben von Behördenvertretern wurde der Tod von mindestens 28 Menschen bestätigt; mehr als 70 Personen wurden ins Krankenhaus eingeliefert, darunter 24 in kritischem Zustand. Bei den Verstorbenen handelte es sich um 18 Frauen und 9 Männer. Die Behörden richteten eine Anlaufstelle für Angehörige ein und begannen mit der Identifizierung der Toten und Verletzten. Am 14. Juli stieg die Zahl der Todesopfer auf 30. Am 15. Juli erhöhte sich die Zahl der Todesopfer auf 32, nachdem zwei weitere Personen ihren Verletzungen erlegen waren. Bis zum 19. Juli starben insgesamt 34 Personen. Die meisten Opfer starben an einer Rauchgasvergiftung.
Dem Gouverneur und lokalen Medien zufolge befand sich der Eigentümer des Veranstaltungsortes während des Feuers im Gebäude und wurde ins Krankenhaus eingeliefert.
Ermittlungen Der Ort des Geschehens wurde am 13. Juli abgesperrt, während Kriminaltechniker die Überreste des Gebäudes untersuchten. Obwohl die Ursache noch nicht abschließend geklärt war, teilte die Katastrophenschutzbehörde von Bangkok mit, ihre erste Einschätzung gehe davon aus, dass ein elektrischer Kurzschluss in einer Klimaanlage an der Decke den Brand ausgelöst habe – ein Feuer, das durch die direkt darunter befindliche, leicht entflammbare Schalldämmung an der Decke noch weiter angefacht wurde. Gouverneur Chadchart Sittipunt erklärte, die Ermittler würden die Deckenmaterialien sowie die Frage prüfen, ob Notausgänge versperrt gewesen seien. Er berichtete, dass Bierkästen einen Ausgang nahe der Küche und ein Tisch einen weiteren Ausgang blockiert hätten. Zudem äußerte er die Vermutung, dass leicht entflammbare Deckendekorationen zur raschen Ausbreitung des Feuers beigetragen haben könnten.
Der Pub war gesetzlich nicht dazu verpflichtet, schwer entflammbare Materialien zu verwenden, da er offiziell als „Restaurant mit Live-Musik“ und nicht als „Vergnügungsstätte“ registriert war.
Siehe auch Liste von Brandkatastrophen
Einzelnachweise
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