Die Kommission für Neuere Geschichte Österreichs ist eine 1897 gegründete österreichische wissenschaftliche Kommission, die seit 1991 als Verein organisiert ist. Ihr Schwerpunkt liegt in der Edition von Quellen und in Forschungen zur neueren Geschichte Österreichs. Seit 1903 erscheint die von ihr herausgegebene Schriftenreihe Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs.

Geschichte Die Gründung der Kommission geht auf eine Anregung des Historikers Hans von Zwiedineck-Südenhorst zurück. Im November 1897 wurde sie vom damaligen Ministerium für Kultus und Unterricht zunächst provisorisch als Kommission zur Herausgabe von Quellen zur Neueren Geschichte Österreichs begründet; 1903 erhielt sie den Namen Kommission für Neuere Geschichte Österreichs.

Nach dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie blieb die Kommission bestehen, wurde jedoch bis 1931 nicht mehr einberufen; laufende Vorhaben wurden in dieser Zeit von einem Geschäftsausschuss weitergeführt. In den Jahren 1990 und 1991 wurde die Kommission in einen Verein umgewandelt; ihre Statuten wurden am 3. April 1991 genehmigt.

Seit 2012 ist die Kommission organisatorisch an das Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck angegliedert; ihren Vereinsstatus behielt sie dabei bei.

Tätigkeit Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Edition von Quellen sowie in begleitenden Forschungen zur österreichischen Geschichte. Zu den von ihr betreuten Projekten gehören neben gedruckten auch digitale Editionen.

Publikationen Die von der Kommission herausgegebene Reihe Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs erscheint seit 1903. In ihr erscheinen Quelleneditionen, Monographien und Hilfsmittel zur österreichischen Geschichtswissenschaft. Auf der Publikationsseite der Universität Innsbruck ist für 2024 ein Band 125 der Reihe nachgewiesen.

Beispiele für in der Reihe erschienene Arbeiten sind: Schicksalsjahre Österreichs. Die Erinnerungen und Tagebücher Josef Redlichs 1869–1936 (Band 105, Teil 1–3), herausgegeben von Fritz Fellner und Doris A. Corradini. Michael Prokoschs Edition Das Tagebuch von Leo Thun-Hohenstein (1825–1842). Lothar Höbelts Herausgabe Die Tagebücher des Grafen Egbert Belcredi 1850–1894.

Zur Geschichte der Kommission legte Fritz Fellner 2001 eine eigene Monographie vor, die 2005 im Austrian History Yearbook besprochen wurde.

Literatur

Weblinks Website der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs Digitalisierte ältere Bände der Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs

Einzelnachweise

Kategorie:Institution (Geschichtswissenschaft) Kategorie:Organisation (Innsbruck) Kategorie:Gegründet 1897 Kategorie:Vereinsgründung 1991