Rudolph Dietrich Buchholtz (auch Buchholz; * 18. August 1719 in Pritzwalk; † 3. Juli 1778 in Berlin) war ein deutscher Kantor, Lehrer und Musikdirektor, der eine zentrale Rolle im Berliner Musikleben des 18. Jahrhunderts spielte.

Leben Rudolph Dietrich Buchholtz wurde als Sohn des Pritzwalker Diakons Johann Buchholtz (1682–1769) geboren. Zu seinen Geschwistern gehörte der Historiker Samuel Buchholtz. Er besuchte ab 1735 das Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin, wo er im Schülerchor sang. Ab 1739 studierte er Theologie an der Universität Halle und wechselte 1740 an die Universität Leipzig, um am dortigen Musikleben teilzuhaben.

Im Jahr 1741 wurde er als Kantor und Lehrer nach Havelberg berufen. Dort bildete er mit seinem Bruder, dem Konrektor Gottlob Burchard Genzmer und dem späteren Archäologen Johann Joachim Winckelmann einen intellektuellen Freundeskreis.

1755 übernahm Buchholtz das Kantorat an der St.-Petri-Kirche in Cölln an der Spree und eine Lehrerstelle am Cöllnischen Gymnasium. Als mit Beginn des Siebenjährigen Krieges 1756 das höfische Musikleben der Residenzstadt zum Erliegen kam, entwickelte Buchholtz St. Petri zu einem neuen musikalisch-gesellschaftlichen Zentrum Berlins. Unter Mitwirkung von Musikern der Königlichen Hofkapelle veranstaltete er groß besetzte Aufführungen von Figuralmusik (u. a. Werke von Johann Friedrich Agricola, Carl Heinrich Graun, Georg Philipp Telemann und Carl Philipp Emanuel Bach). Er nutzte ein für die Zeit innovatives Zeitungsmarketing und finanzierte die Aufführungen über den Verkauf gedruckter Textbücher. Zudem leitete er den Opernchor für die jährlichen Karnevalsaufführungen. 1775 ernannte ihn der Berliner Magistrat offiziell zum Director Musices.

Buchholtz verstarb 1778 im Alter von 58 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Er war unverheiratet und hinterließ ein beträchtliches Vermögen.

Bedeutung Obwohl keine eigenen Kompositionen oder Schriften von ihm überliefert sind, gilt Buchholtz als bedeutender Wegbereiter und Organisator der Berliner Klassik sowie der frühen Berliner Bach-Pflege. Teile seiner Notensammlung gelangten in das Archiv der Sing-Akademie zu Berlin.

Literatur

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