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Das Immaterielle Kulturerbe der Menschheit in Griechenland () umfasst die Aktivitäten, die für Griechenland aufgrund der UNESCO-„Konvention zum Schutz des immateriellen Welterbes“ als internationales Immaterielles Kulturerbe der Menschheit registriert wurden.
Für das immaterielle Kulturerbe werden auf internationaler Ebene von der UNESCO drei Listen geführt:
die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit; das Register guter Praxisbeispiele für Programme, Projekte und Tätigkeiten zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes sowie die Liste des dringend erhaltungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes. Neben den zehn Einträgen auf der Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit wird für Griechenland seit 2020 ein Element in dem UNESCO-Verzeichnis guter Praxisbeispiele aufgelistet: die Polyphonie in der Volksmusik in der Region Epirus.
Immaterielles Kulturerbe Folgende Einträge Griechenlands werden in den UNESCO-Listen zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit geführt: Bezeichnung Beschreibung Bild JahrUNESCO-Liste und LinkLegende: BSP = Gutes Praxisbeispiel RL = Repräsentative Liste Mittelmeerküche(gemeinsam mit Italien, Kroatien, Marokko, Portugal, Spanien und Zypern) Die Mittelmeerküche oder auch mediterrane Ernährung umfasst eine Reihe von Fertigkeiten und Traditionen einiger Mittelmeeranrainer in Bezug auf den Anbau, die Ernte, den Fischfang, die Tierhaltung, die Konservierung, die Verarbeitung, das Kochen und insbesondere das gemeinsame Essen und den Verzehr von Lebensmitteln. 150px|Mittelmeerküche in einem Restaurant auf Ikaria 2013 RL 00884 Mastix-AnbauDas zur Herstellung von Lebensmitteln und vielem anderen verwendete Mastix wird auf der Insel Chios aus dem Harz der Mastix-Sträucher (Pistacia lentiscus) gewonnen. Der Anbau von Mastix wird meist durch Familienbetriebe gewährleistet. Das ganze Jahr erfordert er aufwendige Pflege.150px|Mastix-Tropfen am Baum 2014 RL 00993 Marmorbildhauerei auf Tinos Die Kunst der Marmorbildhauerei ist Ausdruck der kulturellen Identität der Insel Tinos. Die Kunstschaffenden dieser Bildhauerei verfügen über empirisches Wissen der Zusammensetzung und Struktur des Marmorgesteins, der Eigenschaften der einzelnen Marmorsorten sowie Wissen über die Gestaltung der Maserung. Ihre Kunstfertigkeit lässt sich über eine lange Zeit zurückverfolgen.150px|Marmorskulptur von einem Geschäft in Tinos 2015 RL 01103 Momoeria Neujahrsfest in acht Dörfern Kozanis, WestmakedonienVom 25. Dezember bis zum 5. Januar treten in Kozani (Nordwestgriechenland) Tänzer, Schauspieler und Musiker mit Gajdas (Sackpfeifen) in den Straßen der Dörfer auf, um das neue Jahr zu feiern. Sie führen satirische Spiele auf, um Wohlstand, gute Ernten und Gesundheit zu erbitten. Die Momoeria-Tänzer sind eine Gruppe von 30 männlichen Darstellern. Sie tragen Helme, Faltenröcke und traditionelle Schuhe und tanzen auf Anweisung des Anführers, während sie Stöcke schwingen, um die Naturgewalten davon zu überzeugen, die Lebensgrundlage der Dorfbewohner nicht zu gefährden. 2016 RL 01184 RembetikoDer Rembetiko ist eine Musikform mit Gesang, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunächst unter der städtischen Unterschicht und der Arbeiterklasse verbreitete. Heute gehört diese Musikform zum festen Repertoire fast jeder gesellschaftlichen Veranstaltung, bei der Musik und Tanz eine Rolle spielt. Die Musikstücke stellen eine lebendige Musiktradition mit starkem ideologischen und künstlerischen Charakter dar. Zu den wichtigsten Instrumenten beim Rembetiko zählen die Bouzouki, die Baglamas und die Gitarre.150px|Rembetiko Quartett mit Markos Vamvakaris 1934 2017 RL 01291 Byzantinischer Gesang(gemeinsam mit Zypern)Der seit mehr als 2000 Jahren bestehende byzantinische Gesang stellt eine bedeutende kulturelle Tradition und ein umfassendes Musiksystem dar, das Teil der gemeinsamen musikalischen Traditionen ist, die sich im Byzantinischen Reich entwickelt haben. Er untermalt die liturgischen Texte der griechisch-orthodoxen Kirche musikalisch; dabei ist er untrennbar mit dem spirituellen Leben und dem Gottesdienst verbunden. Von Generation zu Generation mündlich weitergegeben, konnte dieser Gesang einige Hauptmerkmale erhalten, nämlich eine im Wesentlichen einstimmige Vokalmusik mit verschiedenen Rhythmusstilen, um die gewünschten Silben bestimmter Wörter zu betonen.150px|Ioannis Koukouzelis, Chordirigent 2019 RL 01508 Dekapentavgoustos – Feierlichkeiten am 15. August in zwei nordgriechischen GemeindenAm 15. August ( Dekapentavgoustos) finden zum Gedenken an die Entschlafung der Jungfrau Maria im nordgriechischen Vlasti und Syrrako besondere Feierlichkeiten statt, der „Tranos Choros“ (großer Tanz) in Vlasti und das Syrrako-Fest. Historisch gesehen markierten diese orthodoxen Feste das jährliche Wiedersehen der Hirtengemeinschaften, bevor die Schaf- oder Rinderzüchter auf ihre Winterweiden zogen. Obwohl die Bevölkerung der meisten Bergdörfer stark zurückgegangen ist, stehen die Feste heute im Zeichen des Wiedersehens der Gemeinschaften, deren Bewohner in die Städte abgewandert sind. Das Hauptmerkmal beider Feste sind die rituellen Tänze. Beim „Trano Choro“ in Vlasti bilden Tanzende aller Altersgruppen einen großen offenen Kreis, halten sich an den Händen und tanzen zu einem langsamen, majestätischen Rhythmus, während sie ohne musikalische Begleitung singen. Beim Syrrako-Fest begleiten hingegen eine Musikgruppe und Sänger den Tanz. 2022 RL 01726 Transhumanz(gemeinsam mit Albanien, Andorra, Frankreich, Italien, Kroatien, Luxemburg, Österreich, Rumänien und Spanien)Als Transhumanz wird die saisonale Wanderung von Menschen mit ihren Herden zwischen verschiedenen geografischen oder klimatischen Regionen bezeichnet. Jedes Jahr im Frühjahr und Herbst wandern diese entlang traditioneller Weidewege. In Griechenland verzeichnet die Tradition dieser Wanderung zwar einen Rückgang, aber immer noch führen in der Landwirtschaft tätige Familien ihre Tiere in den Sommermonaten in die kühleren Bergregionen, besonders in Thessalien, Zentralgriechenland und auf den größeren Inseln Kreta und Euböa.150px|Transhumanz in Marokko 2019/2023 RL 01964 Messosporitissa-FestDas Fest der Muttergottes Messosporitissa () ist ein bedeutender Feiertag im griechisch-orthodoxen Christentum, der am 21. November begangen wird. Am Vorabend des Festes (20. November) findet in einer postbyzantinischen Kapelle aus dem 17. Jahrhundert, die sich innerhalb der archäologischen Stätte von Elefsina befindet, eine Feier statt. Die Gläubigen bringen ein speziell zubereitetes süßes Brot mit, das gesegnet und an die Teilnehmer verteilt wird. Außerdem bringen sie ein weiteres Brot namens „Prosforo“ (Opfergabe) mit, was bei der Heiligen Kommunion am nächsten Tag ausgeteilt wird. Zu den weiteren Gaben gehören Wein und Olivenöl. Die gefeierte Muttergottes wird als Schutzpatronin der Ernte betrachtet.150px|Kirche Panagia Messosporitissa in Elefsina 2024 RL 02101 Kunst des Trockenmauerbaus(gemeinsam mit Andorra, Belgien, Frankreich, Irland, Italien, Kroatien, Luxemburg, Österreich, Slowenien, Spanien, Schweiz und Zypern)Die Kunst des Trockenmauerbaus bezeichnet die Bauweise, bei der Steine ohne Bindemittel aufeinandergesetzt werden. Diese in verschiedenen Ländern Europas praktizierte Technik setzt ein tiefes Verständnis für Geometrie und Physik voraus. Außerdem müssen für diese Bauweise die Steine sorgfältig ausgewählt und angeordnet werden, damit die langfristige Stabilität des Bauwerks sowie dessen Anpassung an das jeweilige Gelände und Klima gewährleistet werden kann. Zu mit Trockenmauerbau errichteten Bauwerken gehören unter anderem Häuser, Brücken, Wege, Mauern, Gräber, Keller und Tore.150px|Trockenmauerwerk 2024 RL 02106Polyphonische KarawaneDer polyphone Gesang in Epirus ist zwei- oder vierstimmig und hat eine lange folkloristische Tradition, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Vergessenheit zu geraten drohte. Seit 1997 besteht das Projekt „Apiros“ (Polyphonische Karawane) das mit Konzerten und Workshops Ausübung und Studium der Polyphonie in der Volksmusik in der historischen Region fördert. 2020BSP 01611
Anmerkungen
Weblinks Website der UNESCO Intangible Cultural Heritage
Einzelnachweise
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