Die angolanisch-slowakischen Beziehungen umfassen das zwischenstaatliche Verhältnis zwischen Angola und der Slowakei. Sie nahmen am 30. September 1993 diplomatische Beziehungen auf.Webseite zu den diplomatischen Beziehungen zu Österreich des Außenministeriums von Angola, abgerufen am 12. Juli 2026

Ihr Verhältnis gilt als freundschaftlich, wenngleich auch erst wenig intensiv. Die Zusammenarbeit in internationalen Gremien, insbesondere in den Vereinten Nationen und in der Beziehung Angolas zur EU, in der die Slowakei Mitglied ist, und ihre weiter im Aufbau befindlichen Wirtschaftsbeziehungen gehören zu den wichtigsten Verbindungsgliedern ihrer Beziehung, die ihre Wurzeln in den freundschaftlichen Beziehungen der Volksrepublik Angola und der CSSR hat. Ihre kleine gegenseitige Migrationsgeschichte, mit hunderten slowakischen Arbeitern und Ingenieuren bei Projekten in Angola und Dutzenden angolanischer Studenten in der Slowakei als stärksten Faktoren, ist ein weiteres Element ihrer Beziehungen. Insbesondere in der slowakischen Hauptstadt Bratislava besteht dabei eine kleine angolanische Diaspora.Veľvyslanec Iľaščík odovzdal poverovacie listiny v Angole - „Botschafter Iľaščík übergab seine Beglaubigungsschreiben in Angola“, Mitteilung vom 2. März 2012 des Außenministeriums der Slowakei, abgerufen am 12. Juli 2026Actividade com a Comunidade Angolana residente em Bratislava, Eslováquia - „Aktivitäten mit der in Bratislava, Slowakei ansässigen angolanischen Gemeinschaft“, Mitteilung vom 3. Juli 2021 der angolanischen Botschaft in Wien, abgerufen am 12. Juli 2026

Seit 2016 hat die Slowakei Beobachterstatus in der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder, deren Gründungsmitglied Angola ist.

Bis zur Unabhängigkeit Angolas von Portugal 1975 und der Errichtung der eigenständigen Slowakei 1993 bestimmten die portugiesisch-tschechoslowakischen Beziehungen bzw. ab 1975 die angolanisch-tschechoslowakischen Beziehungen ihr Verhältnis.

Geschichte mini|Zerstörter Panzer im angolanischen Bürgerkrieg (1975–2002): die tschechoslowakische Unterstützung für die Einheitspartei MPLA ist ein verbindendes historisches Element in den angolanisch-slowakischen Beziehungen. Im 1961 im Norden Angolas begonnenen portugiesischen Kolonialkrieg und im anschließenden Bürgerkrieg in Angola ab 1975 erhielt die kommunistische Unabhängigkeitsbewegung und anschließende Einheitspartei MPLA Hilfe von einigen Ostblockstaaten, darunter auch die Tschechoslowakei, die mindestens seit 1966 die Granatenwerfer Pancérovka P-27 lieferte, später kamen auch VT-55A- und T-55-Panzer aus tschechoslowakischer Produktion dazu.Revista Portuguesa de História Militar (Nr. 1 der portugiesischen Militärzeitschrift, S. 72ff des PDF-Abrufs), abgerufen am 12. Juli 2026 Der MPLA-Funktionär Viriato da Cruz hielt sich vom 20. bis zum 29. Januar 1961 in der Tschechoslowakei auf, als erster MPLA-Auslandsreise überhaupt, wo er sich teils erfolgreich um Unterstützung in militärischer und ziviler Ausbildung von MPLA-Kadern und um Lieferung von Material bemühte. Auch in der Bildungspolitik ließ sich die MPLA danach von Ostblockstaaten inspirieren, darunter wieder die Tschechoslowakei, wo sich der MPLA-Gesandte da Cruz bereits 1961 u. a. mit Vertretern von Kooperativen, Gewerkschaften und Jugendverbänden getroffen hatte.Manuel Brito Neto: História e Educação em Angola: Do Colonialismo ao Movimento Popular de Libertação de Angola (MPLA), Campinas/São Paulo 2005, S. 6 u. S. 113, PDF-Abruf bei der Universität Campinas, abgerufen am 12. Juli 2026

Im weiteren Verlauf des Bürgerkriegs, insbesondere aber seit dem Zerfall der Sowjetunion und des Ostblocks ab 1990 nahmen die Beziehungen dann wieder an Intensität ab. Erst nach dem Ende des angolanischen Bürgerkriegs 2002 und der folgenden wirtschaftlichen Erholung Angolas und der Konsolidierung der von Tschechien abgetrennten und seit 1993 eigenständigen Slowakei näherten sie sich wieder an. Am 30. September 1993 gingen sie diplomatische Beziehungen ein.

Im Jahr 2000 kam Angolas Präsident José Eduardo dos Santos zum Staatsbesuch in die Slowakei, wo er sich für die Unterstützung in der Vergangenheit bedankte und Interesse an erneut vertieften Beziehungen ausdrückte, dabei nannte er insbesondere den Austausch in Industrie und Technologie und die Investition slowakischer Unternehmen in Angola in Bereichen wie Energie und Möbelproduktion. Bei der Gelegenheit unterzeichneten beide Seiten auch eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit beider Außenministerien.Chefe da diplomacia eslovaca em Luanda - „Chef der slowakischen Diplomatie in Luanda“, Meldung vom 21. Juli 2016 des angolanischen Nachrichtenportals RedeAngola.info, abgerufen am 12. Juli 2026

Bei seiner Akkreditierung 2012 bei Angolas Präsident dos Santos bekräftigte dann auch der slowakische Botschafter in Angola mit Amtssitz in Pretoria, Alexander Iľačšík, das Bestreben beider Seiten, die Geschichte ihrer guten Beziehungen fortzuführen, nun mit Schwerpunkt auf den Handelsbeziehungen, in denen die Slowakei etwa benötigte Spezialausrüstungen an Angola liefern könne. Vorher hatte Botschafter Iľačšík sich bereits mit Angolas Außenminister George Chicoti getroffen, um über Visaerleichterungen, diplomatische Zusammenarbeit und eine Vertiefung ihrer Zusammenarbeit in Bildung und Ausbildung zu sprechen. mini|Angolas Präsident José Eduardo dos Santos (Mitte) 1991 zu Besuch bei der EU: der noch vom antikolonialen Unabhängigkeitskrieg und der Unterstützung durch Ostblock-Staaten wie der Tschechoslowakei geprägte dos Santos verbesserte ab 2000 die Beziehungen zur Slowakei, die danach zeitweise weitere Annäherungen erfuhren. 2016 besprach der slowakische Außenminister Miroslav Lajčák beim ersten Staatsbesuch eines slowakischen Regierungsmitglieds in Angola, u. a. mit seinem angolanischen Amtskollegen Chicoti und dem angolanischen Vize-Präsidenten Manuel Vicente, eine deutliche Intensivierung ihrer Beziehungen, die auf ihre historische Freundschaft aufbauen und zukünftig in verschiedenen Wirtschaftsbereichen wie Bergbau, Verteidigungsindustrie, Landwirtschaft, Energie und Bauwesen, aber auch in Stipendien für angolanische Studenten an slowakischen Hochschulen aufblühen könnten, wozu Lajčák auch von einer Delegation slowakischer Unternehmer begleitet wurde. Beide Seiten begannen oder führten dabei auch Verhandlungen in verschiedenen Bereichen fort, darunter gegenseitige Visaerleichterungen, ein Investitionsschutzabkommen und die Einrichtung eines slowakischen Honorarkonsulats in Luanda. Beide Seiten besprachen dabei auch die gegenseitige Unterstützung in internationalen Gremien. Dabei erklärte Angola, die Bewerbung der Slowakei um den Posten des UN-Generalsekretärs zu unterstützen.SR-Angola: Konkrétne kroky k posilneniu spolupráce - „Slowakei-Angola: Konkrete Schritte zur Stärkung der Zusammenarbeit“, Mitteilung vom 21. Juli 2016 des Außenministeriums der Slowakei (2022 aktualisiert), abgerufen am 12. Juli 2026Angola apoia candidato eslovaco a secretário-geral da ONU - „Angola unterstützt slowakische Kandidatur zum UN-Generalsekretär “, Meldung vom 22. Juli 2016 des angolanischen Nachrichtenportals RedeAngola.info, abgerufen am 12. Juli 2026

Mit der jedoch zwischenzeitlich eingesetzten Schwäche der angolanischen Wirtschaft und dem parallel erfolgten Wechsel an der Spitze der angolanischen Regierung (Machtantritt von Präsident João Lourenço 2017) verlangsamte sich danach die weitere Annäherung beider Staaten. So gehörte Angola 2026 weiterhin zu den strategisch bedeutsamen afrikanischen Ländern für die slowakische Außenpolitik, jedoch liegt ihr Augenmerk nun verstärkt eher auf anderen afrikanischen Ländern, insbesondere Äthiopien, Algerien, Marokko und Tansania.Slovensko prehlbuje vzťahy s africkými partnermi - „Die Slowakei vertieft die Beziehungen zu afrikanischen Partnern“, Mitteilung vom 26. Mai 2026 des Außenministeriums der Slowakei, abgerufen am 12. Juli 2026

Diplomatie Angola führt keine eigene Botschaft in der Slowakei, das Land gehört zum Amtsbezirk des angolanischen Botschafters in Österreich.

Die Slowakei hat ebenfalls keine eigene Vertretung in Angola eröffnet, das Land wird von der slowakischen Botschaft in Portugal betreut. Eine Zeit lang war die slowakische Vertretung in Südafrika zuständig.

Gegenseitige Konsulate wurden noch nicht eingerichtet, die Einrichtung eines slowakischen Honorarkonsulats in der angolanischen Hauptstadt Luanda wird allerdings seit einiger Zeit angebahnt (alles Stand Juni 2026).

Wirtschaft mini|Gebäude des traditionsreichen angolanischen Brauereikonzerns Cuca in Luanda: slowakische Produkte für die angolanische Biererzeugung bestimmen den noch wenig entwickelten Handel zwischen beiden Ländern. Der Handel zwischen beiden Staaten ist noch vergleichsweise gering und wird bislang bestimmt von slowakischen Produkten für die Bierproduktion in Angola.

Im Jahr 2024 belief sich ihr bilaterales Handelsvolumen auf gut 3,5 Mio. US-Dollar, mit einem massiven Handelsbilanzüberschuss zu Gunsten der Slowakei von fast 3,4 Mio. US-Dollar.

Angolanischen Ausfuhren im Wert von 64.500 US-Dollar, ganz überwiegend Wasserstoff und andere Gase, standen slowakische Exporte in Höhe von 3,45 Mio. US-Dollar gegenüber, mit Malzextrakt (0,77 Mio. US-Dollar) als wichtigstem Einzelgut.Zahlen zum angolanisch-slowakischen Handel des Observatory of Economic Complexity (OEC), abgerufen am 12. Juli 2026

Sport Fußball gilt in beiden Staaten als populärste Sportart. Die Angolanische und die Slowakische Fußballnationalmannschaft der Männer haben bislang aber noch nicht gegeneinander gespielt, auch die Angolanische und die Slowakische Fußballnationalmannschaft der Frauen noch nicht (alles Stand Juni 2026).

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Einzelnachweise