Im Zweiten Weltkrieg wurden durch die Wehrmacht unterschiedliche Brigaden der Artillerietruppe aufgestellt. Dies waren Heeres-Artillerie-Brigaden, Heeres-Sturmartillerie-Brigaden und eine Sturmartillerie-Lehr-Brigade 111. Eine Vielzahl bestand nur aus einem Brigadestab, welcher aus einem Artillerie-Regiment umgegliedert worden war, und erreichte nicht die Stärke einer eigentlichen Brigade.

Einige der Brigaden wurde in sogenannte Volks-Artillerie-Korps.

Heeres-Artillerie-Brigadestab 70 Der Stab des (schweren) Artillerie-Regiments 70, welches am 10. Oktober 1938 im Wehrkreis XII aufgestellt worden war, wurde am 18. Juni 1940 zum Heeres-Artillerie-Brigadestab 70. Dieser wurde als Heerestruppenteil, zuletzt in Ostpreußen eingesetzt.

Heeres-Artillerie-Brigade 88 (mot.) Nach der Auflösung der 18. Artillerie-Division wurde aus dem Artillerie-Regiment 88 (mot.), welche ab 16. Oktober 1943 und Nachfolgeeinheit der vorher schon mal ab 15. Oktober 1940 existierenden Artillerie-Regiment 88; später in Panzer-Artillerie-Regiment 88 umbenannt; existierte, und durch Verstärkung durch die Artillerie-Abteilung 854 als Stab IV. und 10. und 11. Batterie am 25. Juli 1944 die Heeres-Artillerie-Brigade 88 (mot.) aufgestellt. Die Gliederung war: I. mit 1 bis 3, II. mit 4 bis 6, III. (schwer) mit 7 bis 9, IV. mit 10 und 11. Ab dem 27. Juli 1944 war die neu aufgestellte Brigade Heerestruppenteil erst in der Nordukraine, zuletzt in Ostpreußen.

Sturmartillerie-Lehr-Brigade 111 Die Sturmartillerie-Lehr-Brigade 111 wurde im Februar 1945 in Burg bei Magdeburg durch den Wehrkreis XI als Heerestruppenteil aufgestellt. Hierzu wurden aus der Sturmartillerie-Schule drei Abteilungen herausgezogen und eine leichte Feldhaubitzen-Batterie der Brigade zugeteilt. Die Brigade kam bei der 9. Armee an der Oder zum Einsatz.

Volks-Artillerie-Korps 166 Im März 1945 wurde das Volks-Artillerie-Korps 166 als Heerestruppenteil beim LXXXI. Armeekorps in den Niederlanden aufgestellt. Das Korps bestand nur aus I. Abteilung, vermutlich aus der I./1548, mit 2. Batteriern und einer Beobachtungs-Batterie.

Heeres-Artillerie-Brigadestab 140 und Heeres-Artillerie-Brigade 732 Der Heeres-Artillerie-Brigadestab 140 wurde am 13. Juni 1944 aus dem Artillerie-Regiments-Stab z.b.V. (mot.) 140, welcher ab 28. Februar 1943 bei der 6. Armee in Südrussland existierte, als Heerestruppenteil aufgestellt. Im Januar 1945 wurde hieraus der Stab der Heeres-Artillerie-Brigade 732.

Die Heeres-Artillerie-Brigade 732 wurde im Januar 1945 u. a. aus dem Stab der Heeres-Artillerie-Brigade 140 als Heerestruppenteil gebildet. Zusätzlich bildete die III./Artillerie-Regiment 36 die I., die schwere Artillerie-Abteilung 154 die II. und die schwere Artillerie-Abteilung 732 die III. Abteilung der Brigade. Später wurde die I. Abteilung mit der III./Artillerie-Abteilung 777 ausgetauscht. Die Brigade stand mit der 9. Armee an der Weichsel.

Heeres-Sturmartillerie-Brigade 236 Am 10. Juni 1944 wurde aus der Sturmgeschütz-Brigade 236, welche am 14. Februar 1944 aus der Sturmgeschütz-Abteilung 236 entstanden war, die Heeres-Sturmartillerie-Brigade 236 als Heerestruppenteil mit vier Batterien aufgestellt. Die Brigade wurde in Russland eingesetzt und kam 1945 mit der 4. Panzerarmee nach Polen bzw. in die Lausitz.

Heeres-Sturmartillerie-Brigade 239 Am 10. Juni 1944 wurde aus der Sturmgeschütz-Brigade 239, welche am 14. Februar 1944 aus der Sturmgeschütz-Abteilung 239 entstanden war, die Heeres-Sturmartillerie-Brigade 239 als Heerestruppenteil aufgestellt. Die Brigade wurde in der Südukraine bei der 6. Armee um Kischinew eingesetzt und kam später mit der 6. Armee nach Ungarn.

Heeres-Artillerie-Brigade 288 Die Heeres-Artillerie-Brigade 288 wurde im Juli 1944 als Heerestruppenteil aus dem Artillerie-Regiment 288, welche ab dem 7. September 1943 bestand, aufgestellt. Die Gliederung war: I. mit 1 bis 3, II. mit 4 bis 6 und III. mit 7 bis 9. Ab 1945 bestand nur noch die I. und III., da die III. wahrscheinlich II./Heere-Artillerie-Korps 888 wurde. Zuletzt stand die Brigade bei der 4. Panzerarmee um Krakau.

Heeres-Sturmartillerie-Brigade 300 Im April 1945 wurde aus der Sturmgeschütz-Brigade 300, welche am 14. Februar 1944 aus der Sturmgeschütz-Abteilung 300 (drei Batterien) entstanden war, die Heeres-Sturmartillerie-Brigade 300 als Heerestruppenteil aufgestellt. Die Brigade wurde zuletzt bei der 17. Armee in Schlesien eingesetzt.

Heeres-Sturmartillerie-Brigade 303 Im Herbst 1944 wurde aus der Sturmgeschütz-Brigade 303, welche am 14. Februar 1944 aus der Sturmgeschütz-Abteilung 303 (drei Batterien) entstanden war, die Heeres-Sturmartillerie-Brigade 303 als Heerestruppenteil mit vier Batterien aufgestellt. Die Brigade kämpfte nach der Auffrischung bei der 6. Armee in Ungarn. Dort war sie als Korpstruppe im III. Panzerkorps bei den Kämpfe im Bezirk Oberwart involviert und erlebte das Kriegsende in der Steiermark.

Heeres-Artillerie-Brigade 388 und Volks-Artillerie-Korps 388 Die Heeres-Artillerie-Brigade 388 wurde am 18. September 1944 mit I. leichte Abteilung, II. aus der am 15. Juni 1944 im Wehrkreis II aufgestellten Artillerie-PAK-Abteilung 1039, III. leichte Abteilung in Güstrow und Beobachtungs-Batterie 399 aus der Lichtmeß-Batterie 11 als Heerestruppenteil aufgestellt. Hierzu wurde der Stab des Artillerie-Regiments 388 herangezogen, welches am 9. November 1943 bei der Heeresgruppe Mitte für die 18. Artillerie-Division aufgestellt worden war. Damit ergab sich die Gliederung: I. mit 1 bis 3, II. mit 4 bis 6, III. mit 7 bis 9. Ab 27. Oktober 1944 kämpfte die Brigade an der Westfront.

Am 30. Oktober 1944 wurde aus der Heeres-Artillerie-Brigade 388 das Volks-Artillerie-Korps 388 unter Verstärkung durch IV. aus der Heeres-Artillerie-Abteilung II./42 (Wehrkreis VI), V. (mot.) aus der Heeres-Artillerie-Abteilung II./43 (Wehrkreis VII) und VI. Heeres-Artillerie-Abteilung 672 (Wehrkreis II) aufgestellt. Damit ergab sich die Gliederung: I. mit 1 bis 3, II. mit 4 bis 6, III. mit 7 bis 9, IV. mit 10 und 11, V. mit 13 und 14 und VI. mit 16 bis 18. Im Dezember 1944 war die Brigade, wie u. a. auch andere Volks-Artillerie-Korps, mit der 5. Panzerarmee in die Ardennenoffensive eingebunden. Später kam es mit der 5. Panzerarmee an den Rhein und die Ruhr.

Heeres-Artillerie-Brigade 401 und Volks-Artillerie-Korps 401 Die Heeres-Artillerie-Brigade 401 wurde im September 1944 mit 5 Abteilungen durch den Wehrkreis XIII als Heerestruppenteil aufgestellt. Am 4. November 1944 kam es aus dem Protektorat an die Westfront. Anfangs kämpfte die Brigade bei der 1. Armee in der Saarpfalz.

Die Gliederung war: I. mit 1 bis 3, II. mit 4 und 5, III. mit 7 bis 9, IV. mit 10 und 11, V. mit 13 und 14 und eine Beobachtungs-Batterie.

Im gleichen Monat wurde aus der Heeres-Artillerie-Brigade 401 das Volks-Artillerie-Korps 401. Im Dezember 1944 war die Brigade, wie u. a. auch andere Volks-Artillerie-Korps, mit der 5. Panzerarmee in die Ardennenoffensive eingebunden. Zuletzt kämpfte das Korps bei der 1. Fallschirm-Armee um Wesel.

Heeres-Artillerie-Brigade 402 und Volks-Artillerie-Korps 402 Die Heeres-Artillerie-Brigade 402 wurde am 18. September 1944 mit 5 Abteilungen (Ohrdruf) durch den Wehrkreis IX als Heerestruppenteil aufgestellt und kam an der Westfront zum Einsatz.

Die Gliederung war: I. mit 1 bis 3, II. mit 4 und 5, III. mit 7 bis 9, IV. mit 10 und 11, V. mit 13 und 14 und eine Beobachtungs-Batterie.

Im November 1944 wurde aus der Heeres-Artillerie-Brigade 402 das Volks-Artillerie-Korps 402. Im Dezember 1944 war die Brigade, wie u. a. auch andere Volks-Artillerie-Korps, mit der 6. Panzerarmee in die Ardennenoffensive eingebunden. Zuletzt kämpfte das Korps bei der 1. Fallschirm-Armee um Wesel.

Heeres-Artillerie-Brigade 403 und Volks-Artillerie-Korps 403 Die Heeres-Artillerie-Brigade 403 wurde am 15. Oktober 1944 mit 6 Abteilungen (Raum Bückeburg) durch den Wehrkreis XI als Heerestruppenteil aufgestellt.

Die Gliederung war: I. mit 1 bis 3, II. mit 4 bis 6, III. mit 7 bis 9, IV. mit 10 und 11, V. mit 12 und 13 und VI. mit 14 bis 16.

Im November 1944 wurde aus der Heeres-Artillerie-Brigade 403 das Volks-Artillerie-Korps 403. Im Dezember 1944 war die Brigade, wie u. a. auch andere Volks-Artillerie-Korps, mit der 15. Armee in die Ardennenoffensive eingebunden. Im Februar 1945 kämpfte das Korps mit der 6. Armee in Ungarn.

Heeres-Artillerie-Brigade 404 und Volks-Artillerie-Korps 404 Die Heeres-Artillerie-Brigade 404 wurde am 15. Oktober 1944 mit 6 Abteilungen (Raum Hamburg) durch den Wehrkreis X als Heerestruppenteil aufgestellt. Die Brigade wurde an der Westfront und in der Eifel eingesetzt.

Die Gliederung war: I. mit 1 bis 3, II. mit 4 bis 6, III. mit 7 bis 9, IV. mit 10 und 11, V. mit 12 und 13 und VI. mit 14 bis 16.

Im November 1944 wurde aus der Heeres-Artillerie-Brigade 404 das Volks-Artillerie-Korps 404. Im Dezember 1944 stand das Korps im Elsass bei Weißenburg bei der 1. Armee. Im Februar 1945 war das Korps bei der 3. Panzerarmee bei Altdamm an der Oder und zuletzt bei der 9. Armee.

Heeres-Artillerie-Brigade 405 und Volks-Artillerie-Korps 405 Die Heeres-Artillerie-Brigade 405 wurde am 15. Oktober 1944 mit 5 Abteilungen (Raum Rügenwalde) durch den Wehrkreis II als Heerestruppenteil aufgestellt. Die Brigade wurde an der Westfront eingesetzt.

Die Gliederung war: I. mit 1 bis 3, II. mit 4 und 5, III. mit 7 bis 9, IV. mit 10 und 11, V. mit 12 und 13, später noch 16 und die Beobachtungs-Batterie 405.

Im November 1944 wurde aus der Heeres-Artillerie-Brigade 405 das Volks-Artillerie-Korps 405. Im Dezember 1944 war die Brigade, wie u. a. auch andere Volks-Artillerie-Korps, mit der 6. Panzerarmee in die Ardennenoffensive eingebunden. Im Februar 1945 kämpfte das Korps bei der 17. Armee in Schlesien.

Heeres-Artillerie-Brigade 406 und Volks-Artillerie-Korps 406 Die Heeres-Artillerie-Brigade 406 wurde am 15. Oktober 1944 mit 5 Abteilungen (Raum Jüterbog) durch den Wehrkreis III als Heerestruppenteil aufgestellt. Die Brigade wurde an der Westfront eingesetzt.

Die Gliederung war: I. mit 1 bis 3, II. mit 4 und 5, III. mit 7 bis 9, IV. mit 10 und 11, V. mit 12 und 13.

Im November 1944 wurde aus der Heeres-Artillerie-Brigade 406 das Volks-Artillerie-Korps 406. Im Dezember 1944 war die Brigade, wie u. a. auch andere Volks-Artillerie-Korps, mit der 7. Armee in die Ardennenoffensive eingebunden. 1945 kämpfte das Korps an der Ostfront in der Weichsel-Region.

Heeres-Artillerie-Brigade 407 und Volks-Artillerie-Korps 407 Die Heeres-Artillerie-Brigade 407 wurde am 15. Oktober 1944 mit 5 Abteilungen (Raum Meißen) durch den Wehrkreis IV als Heerestruppenteil aufgestellt. Die Brigade wurde an der Westfront eingesetzt.

Die Gliederung war: I. mit 1 bis 3, II. mit 4 und 5, III. mit 7 bis 9, IV. mit 10 und 11, V. mit 13 und 14.

Im November 1944 wurde aus der Heeres-Artillerie-Brigade 407 das Volks-Artillerie-Korps 407. Im Dezember 1944 war die Brigade, wie u. a. auch andere Volks-Artillerie-Korps, mit der 15. Armee in die Ardennenoffensive eingebunden. 1945 kämpfte das Korps mit der 15. Armee im Raum Köln.

Heeres-Artillerie-Brigade 408 und Volks-Artillerie-Korps 408 Die Heeres-Artillerie-Brigade 408 wurde am 15. Oktober 1944 mit 5 Abteilungen (Raum Bruck an der Leitha) durch den Wehrkreis XVII als Heerestruppenteil aufgestellt. Die Brigade wurde an der Westfront eingesetzt.

Die Gliederung war: I. mit 1 bis 3, II. mit 4 und 5, III. mit 7 bis 9, IV. mit 10 und 11, V. mit 13 und 14.

Im November 1944 wurde aus der Heeres-Artillerie-Brigade 408 das Volks-Artillerie-Korps 408. Im Dezember 1944 war die Brigade, wie u. a. auch andere Volks-Artillerie-Korps, mit der 7. Armee in die Ardennenoffensive eingebunden. Am 10. Januar 1945 wurde in Amstetten eine VI. Abteilung aufgestellt, welche aber am 12. Februar 1945 die VI./Volks-Artillerie-Korps 409 wurde. Dafür wurde die Heeres-Artillerie-Abteilung 1065 zu neuen VI.

Im Februar 1945 stand das Korps mit der 9. Armee an der Oder.