Die Camino-Therapie – Finde deinen Weg (Originaltitel: Compostelle, übersetzt: „Der Jakobsweg“) ist ein Spielfilm aus dem Jahr 2026 mit Alexandra Lamy und Julien Le Berre in den Hauptrollen. Regie führte Yann Samuell, der in Anlehnung an Bernard Ollivier das Drehbuch schrieb.

Handlung Die Lehrerin Fred wurde vom Dienst entlassen, nachdem sie eine Schülerin geohrfeigt hatte. Sie will mit ihrer Vergangenheit abschließen und einen Neuanfang machen. Zusammen mit dem Jugendlichen Adam, der mehrere Vorstrafen hat und seine innere Wut schlecht kontrollieren kann, weshalb er immer wieder auffällig wird, bricht sie zu einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela auf, da Adam dies von der Richterin als Resozialisierungsprogramm auferlegt bekommen hat, ein Programm, das in Frankreich tatsächlich angewendet wird, auch wenn die Charaktere selbst eine erfundene Mischung aus Aussagen verschiedener Personen sind, die den Weg gegangen sind.

Auf dem rund 2000 km langen, knapp drei Monate dauernden Weg werden beide Charaktere mit ihren persönlichen Konflikten konfrontiert und gezwungen, sich ihren Gefühlen zu stellen. Allmählich entsteht zwischen den zweien eine Vertrautheit und Verbindung, die von gegenseitigem Verständnis geprägt ist. Durch das Wandern verändern sie sich und können alte emotionale Lasten und Verwundungen hinter sich lassen. Das Ende zeigt, wie die beiden Protagonisten ein Jahr später Fuß gefasst haben: Fred ist mit ihrer Tochter auf einer Wanderreise mit Zelt unterwegs und hat ihre Beziehung zu ihr verbessert, Adam hat als rappender Unterstützer in einer Rehabilitationseinrichtung für Bewegungsabläufe Arbeit gefunden und beide bleiben in täglichem Telefonkontakt.

Synchronisation Die deutsche Synchronisation übernahm Think Global Media. Dialogregie führte Navid Abri, der auch das Dialogbuch schrieb.

Rolle Darsteller Synchronsprecher Fred Alexandra Lamy Christin Marquitan Adam Julien Le Berre Carlos Fanselow Büßerin Katie Miran Yasemin Tolaz Cédric Cyril Gueï Peter Sura David Loic Risser Marcel Collé Estella Maëlle Vidou Derya Akyol Hermano Lorenzo James Joint Bernd Vollbrecht Mossi Malik Amraoui Nick Forsberg Nadège Mélanie Doutey Claudia Urbschat-Mingues Nina Eve Naya Lara Brieger Paul Eric Métayer Patrick Winczewski Richterin Emmanuelle Grönvold Judith Steinhäuser Robin Valentin Papoudof Nico Mamone Wanderer Melchior Lebeaut Florens Schmidt

Produktion und Hintergrund Der Film wurde von Eveya Productions, Page Films und Apollo Films Distribution produziert. Die Dreharbeiten fanden von Mai 2025 bis Juli 2026 sowohl in Frankreich als auch in Spanien statt. Die Crew reiste entlang der echten Pilgerroute und drehte unter anderem in der Region Auvergne-Rhône-Alpes, im Département Aveyron und in Santiago de Compostela. Die Kamera führte Vincent Gallot, der auch Kameradrohnen einsetzte. Yann Samuell nutzte Bernard Olliviers 2015 erschienenes Sachbuch Marche et invente ta vie als Grundlage, in der letzterer beschreibt, wie die von ihm gegründete gemeinnützige Organisation Seuil straffällige Jugendliche unterstützt, durch eine mehrwöchige Wanderung den Weg zurück in die Gesellschaft zu finden und Perspektiven für die eigene Zukunft zu entwickeln. Laut Eigenaussage von Seuil liegt die Rückfallquote bei 30 % versus 70 % im normalen Strafvollzug und ist günstiger mit bis zu 20.000 Euro für drei Monate versus 120.000 Euro. Die Musik stammt von Romeo Lowercase, die Ausstattung von Clarisse Najar, die Kostüme von Dorothée Tarel und die Maske von Sophie Moutier. In Deutschland gilt die FSK ab 12 Jahren bzw. ab 6 Jahren in Begleitung eines Erziehungsberechtigten (FSK-Nr.: 283630). Für Österreich ist der Film ab 6 Jahren freigegeben.

Veröffentlichung Der Kinostart war am 1. April in Frankreich und am 2. Juli 2026 in Deutschland im Centralfilm-Verleih.

Rezeption Gaëlle Moury, Journalistin der belgischen Le Soir, bezeichnet Die Camino-Therapie – Finde deinen Weg als berührend und humanistisch, wenn auch in seiner Machart etwas schwerfällig, und vergab zwei von fünf Sternen.

Auf Film-Netz.com wird gerügt, dass die Charaktere in ihren Dialogen zu glatt und vorhersehbar seien und der Gesprächsanteil zu hoch, wobei gleichzeitig das leidenschaftliche Spiel der beiden Hauptdarsteller und die Landschaftsaufnahmen positiv hervorgehoben werden. Gerügt wird, dass die Landschaften nicht länger gezeigt werden.

Der Filmkritiker Knut Elstermann lobt für den Rundfunk Berlin-Brandenburg, dass das Roadmovie einfühlsam erzählt ist und bedingt durch die Landschaften schöne Bilder bietet. Das aufrichtige Spiel der beiden Hauptdarsteller und der wahrnehmbare Glaube an einen immer möglichen Neustart im Leben berühre die Zuschauer.

Filmdienst.de vergab drei von fünf möglichen Sternen und bewertet den Film als unterhaltsam. Er orientiere sich an den Regeln des Genres, vermeide aber Klischees. Die Hauptdarsteller seien überzeugend, die gezeigten Landschaften des Pilgerwegs beeindruckend. Positiv wird auch vermerkt, dass authentische Erfahrungen von Jugendlichen in das Drehbuch eingeflossen sind.

Markus Solty (sieben von zehn Punkten) kritisiert auf film-rezensionen.de, dass das Drehbuch nur selten überrasche und sich viele Wendungen früh abzeichnen, da die Zuschauer Konflikte zwischen den beiden Protagonisten von Anfang an erwarten. Er lobt jedoch, dass der Film durch die beiden Hauptdarsteller sehr gut funktioniere.

Dietmar Kantak vergab auf epd-film.de drei von fünf Sternen. Zwar beschreibt er die Dramaturgie als konventionell, empfindet aber die Hauptdarsteller, die dem Film seine Überzeugungskraft verleihen, als Bereicherung und bewertet auch den gezeigten Weg der Protagonisten unter der Perspektive der Hoffnung als konsequent.

Der Standard lobt die souveräne Umsetzung des Stoffes zu einem Film zum Wohlfühlen und die positive Dynamik der Darsteller. Besonders erwähnt werden die junge Nebendarstellerin mit Handicap (= Estella) und die Landschaftsaufnahmen.

Eine Kritik der Deutschen Presse-Agentur hebt hervor, dass der Regisseur seinem Stil treu bleibt und die innere Reise der Figuren in eindrucksvolle Bilder zu übersetzen vermag. mini|220x220px|Alexandra Lamy – Filmdreh in Estaing am 11. Juni 2025

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Französischer Film Kategorie:Belgischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Filmkomödie Kategorie:Roadmovie