Röppisch ist ein Ortsteil im Süden der kreisfreien Stadt Gera in Thüringen, bestehend aus den Ortslagen Oberröppisch und Unterröppisch.
Lage Beide Orte sind typische, in Ost-West-Richtung angelegte Straßendörfer mit jeweils eigener Dorfkirche; das südlich gelegene Unterröppisch am Talausgang des Röppischbaches, Oberröppisch oberhalb dessen in Hanglage.
Geschichte
Der Ortsname wurde 1209 als Ropschin, 1238 als Robschitz und Ropzig, 1333 als Röptschicz, 1362 als zu Robzcicz und aber zu Robzcicz urkundlich erwähnt. Der Name lässt sich von slawisch *Robišici „die Leute des Robiš“, zu robiti „arbeiten“, ableiten.Heinz Rosenkranz: Ortsnamen des Bezirkes Gera. Greiz 1982, S. 57.
Bis zur Gründung des Landes Thüringen im Jahr 1920 verlief zwischen den beiden Orten eine Landesgrenze: Oberröppisch gehörte zur reußischen Herrschaft Gera und mit dieser zum 1848 vereinigten Fürstentum Reuß jüngerer Linie (1919/20 kurzzeitig zum Volksstaat Reuß); Unterröppisch gehörte als Teil des Neustädtischen Kreises bis 1816 zu Kursachsen, danach zu Sachsen-Weimar-Eisenach.
1919 wurde Oberröppisch, am 1. Dezember 1922 Unterröppisch erstmals nach Gera eingemeindet. Bereits am 1. April 1925 wurden beide Orte wieder ausgemeindet. Am 1. November 1948 wurden beide Orte zur Gemeinde Röppisch zusammengeschlossen und als solche am 1. Juli 1950 erneut nach Gera eingemeindet.
Politik 2025 wurde für Röppisch eine Ortsteilverfassung eingeführt, so dass im Juni 2026 erstmals Ortsteilrat und Ortsteilbürgermeister gewählt wurden. Ortsteilbürgermeisterin für die Wahlperiode bis 2029 ist Gritta Schulz.
Verkehr Röppisch liegt an der Bahnstrecke Leipzig–Probstzella. Südlich von Unterröppisch lag der Haltepunkt Wolfsgefärth, der 1953 in Gera-Röppisch umbenannt wurde. Er war ab 1875 vorübergehend Bahnknotenpunkt, da hier die Strecke der Bahnstrecke Gera Süd–Weischlitz (Elstertalbahn) von der Strecke Leipzig – Probstzella abzweigte.Stefan Bauch: Liebschwitz – eine Chronik 1209–2009. Gera-Liebschwitz 2009, S. 186. Mit Eröffnung des neuen Streckenverlaufes der Elstertalbahn über Liebschwitz und Zwötzen Ost (später Gera Ost) im Jahr 1892 verlor Röppisch diesen Knotencharakter. Im Mai 2000 wurde der Haltepunkt Gera-Röppisch aufgelassen und durch den neuen Haltepunkt Wolfsgefärth im Ort Wolfsgefärth ersetzt, das ehemalige Bahnhofsgebäude im Januar 2007 abgerissen.Stefan Bauch: Liebschwitz – eine Chronik 1209–2009. Gera-Liebschwitz 2009, S. 187. Seitdem die Streckenführung über Liebschwitz und Gera Ost im Oktober 2016 aufgelassen wurde, mündet die Elstertalbahn wieder bei Röppisch in die Strecke Leipzig–Gera–Saalfeld–Probstzella ein.
Literatur Anja Löffler (Bearb.): Stadt Gera (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Thüringen, Bd. 3). Erfurt 2007. S. 484–489, 563–565. Siegfried Mues: Die Straßennamen der Stadt Gera von A bis Z. Ihre Geschichte und Geschichten. Dr. Frank, Gera 2006, S. 210f., 296.
Weblinks Stadt Gera: Ortsteil Röppisch Private Website über Röppisch
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtteil von Gera Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Gera) Kategorie:Gemeindegründung 1948 Kategorie:Gemeindeauflösung 1950