mini|Altar der Mogontia, ausgestellt im Musée de la Cour d’Or in Metz mini|Beschriftung des Mogontia-Altars durch das Musée Cour d’Or in Metz mit der Interpretation von Mogontia als Heilgöttin der Quellen

Mogontia ist eine gallische Göttin. Der Name bedeutet „Die Große, Starke, Mächtige“. Sie ist nur durch eine Inschrift auf einem Altar bekannt, der im Musée de la Cour d’Or in Metz ausgestellt wird und dort die Inventarnummer 2013.0.101 trägt.

In der Beschreibung des Museums wird Mogontia (auf französisch und englisch, auf deutsch als Moguntia) als Heilgöttin der Quellen interpretiert und der Altar auf das 1.–3. Jahrhundert n. Chr. datiert.

Von Mogontia/Moguntia abzugrenzen ist die Allegorie der Stadt Mainz, insbesondere aus Zeiten, in denen die Existenz der Göttin nicht bekannt war – Das mittelalterliche Aurea Moguntia bezog sich auf die Stadt, nicht die Göttin. Die Grenzen bei jüngeren Darstellungen sind jedoch schwammig. Ein Beispiel hierfür ist die Darstellung Moguntias auf dem Mainzer Fastnachtsbrunnen.

Hintergrund Der Altar ist ein Votiv- (Gelöbnis-) altar des Tabellarius (Boten) Julius Paternus. Er wurde im Frühjahr 1880 in einer Sandgrube des Unternehmens Mey in Metz-Sablon entdeckt. Mitentdeckt wurden insbesondere: eine Victoriastatue, andere Votivsteine und Gebäudefragmente. Zwei Jahre später wurde dort in ca. 100 Meter Entfernung ein Icovellauna-Tempel entdeckt mit Inschriften für Rosmerta und Merkur, Apollon sowie Genius Loci.

Das Heiligtum war Teil eines größeren Tempelkomplexes. Der Tempel für die Göttin Icovellauna lag an einer Heilquelle, woraus das Museum die Schlussfolgerung zieht, dass es sich bei Mogontia ebenso wie Icovellauna um eine Heilquellgöttin handeln müsse.

Weitere Interpretationen Im Rahmen einer Dissertation hat sich Audrey Ferlut mit Mogontia auseinandergesetzt. Sie schreibt, dass sie nicht ausschließe, dass Mogontia eine Ortsgöttin von Mainz sei und der Bote Julius Paternus aus Mainz stamme. Sie vergleicht hierin Mogontia mit der Quellgöttin Aventia, aus der sich der Ortsname Aventicum gebildet hat. Sie vermutet, das Julius Paternus dienstlich zwischen Mainz und Metz als Bote beschäftigt war und in Mainz seiner Ortsgöttin ein Gelübde versprach.

Der Name Mogontia ähnelt auffällig dem römischen Stadtnamen Mogontiacum, der von dem gallischen Ortsnamen Mogontiaco abgeleitet ist, aus dem sich der heutige Stadtname Mainz entwickelt hat. Daher besteht die Möglichkeit, dass der Stadtname von Mogontia abgeleitet sein könnte.

Da Inschriften für den Heilgott Mogon bereits vor dem Mogontia-Altar gefunden worden waren, geht die Forschung bislang mehrheitlich davon aus, dass der Stadtname von Mogon abgeleitet ist und das Suffix -ti- hinzukam. Das Suffix -acum bedeutet: Land(gut), des/der.

Unabhängig davon, ob Mogon oder Mogontia namensgebend sind, ist auf das Verhältnis beider Götter abzustellen. Das Verhältnis von (keltischen) Götterpaaren, die von demselben Grundwort abgeleitet werden können, ist, dass es sich um das gleiche Prinzip in einer männlichen und einer weiblichen Ausprägung handelt.

Auch Yves Burnand vermutet, dass das Zentrum der Anbetung von Mogontia wegen des auffälligen Namens in Mainz gelegen und diese dort auch ein Heiligtum gehabt haben müsse.

Ein solches ist jedoch mit expliziter Sicherheit ebenso wenig gefunden worden wie explizite Darstellungen.

Rezeption Die offizielle Medaille für das 11. Deutsche Bundesschießen in Mainz im Jahr 1894 zeigt Mogontia mit Lorbeerkranz, Gewehr und einem Reichsadlerschild.

Siehe auch Keltische Religion

Literatur Yves Burnand: Les temps anciens, de César à Clovis. In: Encyclopédie illustrée de la Lorraine, édition Serpenoise, Nancy

Referenzen

Kategorie:Gallische Gottheit Kategorie:Weibliche Gottheit