mini|Marimonda beim Karneval von Barranquilla (2012) Die Marimonda ist eine traditionelle Kostümfigur des Karnevals von Barranquilla in Kolumbien und gilt als eines der bekanntesten Symbole des Festes.

Geschichte Die Figur entstand Anfang des 20. Jahrhunderts in Barranquilla als Spottfigur der einfachen Bevölkerung auf die städtische Oberschicht. Der Überlieferung nach fertigte ein mittelloser Mann ein Kostüm aus Gegenständen seines Haushalts: Hose und Jacke wurden verkehrt herum getragen, aus einem Mehlsack entstand eine Maske, die mit Stoffresten und Schwämmen um übergroße Augen, Lippen, Ohren und eine lange Nase ergänzt wurde. Die auffällige Krawatte und die großen Ohren spielten auf die Kleidung der Oberschicht an.

Wegen ihres respektlosen Spotts, insbesondere gegenüber den Eliten, war die Figur anfangs umstritten und geriet zeitweise in Vergessenheit. In den 1980er Jahren wurde die Tradition mit der Gründung der Karnevalsgruppe Las Marimondas del Barrio Abajo wiederbelebt, die heute zu den größten Tanzgruppen des Karnevals von Barranquilla zählt und mit über 1.000 Teilnehmern an den Umzügen teilnimmt.

Erscheinungsbild Das Kostüm besteht meist aus einem bunten Overall, einer Krawatte und einer Maske, deren Züge an eine Mischung aus Elefant und Primat erinnern: lange Nase, große Ohren sowie übergroße, runde Augen und Lippen. Charakteristisch ist zudem eine Gummitröte, das sogenannte pea pea, deren schriller Ton Ausgelassenheit signalisieren, ursprünglich aber auch Umstehende provozieren sollte. Die Marimonda verkörpert den mamador de gallo, den scherzenden, lebensfrohen Bewohner der kolumbianischen Karibikküste.

Einzelnachweise

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