Pieter Johannes Vorster (* 12. August 1945 in Pretoria), auch als Piet Vorster bekannt, ist ein südafrikanischer Botaniker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „“.
Leben Vorster studierte an der Universität Pretoria, wo er 1967 den Bachelor of Science in Landwirtschaft, 1968 den Bachelor of Science mit Auszeichnung (B.Sc. Hons) sowie 1970 den Master of Science in Landwirtschaft mit einer Arbeit über eine Untersuchung der Bryophytenflora des Mariepskop erwarb. 1978 wurde er an derselben Universität zum Doctor of Science (D.Sc.) promoviert.
Im November 1967 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter am National Herbarium des Botanical Research Institute in Pretoria. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte waren die botanische Nomenklatur der südafrikanischen Süßgräser (Poaceae) sowie eine taxonomische Revision der Gattung Mariscus.
Im Januar 1979 nahm er eine Stelle als Lehrender und Forschender an der botanischen Abteilung der Universität Stellenbosch an, wo er den Großteil seiner Karriere verbrachte.
Vorster sammelte rund 2.800 Herbarbelege, vor allem in Mpumalanga und den östlichen Küstenregionen Südafrikas. Diese befinden sich im National Herbarium, Pretoria (Südafrika), Herbarium des Natural History Museum, London, im H.G.W.J. Schweickerdt Herbarium (PRU) der Universität Pretoria sowie im Herbarium der Universität Stellenbosch (STEU).
Vorster befasst sich vor allem mit der Flora des südlichen Afrika, insbesondere der Republik Südafrika, Namibias, Botswanas, Eswatinis und Lesothos. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der botanischen Geschichte, der botanischen Nomenklatur sowie der Phytogeographie. Er arbeitet taxonomisch mit Nacktsamigen Pflanzen, Zweikeimblättrigen und Monokotyledonen (einkeimblättrigen Bedecktsamern).
Insbesondere widmet er sich den Pflanzenfamilien der Amaryllidaceae (Amaryllisgewächse), Cyperaceae (Sauergrasgewächse), Geraniaceae (Storchschnabelgewächse) und Zamiaceae (Palmfarne). Innerhalb dieser Gruppen bearbeitete er unter anderem die Gattungen Alinula, Clivia, Courtoisia, Encephalartos, Mariscus und Pelargonium.
Gemeinsam mit dem Wissenschaftler Jacobus Adriaan van der Walt und der botanischen Illustratorin Ellaphie Ward-Hilhorst veröffentlichte er ein dreibändiges Werk über Pelargonien mit den Titeln Pelargoniums of Southern Africa (Band 1, 1977, Band 2, 1981, Band 3, 1988).
Neben Palmfarnen erforschte er südafrikanische Farnarten (Pteridophyta) sowie sukkulente Pflanzen der Region.
Dedikationsnamen Die australische Botanikerin Karen Louise Wilson widmete Vorster 1994 die Süßgrasart Cyperus vorsteri, die ursprünglich als Mariscus grantii erstbeschrieben wurde.
Schriften (Auswahl) Revision of the Taxonomy of Mariscus Vahl and Related Genera in Southern Africa ...: Doctor Scientiae ... Department of Botany University of Pretoria. J. J. A. van der Walt, P. J. Vorster: Pelargoniums of Southern Africa. Band 1. Purnell & Sons, Cape Town 1977, ISBN 0-86843-006-4. J. J. A. van der Walt, P. J. Vorster: Pelargoniums of Southern Africa. Band 2. Juta, Cape Town 1981, ISBN 0-70211-220-8 J. J. A. van der Walt, P. J. Vorster: Pelargoniums of Southern Africa. Band 3. National Botanic Gardens Kirstenbosch, Cape Town 1988, ISBN 0-62011-007-4. Proceedings of the Third International Conference on Cycad Biology: Held in Pretoria, South Africa, 5–9 July 1993. Ed. Cycad Society of South Africa
Literatur
Hugh F. Glen, Gerrit Germishuizen (Hrsg.): Botanical exploration of southern Africa. 2. Aufl., Strelitzia 26, South African National Biodiversity Institute, Pretoria 2010, ISBN 978-1-919976-54-9, S. 447. (Online auf biodiversitylibrary.org)
Weblinks
Einzelnachweise
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